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WM-Kater : Aschermittwoch nach 26 tollen Tagen

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Nicht zu fassen, es ist vorbei Bild: dpa

Mit Tränen in den Augen, aber voller Stolz haben die deutschen Fußball-Fans auf das Ausscheiden im WM-Halbfinale gegen Italien reagiert. Von Flensburg bis Garmisch dankten die Menschen den Spielern und Bundestrainer Klinsmann für vier Wochen Straßenkarneval im Sommer.

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          Mit Tränen in den Augen, aber voller Stolz haben die deutschen Fußball-Fans auf das Ausscheiden im WM-Halbfinale gegen Italien reagiert. Die Niederlage riß die Nation zwar brutal aus ihren Träumen vom vierten Titelgewinn. Doch von Flensburg bis Garmisch und von Aachen bis Cottbus dankten die Menschen den Kickern von Bundestrainer Jürgen Klinsmann für vier Wochen Straßenkarneval mitten im Sommer.

          Bei der Rückkehr ins WM-Quartier im „Schloßhotel“ im Grunewald in der Nacht zum Mittwoch empfingen rund 150 Fans die Mannschaft und munterten die niedergeschlagenen Spieler mit Sprechchören auf. „Danke, dieses Jahr war so geil mit euch“ und „Oh, wie ist das schön“, schallten die Anhängern den geknickten Fußballern entgegen. Sie forderten Jürgen Klinsmann auf, die Mannschaft weiter zu betreuen und mit ihr im Jahr 2008 Europameister zu werden. Ernsthafte Vorwürfe machte der Mannschaft niemand. Die Anhänger lobten Kampfgeist, Leidenschaft und Engagement der Mannschaft: „Ihr seid die Größten, die Schönsten, die Schlausten!“ Da huschte sogar Michael Ballack ein Lächeln über das Gesicht.

          Trost statt Prügel

          Wochenlang hatten Millionen Deutsche den Traum vom Finaleinzug ekstatisch gelebt. Das abrupte Ende mit dem Tor-Doppelpack der Italiener in den letzten zwei Spielminuten schockte die Menschen. „Wir verspüren eine unendliche Leere“, sagte Teammanager Oliver Bierhoff stellvertretend für Millionen deutsche Fußballfans. Die Frustbewältigung verlief zumeist friedlich. Vereinzelt schlug die Enttäuschung aber auch in Aggressionen um. Zu einer Massenschlägerei mit rund 200 Beteiligten kam es nach dem Spiel im saarländischen Zweibrücken. Die Polizei nahm zwölf Personen in Gewahrsam. Ernsthaft verletzt wurde aber niemand.

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          In Stuttgart wurde ein Polizist im Rahmen eines Fanfestes von einer Flasche getroffen und leicht verletzt. Zuvor waren bereits 17 Personen wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung in Gewahrsam genommen worden. 30 Festnahmen verzeichneten auch die Polizei in Köln und in Frankfurt. Im Spielort Dortmund meldete die Polizei unmittelbar nach Spielende im Bereich der Innenstadt „kleinere Auseinandersetzungen einzelner Fans, die durch schnelles und konsequentes polizeiliches Einschreiten beendet wurden“. Insgesamt wurden 37 Personen fest- oder in Gewahrsam genommen.

          Trotz der Niederlage der DFB-Elf sprach die Polizei von einem „großartigen Fußballfest“. Auch in Berlin trösteten sich die meisten Menschen gegenseitig statt sich zu prügeln. Ein Busfahrer allerdings mußte seine persönliche Einschätzung des Spiels mit der eigenen Gesundheit teuer bezahlen. Er wurde von einem Fahrgast mit einer Bierflasche auf den Kopf geschlagen, nachdem er gesagt hatte, die deutschen Spieler seien nicht gut genug gewesen. Durch den Schlag verlor der 28 Jahre alte Fahrer die Kontrolle über sein Fahrzeug und streifte ein parkendes Auto. Der Täter konnte entkommen, als der Fahrer den Bus stoppte.

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