https://www.faz.net/-g9o-sjac

Fifa-Präsidentschaft : Beckenbauer will „Genie“ Blatter nicht beerben

  • Aktualisiert am

Nicht der Präsident und sein Nachfolger: Blatter und Beckenbauer Bild: AP

Viele halten ihn für einen verkappten deutschen Außenminister. Nun hat sich Franz Beckenbauer aber die Fähigkeit abgesprochen, Fifa-Präsident zu werden. Ein bißchen Deutsch, Bayerisch und Englisch würden nicht reichen.

          Franz Beckenbauer hat wiederum bekräftigt, kein Interesse zu haben, Nachfolger von Fifa-Präsident Joseph S. Blatter zu werden. „Zum einen habe ich die Zeit dafür nicht und zum anderen muß ein Fifa-Präsident mehrsprachig sein. Ich spreche ein bißchen Deutsch und Bayerisch und ein paar Brocken Englisch. Das würde nicht reichen. Das muß so ein Genie wie Joseph Blatter machen, der fünf oder sechs Sprachen fließend beherrscht“, sagte der Chef des deutschen WM-Organisationskomitees (OK) am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Berlin.

          Beckenbauer reagierte auch auf die Interview-Aussage von Blatter, „Franz Beckenbauer will ja nicht, er kann das auch nicht“: In einem Telefonat habe ihm Blatter versichert, daß sei auf seine Zeit und seine Werbeverträge bezogen und nicht auf seine Fähigkeiten. „Ich muß ihm Recht geben, im Prinzip“, meinte Beckenbauer. Blatter hat bereits zuvor angekündigt, im Mai 2007 wiederum zur Wiederwahl antreten zu wollen.

          Johanssons Zukunft entscheidet sich bald

          Durch seinen Mediendirektor Markus Siegler hatte Blatter schon auf der täglichen Fifa-Pressekonferenz ausrichten lassen, seine Äußerung sei im „Berliner Tagesspiegel“ verzerrt und verkürzt worden. Er zweifle nicht an den theoretischen Fähigkeiten Beckenbauers, das Amt des Fifa-Präsidenten bekleiden zu können. Der Halbsatz „er kann das auch nicht“ beziehe sich lediglich auf die zahlreichen Werbeverträge und die mangelnde Zeit Beckenbauers. Blatter hatte bereits mehrfach geäußert, er könne sich gut vorstellen, daß der „Kaiser“ ab 2007 dem Exekutiv-Komitee des Weltverbandes angehören könnte.

          Ein Präsident des Europäischen Fußball-Union (Uefa) benötige die Sprachkenntnis indes nicht, meinte Beckenbauer mit Blick auf die Nachfolge-Frage für Uefa-Präsident Lennart Johansson. „Ich habe immer betont, daß ich daran interessiert bin, wenn Johansson zurücktritt oder nicht mehr antritt“, sagte der 60jährige. Das sei für ihn aber derzeit kein Thema, da hier erst die Entwicklungen abzuwarten seien und er Signale habe, daß Johansson über das Jahr 2007 hinaus weitermachen wolle. „Er will sich offenbar in den kommenden Wochen oder Monaten entscheiden“, so Beckenbauer. Auch der frühere französische Nationalspieler Michel Platini hat sein Interesse am Uefaäsidentenamt angemeldet.

          Weitere Themen

          Arsenal bei Özil-Comeback düpiert

          Premier League : Arsenal bei Özil-Comeback düpiert

          Mesut Özil erlebt eine enttäuschende Rückkehr auf den Platz für den FC Arsenal. Gegen den Tabellenletzten liegen die „Gunners“ eigentlich sicher in Führung. Doch dann gelingt gar nichts mehr.

          Roglic stürmt auf den Radsport-Gipfel

          Sieg bei Vuelta : Roglic stürmt auf den Radsport-Gipfel

          Der frühere Skispringer Roglic fährt seinen größten Triumph auf dem Fahrrad ein. Trotz vieler Attacken ist er in Spanien nicht zu bezwingen. Sein Team wird auch ein ernster Tour-de-France-Anwärter.

          Topmeldungen

          Braunkohlekraftwerk Jänschwalde hinter dem ehemaligen Braunkohletagebau Cottbus-Nord

          Details des Klimapakets : Wer hat’s erfunden?

          Kommenden Freitag soll das Klimapaket beschlossen werden. Um die entscheidenden Details wird bis zuletzt gerungen: Offen ist vor allem die Frage, wie viel die Tonne CO2 kosten soll.
          Der frühere türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu trat am Freitag mit fünf anderen Politikern aus der AKP aus.

          Austritte aus der AKP : Rebellion gegen Erdogan

          Einige prominente Politiker sind aus der türkischen Regierungspartei AKP ausgetreten, um ihre eigenen Bewegungen zu gründen. Für den türkischen Präsidenten Erdogan könnte es eng werden.
          Schild vor dem Trump Hotel in Washington, 21. Dezember 2016

          Klage von Hoteliers : Hat Donald Trump die Verfassung gebrochen?

          Trump schädige ihr Geschäft, indem er Diplomaten nötige, in seinen Hotels abzusteigen, monieren Gaststättenbetreiber. Damit haben sie vor einem New Yorker Gericht einen Etappensieg errungen. Nun könnte der Surpreme Court den Fall an sich ziehen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.