https://www.faz.net/-g9o-rzdk

WM 2006 : Berlin macht eigene Eröffnungsfeier

  • Aktualisiert am

Neuer Ort für Berliner Fußball-Party Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Berlin wird nach Absage der offiziellen Gala eine eigene Eröffnungsfeier zum Beginn der Fußball-WM am Brandenburger Tor veranstalten. Die Fifa wird sich nach langem Hin und Her mit einer Million Euro an den Kosten beteiligen.

          In Berlin wird es nun doch eine Eröffnungsfeier für die Fußball-Weltmeisterschaft geben - allerdings ohne offiziellen Anstrich, jedoch mit Geld von der Fifa. Am 7. Juni, zwei Tage vor dem WM-Eröffnungsspiel Deutschland gegen Costa Rica in München, soll am Brandenburger Tor groß gefeiert werden, kündigte der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit am Dienstag an.

          „Wir tun das nicht nur für Berlin, wir tun das für die Republik“, betonte der SPD-Politiker, der sich Abend doch noch über finanzielle Zuwendungen des Weltfußballverbandes freuen konnte. Die Fifa wird sich mit einer Million Euro an den Kosten des Fests beteiligen. Das teilte der Senat um kurz nach 18 Uhr mit. Fifa-Generalsekretär Urs Linsi habe nach einem Gespräch mit Wowereit eingelenkt. Zunächst hatte die Fifa erklärt, das Fest nur strategisch zu unterstützen, wollte jedoch keinen Zuschuß gewähren. „Nach Absage der Gala ist das mit Abstand die beste Nachricht“, kommentierte Bernd Schiphorst, Chef des Berliner WM-Organisationskomitees, die neue Lösung, die aber schwer über eine regionale Ersatzrolle hinaus kommen dürfte.

          „Komplexe Gemengelage“ führte zur Streichung

          Wowereit will weitere Gelder für die Feier bei der Lotto-Stiftung beantragen und um Sponsoren werben. Bisher stehen weder ein Veranstalter noch das Programm für die Party fest. Er geht davon aus, daß hunderttausende Berliner und WM-Gäste kommen werden. Die ursprünglich für den 7. Juni geplante große Gala von André Heller im Berliner Olympiastadion hatte der Weltfußballverband überraschend abgesagt.

          Nach Ansicht von DFB-Präsident Theo Zwanziger hatte die Absage vielfältige Gründe. Neben der Sorge um den Rasen habe eine „komplexe Gemengelage“ zur Streichung der Mega-Show geführt, sagte der Vize-Präsident des WM-Organisationskomitees der „Süddeutschen Zeitung“ (Dienstag). Der schleppende Kartenvorverkauf und inhaltliche Aspekte waren anscheinend weitere Motive. „Die Fifa hat wohl gemerkt, wie schwierig es wird, das Olympiastadion voll zu bekommen“, sagte Zwanziger. „Sie kannte ja Hellers Pläne, und seine Show hätte sicher noch etwas Exorbitantes gebraucht, um bei der breiten Masse anzukommen. Das Konzept war wohl nicht so, daß sich jeder gleich drauf stürzt“, sagte der Jurist.

          „Der Rasen ist sicher nicht schuld“

          Auch Wowereit kritisierte: „Die offiziellen Gründen sind wohl vorgeschoben. Der Rasen ist sicher nicht schuld.“ Er habe den Eindruck, daß andere Interessen geschont werden sollen. Gerüchte über einen Einfluß von Weltmeister Brasilien, der am 13. Juni gegen Kroatien das erste WM-Spiel im Olympiastadion bestreitet, wurden vom Fußballverband des südamerikanischen Landes dementiert. Man habe „mit der Absage der WM-Gala nichts zu tun“.

          Die Fifa muß derweil keine Schadenersatzforderungen durch die Berliner Olympiastadion GmbH fürchten. „Wir verklagen niemanden“, sagte Geschäftsführer Peter von Löbbecke am Dienstag der dpa. Der Berliner Stadionchef verwies auf einen Vertrag der Olympiastadion GmbH mit der Fifa, nach dem im Vorfeld der Gala bestimmte Arbeiten erledigt werden mußten. „Daß man die in Rechnung stellt, ist nichts besonderes“, fügte von Löbbecke hinzu. Zuvor hatte bereits der Senat der Hauptstadt erklärt, daß das Land Berlin keine Schadenersatzansprüche gegen die Fifa geltend machen wird.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Hat sich zum Zwei-Prozent-Ziel der Nato-Staaten bekannt: Annegret Kramp-Karrenbauer

          Akks Wehretat : Der Streit schwelt weiter

          Die neue Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer bekräftigt das Ziel der Nato, dass die Verteidigungsausgaben steigen sollen. Das provoziert Widerstand – in der Opposition und selbst beim Koalitionspartner.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.