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Nationaltrainer-Rücktrittswelle : Elf offene Stellen am Arbeitsmarkt

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Der Kettenraucher hat gekündigt: Ricardo La Volpe verläßt Mexiko Bild: picture-alliance/ dpa

Ricardo La Volpe hat mit sofortiger Wirkung seine Tätigkeit als Trainer des mexikanischen Fußball-Nationalteams beendet. Damit sind bereits elf WM-Trainer nicht mehr im Amt. Dagegen haben nur acht eine weitere feste Anstellung. Bei allen anderen ist es die Zukunft offen.

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          Am Arbeitsmarkt für Fußball-Nationaltrainer gibt es immer mehr offene Stellen: Als bereits elfter Coach eines WM-Teilnehmers hat am Mittwoch Mexikos argentinischer Coach Ricardo La Volpe seinen Rücktritt eingereicht. Dem stehen nur acht Fußball-Lehrer gegenüber, die über die am Sonntag endende Weltmeisterschaft hinaus mit Verträgen ausgestattet sind.

          Interessant: Wie bei Jürgen Klinsmann ist auch bei den anderen WM-Halbfinalisten die Zukunft der Teamchefs offen: Luiz Felipe Scolari (Portugal), Raymond Domenech (Frankreich) und Marcello Lippi (Italien) sollen nach Vorstellungen ihrer Verbände ihre erfolgreiche Arbeit aber fortsetzen. „Gebt mir Zeit“, sagte Klinsmann nach der 0:2-Semifinalniederlage gegen Italien, dessen Erfolgscoach Lippi das WM-Endspiel abwarten will: „Ich werde bis zum Ende der WM nichts dazu sagen, nicht mal einen halben Satz.“

          Scolari umworben von Brasilien und Portugal

          Auch Scolari ist umworben und pokert. „Brasilien will ihn zurückhaben. Er ist der beste Trainer der Welt. Wir müssen alles dafür tun, daß er bei uns bleibt“, forderte Portugals Torwart Ricardo. In Frankreich stand schon der WM-Champion von 1998, Laurent Blanc, als potenzieller Nachfolger parat, doch nach dem Sieg über Brasilien hat Domenech wieder beste Karten. Zumal die Technische Direktion des Verbandes, in der Domenechs Ziehvater Aimé Jacquet das Sagen hat, einen Posten für Domenech in der Hinterhand hält.

          „Der beste Trainer der Welt”: Luiz Felipe Scolari ist umworben von Portugal und Brasilien

          Mit Verträgen bis 2008 ausgestattet sind die Niederländer Marco van Basten sowie Karel Brückner (Tschechien), Jakob Kuhn (Schweiz), Luis Aragones (Spanien), Lars Lagerbäck (Schweden) und Roger Lemerre (Tunesien). Außer für den Letztgenannten ist die EURO 2008 in Österreich und der Schweiz nächstes Ziel. Der Ukrainer Oleg Blochin arbeitet zwar ohne Vertrag, soll seine erfolgreiche Arbeit (Viertelfinale zur WM-Premiere) aber fortsetzen.

          La Volpe will Clubcoach in Europa werden

          Einen Kontrakt bis 2008 hat auch Saudi-Arabiens Brasilianer Marcos Paqueta, doch sein Verbleib ist nach dem Vorrunden-K.o. mehr als fraglich: Denn Verbandschef Prinz Sultan bin Fahad bin Abdulaziz hat zuletzt 11 Trainer in 15 Jahren verschlissen. Als bisher letzter WM-Coach von Bord gegangen ist La Volpe. Den Kettenraucher, der Mexiko ins Achtelfinale geführt hat, zieht es „als Clubcoach nach Europa“.

          Fündig wurden dort schon zwei Amtskollegen: Japans Brasilianer Zico betreut künftig als Christoph-Daum-Nachfolger Fenerbahce Istanbul, Südkoreas Niederländer Dick Advocaat ist nun für Zenit St. Petersburg tätig. Sein bisheriger Assistent und Landsmann Pim Verbeek übernimmt die Koreaner, während in England der über die „Scheich-Affäre“ gestolperte Sven-Göran Eriksson seinem „Co.“ Steve McClaren Platz macht. Der niederländische Weltenbummler Guus Hiddink tauscht die Bank der Australier gegen die Russlands ein.

          Die Trainer der 32 WM-Teilnehmer und ihre Zukunft

          Weiter an ihren Verband gebunden (8): Luis Aragones (Spanien), Marco van Basten (Niederlande), Karel Brückner (Tschechien), Jakob Kuhn (Schweiz), Lars Lagerbäck (Schweden), Roger Lemerre (Tunesien), Marcos Paquéta (Saudi-Arabien) - alle Verträge bis 2008, Oleg Blochin (Ukraine/arbeitet ohne Vertrag und soll bleiben)

          Nicht mehr im Amt (11): Dick Advocaat (Südkorea/Nachfolger Pim Verbeek), Sven Göran Eriksson (England/Nachfolger Steve McClaren), Alexandre Guimaraes (Costa Rica), Guus Hiddink (Australien), Branko Ivankovic (Iran), Pawel Janas (Polen), Henri Michel (Elfenbeinküste), José Pekerman (Argentinien), Ilija Petkovic (Serbien-Montenegro), Ricardo La Volpe (Mexiko), Zico (Japan)

          Zukunft offen (13): Bruce Arena (USA), Leo Beenhakker (Trinidad und Tobago), Raymond Domenech (Frankreich), Luis Oliveira Goncalves (Angola), Ratomir Dujkovic (Ghana), Jürgen Klinsmann (Deutschland), Zlatko Kranjcar (Kroatien), Marcello Lippi (Italien), Carlos Alberto Parreira (Brasilien), Otto Pfister (Togo), Anibal Ruiz (Paraguay), Luiz Felipe Scolari (Portugal), Luis Fernando Suarez (Ecuador)

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