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WM-freie Tage : Zärtlichkeiten oder eine Massage

  • Aktualisiert am

„Wichtig ist, daß Paare etwas gemeinsam machen. Das kann auch Fußball sein.” Bild: picture-alliance/ dpa

Erster fußballfreier Tag seit dem 8. Juni. Nach 19 WM-Spieltagen mit 56 Partien ist es nun an der Zeit, etwas für die Liebe zu tun - bevor es zum großen Streit kommt.

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          Wenn 19 WM-Spieltage mit 56 Partien in Folge die Partnerschaft belastet haben, ist mit den nun anstehenden zwei spielfreien Tagen die Zeit gekommen, um wieder etwas für die Liebe zu tun. „Das ist die passende Gelegenheit, aufs Beziehungskonto einzuzahlen“, sagt der Psychologe Christoph Kröger von der TU Braunschweig. Denn so mancher leidenschaftliche Fußballanhänger hat in den vergangenen drei Wochen zwar den Ball nicht aus den Augen verloren, dafür aber keinen Blick mehr auf seine Partnerin geworfen.

          „Die Männer sollten überlegen, wie sie ihren Frauen wieder Genuß und Liebe vermitteln können. Wobei Zärtlichkeiten oder eine Massage wirkungsvoller sind als ein Blumenstrauß“, sagt Kröger. Das Fußballfieber der vergangenen Wochen könne ein zusätzlicher Stressfaktor für Beziehungen gewesen sein, das müsse aber nicht zwangsläufig so sein: „Wichtig ist, daß Paare etwas gemeinsam machen. Das kann auch Fußball sein.“ So läuft es jedoch in vielen Partnerschaften nicht. Statt dessen löst die Fußball-Leidenschaft der Männer in vorbelasteten Partnerschaften oft zusätzlichen Ärger aus.

          „Am 10. Juli ist alles vorbei“

          In solchen Fällen kommt der Paartherapeut Volker van den Boom zum Zuge. Der Aachener Psychotherapeut bietet während der WM eine Notfallhilfe für fußballgeschädigte Paare an: „Ich begebe mich zu ihnen in die Fußball-Situation und bespreche mit ihnen, was sie bis zum Ende der WM besser machen können, um weiteren Streit zu vermeiden.“ Die Idee zur Notfallhilfe hatte van den Boom nach den letzten Fußball-Großereignissen wie der Europameisterschaft 2004 und der WM 2002. „Anschließend kamen viele Paare zu mir. Sie hatten die Zeit, in der es auf dem Rasen hoch herging, nicht verkraftet.“

          Wenn der Ball rollt, kochen oft lange gärende Streitthemen auf. Deshalb empfiehlt der Therapeut: Paare, bei denen ein Partner nicht an der WM interessiert ist, sollten vorübergehend getrennte Wege gehen. Schwieriger werde es, wenn beide Seiten fußballverrückt sind und „fachgerechte Differenzen“ entstünden: „Diese Paare nehmen es oft viel zu ernst, wenn es ernst wird.“ Das sei vor allem in den jüngeren Generationen unter 30 der Fall. Van den Booms erster wie wichtigster Tip für Betroffene: „Man sollte niemals vergessen, daß es sich beim Fußball nur um ein Spiel handelt. Am 10.Juli ist alles vorbei.“

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