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WM im Internet : Globaler Kummerkasten und Stimmungsbarometer

  • Aktualisiert am

WM-Tickets gab es nur online Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Das Internet hat sich während der Fußball-WM als eines der wichtigsten Kommunikationsmedien der Fans etabliert. Die Seitenabrufe erreichten bis dato ungeahnte Größenordnungen. Cristiano Ronaldo ist der meistgesuchte Kicker.

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          Globaler Kummerkasten, Schwarzmarkt oder Stimmungsbarometer: Das Internet hat sich während der Fußball-WM als eines der wichtigsten Kommunikationsmedien der Fans etabliert. Beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) trafen nach der unglücklichen WM-Halbfinalniederlage der deutschen Nationalmannschaft gegen Italien (0:2 nach Verlängerung) im Minutentakt anerkennende Emails aus aller Welt ein.

          In rund 3000 elektronischen Botschaften aus über 16 Ländern und fünf Kontinenten wird Sympathie für den Auftritt des deutschen Team ausgedrückt, und viele User fordern: „Please keep Klinsi“ (Bitte, haltet Klinsmann). Sogar aus dem Lager der Erzrivalen Niederlande oder England kommen aufmunternde Mails mit der Bitte, weiter an Bundestrainer Jürgen Klinsmann festzuhalten.

          Die Server schwitzen

          DFB-Mediendirektor Harald Stenger freut die internationale Sympathiewelle und bedankt sich „bei allen, die uns auch in der Niederlage beistehen“. Die Website www.dfb.de wurde während der WM so häufig wie nie zuvor angeklickt: Über 40 Millionen Seitenabrufe konnte die DFB-Internetredaktion bereits zwei Tage vor dem aus deutscher Sicht abschließenden Spiel um Platz drei am Samstag in Stuttgart gegen Portugal (21 Uhr) während der WM-Wochen zählen.

          Derweil tummeln sich im Netz auch zahlreiche Fan-Initiativen, die ihrem Anliegen via Internet Gehör verschaffen. So wird auch versucht, eine Umbesetzung des Endspielkommentators in der ARD zu erreichen. Bei den zur Wahl stehenden Alternativen hat es ARD-Chefsatiriker Harald Schmidt immerhin zu Platz zwei geschafft. Auf Initiative des „Klinsmann-Supporter-Klubs“ (KSK) wurde die Internetseite www.klinsmann-muss-bleiben.de eingerichtet. Dort werden Unterschriften für einen Verbleib des Bundestrainers gesammelt. Die große Resonanz ließ die Website abstürzen: „Leider ist unsere Seite aktuell offline. Die große Unterstützung für Jürgen Klinsmann bringt unsere Server zum Schwitzen“, hieß es dort am Donnerstag.

          Ansturm auf die Suchmaschinen

          Derweil verzeichnen die kommerziellen Suchmaschinen wie „google“ oder „yahoo“ während der WM einen wahren Ansturm der Fußballfans. Beim Fifa-Partner „yahoo“ war der umstrittene Portugiese Cristiano Ronaldo (16,67 Prozent) vor Brasiliens Weltfußballer Ronaldinho (11,02) der meist gesuchte WM-Kicker. In der internen deutschen Rangliste schaffte es Michael Ballack mit 19,36 Prozent auf Platz eins vor Lukas Podolski (18, 26). Gespannt wartet man bei „yahoo“ nun auf die neuesten Zahlen zur offiziellen Website des Weltverbandes www.Fifaworldcup.com. Schon zur Halbzeit hatte der offizielle WM-Auftritt mit 2,5 Milliarden Seitenabrufen das Ergebnis der WM 2002 in Südkorea und Japan übertroffen.

          Mehr als 300.000 Fans konnte das Internet-Aktionshaus „ebay“ für eine Fan-Initiave (Motto „Small Country, Big Dream“) zu Gunsten des kleinsten WM-Teilnehmers Trinidad und Tobago gewinnen (tnt.ebay.de). Auch ansonsten führte der schwunghafte WM-Handel mit WM-Tickets, Erinnerungsstücken (Unterzeichnete Trikots, Autogrammkarten oder auch Fußballbildchen), Skurrilem (gebrauchten Lehmann Kaugummi oder WM-Luft in Dosen aus Berlin) zu einem Erfolg für „ebay“: „Wir ziehen ein sehr positives Fazit aus der WM“, so Unternehmenssprecher Alexander Lengen.

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