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WM-Superfans : „Ich bin hungrig auf jedes Spiel“

  • Aktualisiert am

Zwei Superfans, zwei Hostessen: Blumör (li.), Eißmann Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Jürgen Eißmann und sein Freund Thomas Blumör sahen mit dem „geilsten WM-Ticket aller Zeiten“ bislang 25 Spiele im Stadion. Im Interview spricht er über Sekundenschlaf, Fast Food und seine Ansprache als Jürgen Klinsmann.

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          Jürgen Eißmann und sein Freund Thomas Blumör sahen mit dem „geilsten WM-Ticket aller Zeiten“ bislang 25 Spiele. Im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung spricht er über Sekundenschlaf, Fast Food und seine Ansprache als Jürgen Klinsmann.

          Herr Eißmann, Sie und Ihr Freund Thomas Blumör haben jetzt 25 WM-Spiele live im Stadion gesehen. Ist Ihnen die Lust auf Fußball vergangen?

          Nein, überhaupt nicht. Ich bin noch immer hungrig auf jedes Spiel.

          Auch nach dem verlorenen Halbfinalspiel der Deutschen?

          Auf jeden Fall. Schade war nur, daß die Stimmung zum Schluß so abrupt verdorben wurde.

          Saßen Sie neben der Kanzlerin?

          Nein, etwas weiter weg. Wir sitzen meistens auf der Haupttribüne, aber nicht bei den Politikern, sondern bei Schauspielern oder Sportlern wie den Klitschko-Brüdern. Gestern saßen wir direkt hinter einem der Tore.

          Hinter dem Tor, in das die Italiener zum Schluß zweimal getroffen haben?

          Nein, leider nicht. Wir konnten aber trotzdem gut sehen, auch daß der Ballack beim ersten Tor gepennt hat.

          Einige Spiele bei der WM waren aber auch sehr langweilig. Sind Sie schon mal im Stadion eingeschlafen?

          Manchmal sind die Augen für ein Sekündchen zugefallen. Was natürlich an den Reisestrapazen liegt. Das geht schon an die Substanz.

          Sie sind mit einem Wohnmobil unterwegs.

          Genau. Wir dürfen aber auch in Hotels schlafen, sonst wäre es auf die Dauer zu eng im Wohnmobil. Wir haben nämlich noch zwei Fahrer dabei.

          Und die Fahrer bringen Sie von Stadion zu Stadion.

          Ja. Während der Vorrunde gab es genaue Tagespläne, die die Agentur von T-Com mit uns ausgearbeitet hatte. Morgens kamen wir in der jeweiligen WM-Stadt an. Meist hatten wir dann Interviews oder wir trafen geladene Gäste, zum Beispiel auch Spieler wie Lukas Podolski oder den Teammanager Oliver Bierhoff. Und zwei Stunden vor dem Spiel ging es ins Stadion.

          An manchen Tagen haben Sie auch zwei Spiele gesehen.

          Ja, zum Beispiel die Viertelfinalpartien England gegen Portugal in Gelsenkirchen und Brasilien gegen Frankreich in Frankfurt.

          Das war bestimmt ziemlich knapp.

          Ja. Wir mußten sogar früher gehen, weil es in Gelsenkirchen zum Elfmeterschießen kam. Das war aber unsere Entscheidung: Wir wollten unbedingt das Brasilienspiel von Anfang an sehen.

          Sie spielen selbst Fußball.

          Ja, in der Oberliga Südwest für den SC Hauenstein.

          War das ausschlaggebend, um Superfan zu werden?

          Nein.

          Und wie kam es dazu?

          Thomas hatte eine Annonce entdeckt, daß T-Com das geilste WM-Ticket aller Zeiten zu vergeben hat.

          Hatten Sie versucht, über die Fifa an Tickets zu kommen?

          Ja, aber Thomas und ich hatten kein Glück. So kamen wir auf die Idee, uns als Superfans zu bewerben.

          Zu zweit?

          Ja. Man mußte sich zu zweit bewerben und beweisen, daß man der Superfan ist. Wir nahmen also einen alten weißen Golf und strichen ihn schwarz-rot-gold an. Die Felgen wurden zu Fußbällen, ins Auto kam Rasen, in den Kofferraum ein WM-Museum und aufs Dach ein großer Fußball. Zum Schluß hatten wir an die 60 Fotos von unserer Verwandlungsaktion.

          Und damit wurden Sie ausgewählt?

          Zunächst nur für ein „final casting“ in Dubai, beim Trainingslager von Bayern München. Da gab es dann noch ein Quiz und einen Konditionstest mit dem Fitnesstrainer der Bayern. Außerdem mußten wir als Jürgen Klinsmann und Joachim Löw eine Halbzeitansprache an die Mannschaft - unter anderen auch an Uli Hoeneß - richten und ein WM-Lied komponieren und vorsingen.

          Apropos Kondition: Die hat vermutlich während der WM gelitten.

          Ja, leider. Am Montag hatte ich seit Wochen meinen ersten freien Tag daheim und habe mal wieder selbst Fußball gespielt. Das ging so lala.

          Es gab wohl häufig Fast food.

          Ja. Wir können wirklich keine Stadion-Wurst mehr sehen. Zwischendurch haben wir versucht, auf Obst umzustellen. Zum Glück gibt es in den Stadien Obsttüten, da konnten wir wenigstens unser Gewicht halten.

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