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WM-Inventar : „Wir versteigern die Eckfahnen“

  • Aktualisiert am

Auch die Eckfahne aus dem Spiel Polen gegen Ecuador steht zum Verkauf Bild: picture-alliance/ dpa

Wenn man es wegschmeißen würde, wäre das meiste wohl Sondermüll: Das Auktionshaus Dechow versteigert das Inventar aus allen zwölf WM-Stadien. Pressetribünen, Computerausstattungen, Tische und Stühle sind noch zu haben.

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          Jan Bröker ist Geschäftsführer des Hamburger Auktionshauses Dechow. Er versteigert das Inventar der Stadien aller zwölf WM-Städte.

          Herr Bröker, Sie versteigern die Inventare der Stadien aller zwölf WM-Städte. Wie sind Sie an den Auftrag gekommen?
          Das Organisationskomitee war auf der Suche nach einem Partner, der es bei der Erfassung, Bewertung und schlußendlich auch Verwertung all jener Positionen unterstützen kann, die für die WM angeschafft worden sind. Dafür haben wir ein Konzept erstellt, das offenbar überzeugend war. Jedenfalls haben wir uns gegen den einen oder anderen Wettbewerber durchgesetzt.

          Sie sind spezialisiert auf große Versteigerungen.
          Das Hamburger Auktionshaus Dechow ist auf Industrieversteigerungen spezialisiert. Unsere Klientel sind vor allem Banken, Leasing-Gesellschaften und Konzerne, die Werke schließen oder Teile ihrer Produktion aufgeben, sowie natürlich Insolvenzverwalter.

          Wenn Sie das Inventar der Stadien nicht versteigerten, wäre das meiste wohl Sondermüll?
          Ja, und genau das soll vermieden werden. Es wurde natürlich sehr vieles angeschafft, von dem man normalerweise sagen würde, das kann sonst niemand gebrauchen. Aber ganz so ist es nicht, viel von dem Inventar kann wiederverwendet werden, und sei es nur, um sich privat ein Stück WM nach Hause zu holen und sich daran zu erfreuen, selbst wenn es keinen praktischen Nutzen hat.

          Jan Bröker
          Jan Bröker : Bild: privat

          Einiges haben Sie schon versteigert.
          Ja, zum Beispiel Mobiliar über unsere Homepage, Pressetribünen, Computerausstattungen, Tische und Stühle zum Beispiel, die bei der Leichtathletik-WM 2009 in Berlin wieder eingesetzt werden oder auch bei der Weltmeisterschaft der Reiter in Aachen.

          Versteigern Sie auch die Tore, den Rasen oder die Eckfahnen?
          Rasen nein, ansonsten aber sammeln wir noch, was wir anbieten können. Auch die Betreiber der Stadien und die Städte haben an einigen Positionen Interesse bekundet, um sie vielleicht in einem Museum zu zeigen. Allerdings sind wir guter Dinge, daß wir die Eckfahnen versteigern können, auch die eine oder andere Trainerbank und vielleicht sogar ein Tor.

          Sie haben schon während der Spiele damit begonnen, das Inventar der Stadien zu erfassen und zu bewerten?
          Damit haben wir sogar schon vor dem Eröffnungsspiel begonnen.

          Und mitbieten kann jeder?
          Ja, unter anderem in Hamburg, Berlin, München und Köln. Allerdings stehen die genauen Termine noch nicht fest. Wir hoffen, daß wir spätestens in der zweiten Augusthälfte mit allem durch sind.

          Kann man auch auf ein T-Shirt von Michael Ballack oder auf ein Paar Schuhe von Ronaldinho hoffen, die im Stadion vergessen wurden?
          Nein, das denke ich eher nicht. Persönliche Dinge wird es bei unserer Versteigerung wohl nicht geben. Es würde mich aber freuen, wenn wir vielleicht einige der Wasserflaschen der Spieler versteigern könnten.

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