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Sportfreunde Stiller : "Unser Wunsch: Jedes Jahr WM"

  • Aktualisiert am

„Das war unser Traum, ein WM-Lied zu schreiben”: Sportfreunde Stiller Bild: picture-alliance/ dpa

Peter Brugger und Florian Weber von „Sportfreunde Stiller“ über die WM-Begeisterung im Lande und die mathematische Formel, nach der Deutschland Weltmeister werden muß.

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          Peter Brugger und Florian Weber von „Sportfreunde Stiller“ über die WM-Begeisterung im Lande und die mathematische Formel, nach der Deutschland Weltmeister werden muß.

          Was sagen Sie zu der großen WM-Begeisterung in Deutschland?

          Peter: Ich hätte es nicht erwartet, daß es so kraß wird. Wirklich jeder ist fußballbegeistert, jeder kauft sich etwas Schwarzrotgoldenes und hängt es sich um. Ich persönlich habe mich wahnsinnig auf die WM gefreut und bin jetzt schon ein bißchen traurig, daß es nur noch vier Spiele sind.

          Florian: Das hätte sich wahrscheinlich keiner träumen lassen, daß so viele Feste gefeiert werden, daß alles so bunt abläuft. Unser Wunsch wäre es, jedes Jahr eine WM auszutragen.

          Ihr Lied „54,74,90,2006“ hat sich zur beliebten Fan-Hymne entwickelt.

          Peter: Wir waren auch ein paar Mal im Stadion, unter anderem beim Spiel gegen Argentinien in Berlin. Nach Spielschluß haben die Fans das Lied gesungen - das ist total unwirklich und seltsam. Aber wir freuen uns natürlich. Das war unser Traum: ein WM-Lied zu schreiben.

          Wurden Sie nicht von den Organisatoren gebeten, den offiziellen WM-Song zu schreiben?

          Florian: Wir hatten eine Anfrage von der Plattenfirma, die in Kontakt mit dem DFB stand. Uns ist dann etwas angeboten worden, was letztlich ein anderer gemacht hat, weil wir unser eigenes Lied machen wollten. Aber wir sind tatsächlich heilfroh, daß wir durch die Hintertür gekommen sind und uns an keinen Organisator, sei es DFB oder Fifa, angehängt haben, sondern aus unseren Herzen heraus ein fußballverrücktes Lied geschrieben haben, das sich ins Stadion gemogelt hat.

          Hat das Lied das Potential, zum deutschen „Football's coming home“ zu werden?

          Peter: Football's coming home ist sehr zeitlos, während unser Lied sehr mit dieser WM und der deutschen Nationalmannschaft verknüpft ist. Wir sind dadurch sehr abhängig, andererseits habe ich noch nie so sehr mitgefiebert. Ich will, daß die Menschen weiter unser Lied singen.

          In „54,74,90,2006“ versteckt sich auch eine mathematische Formel.

          Florian: Das Zahlenspiel ist bekannt, es sind die deutschen WM-Triumphe. Wir haben beim Videodreh zunächst einen Fehler begangen und sind dann aufgeklärt worden, daß die Formel lauten muß: 54 mal 74 minus 1990 ergibt genau 2006. Daher bin ich mir auch tausendprozentig sicher, daß wir Weltmeister werden.

          Wie sieht der WM-Alltag der „Sportfreunde Stiller“ aus?

          Peter: Wir wollten möglichst viele Spiele anschauen, mußten aber unsere Termine so legen, daß wir pünktlich zum Anstoß vor einem Fernseher sitzen. Leider nicht immer mit Grillen und Freuden zu Hause, wie wir es eigentlich gewollt hätten.

          Florian: Aber das kam auch schon vor. Bei unserem Auftritt in Münster am Samstag paßte das blendend, weil wir nach dem letzten Elfmeter der Engländer auf die Bühne mußten und direkt zum Anpfiff Frankreich gegen Brasilien fertig waren, das war ideal.

          Sie suchen noch Karten fürs Finale. Wie wollen Sie die bekommen?

          Peter: (lacht laut) Indem wir in jedem Interview sagen, daß wir noch keine Karten haben!

          Und was machen Sie am Sonntag um 20 Uhr?

          Florian: Wir verlassen den heiligen Rasen in Berlin, nachdem wir unser Lied vor dem Finale Deutschland gegen Frankreich gespielt haben. Zidane wird dort nochmal zaubern, aber Frings wird ihn niederringen.

          Wer ist der Spieler der WM?

          Peter: Pipo Lahm, ganz klar.

          Florian: Philipp Lahm, eine hervorragende Kampfmaschine über links. Er hat gegen Argentinien vielleicht kurz verschnauft, wird aber gegen Italien wieder nach vorne stürmen. Und Zidane, aber nur wegen seiner hervorragenden Leistung im Spiel gegen Brasilien.

          Und die größte Enttäuschung?

          Florian: Tschechien hatte ich sehr weit vorne getippt.

          Peter: Von der Elfenbeinküste und deren Ausscheiden, weil sie mit den erfrischendsten Fußball gespielt haben.

          Florian: Und Ronaldinho.

          Die Fragen stellte Marcus Jung.

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