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WM-Numerologie : Rechenweltmeister

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Arndt Aschenbeck ist weniger geheimnisvoll. Der Journalist, der sich im Nebenjob als Numerologe betätigt, berechnet aus Namen und Geburtsdaten von Spielern und Trainern persönliche Tageszahlen, die auf Stärken und Schwächen hindeuten. Kommt beispielsweise eine Eins oder Acht heraus, so hat der Mensch einen starken Tag, ein Neunertag ist für Fußballspieler eher negativ. "Die Neun bedeutet, daß Dinge zu Ende gehen."

Für Freitag ist Aschenbeck in seiner Vorhersage hin und her gerissen. "Von den Zahlen her sieht es nicht so gut aus für Deutschland." Die deutsche Abwehr habe zwar einen guten Tag, Podolski und Schneider aber hätten eine Neun, ebenso Klinsmann. "Podolski wird sicher kein Tor schießen, eher Klose." Für Klinsmann prognostiziert Aschenbeck gar den baldigen Rücktritt. "Klinsmann hat ein Neunerjahr, also wird er etwas abschließen." Aschenbeck gibt aber auch zu, daß er manchmal danebenliegt. "Da sind einfach zu viele Menschen im Spiel, um alles genau vorhersagen zu können." Außerdem gebe es ja noch die Euphorie in Deutschland, die "eine solche Energie erzeugt, daß sie die Nationalmannschaft nach vorne treibt".

Alle 16 Jahre wieder

Zurück zu den nachvollziehbaren Zahlenspielen. Da kursiert beispielsweise die Brehme-Ballack-Kapitäns-Theorie. 1986 sorgte Andreas Brehme mit einem Freistoß für die Führung gegen Frankreich im Halbfinale. Vier Jahre später schoß er den entscheidenden Elfmeter zum WM-Titel. Der derzeitige Kapitän Michael Ballack sorgte vor vier Jahren im Halbfinale für das 1:0 gegen Südkorea. Vier Jahre später, also 2006, müßte er demnach den entscheidenden Siegtreffer im Finale machen.

Noch nicht überzeugt? Dann existiert auch noch die Zahl 16, die bei dieser WM eine entscheidende Rolle spielen könnte. Franz Beckenbauer wurde 1974 als Spieler Weltmeister. 16 Jahre später brachte er die Nationalmannschaft auch als Trainer zum Titel. Womit wir direkt bei Jürgen Klinsmann sind. Der war 1990 als Spieler Weltmeister, jetzt sind 16 Jahre vergangen. Da ist doch klar, was folgen muß.

Auch die Brasilianer können rechnen

Schade nur, daß auch andere Nationen rechnen können. So haben die Brasilianer die Zahl 3964 für sich entdeckt. Wohin man schaut, 3964 scheint eine bedeutende Zahl für die Fußball-Weltmeisterschaft und ihre Sieger zu sein. Für die WM 2002 geht das Rezept wie folgt: Man nehme die drei Fußballnationen Deutschland, Brasilien und Argentinien und addiere jeweils die Jahreszahlen der beiden letzten gewonnenen Weltmeisterschaften. Am Beispiel Deutschlands: 1990 + 1974 = 3964. Für Argentinien gilt: 1986 + 1978 = 3964, und bei Brasilien war es 2002 noch: 1994 + 1970 = 3964. Mit Hilfe der 3964 kommt man schließlich auf den Weltmeister 2002, indem man 2002 von 3964 abzieht. Das Ergebnis ist 1962, damals hat Brasilien gewonnen. Das Dumme an dieser Art zu rechnen ist die Folge für die diesjährige WM: 3964 - 2006 = 1958. 1958 war Brasilien Weltmeister und nicht Deutschland. Wir wären demnach erst 2010 wieder dran.

Aber - da müssen die Brasilianer auch einmal ganz ehrlich sein - die Masse der Zahlen ist auf deutscher Seite. Und wenn nichts mehr hilft, gilt immer noch die Definition von Fußball, wie sie der Engländer kennt: "22 Männer rennen einem Ball nach, das Spiel dauert neunzig Minuten, und am Ende gewinnen immer die verdammten Deutschen!"

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