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Sicherheit : Schwere Ausschreitungen in Stuttgart

  • Aktualisiert am

Festnahmen: Aus Fans wurden aggressive Randalierer Bild: dpa

In Stuttgart hat die Polizei vorübergehend 500 englische Randalierer in Gewahrsam genommen. Im Stadtzentrum war es zu heftigen Schlägereien zwischen deutschen Krawallmachern und britischen Rowdies gekommen.

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          Nach den schweren Zwischenfällen mit deutschen Hooligans in Dortmund und Köln haben nun erstmals auch englische Rowdies massiv für Unruhe gesorgt. Bis zum Morgen vor dem Achtelfinale zwischen England und Ecuador nahm die Polizei in Stuttgart nach Randalen am Samstag und in der Nacht zum Sonntag 378 zumeist stark alkoholisierte Fans in Gewahrsam.

          „Konsequentes Durchgreifen der Polizei hat Schlimmeres verhindert“, faßte Polizeisprecher Uwe Schmid die Lage zusammen. In der Innenstadt auf dem Schloßplatz, wo etwa 40.000 Menschen das Deutschland-Spiel auf Großbildleinwänden verfolgten, hatte die Polizei konsequent durchgreifen müssen. Sechs Personen wurden verletzt. Nach Polizeiangaben waren 300 Engländer und 300 Deutsche an den Auseinandersetzungen beteiligt. Unter den Festgenommenen befanden sich fast ausschließlich Briten. Die Randalierer, die wie schon in Dortmund und Köln vorübergehend eingekesselt wurden, hatten unter anderem Passanten mit Flaschen, Tischen und anderen Gegenständen beworfen.

          Am Spieltag versammelten sich schon Stunden vor dem Spiel wieder an die 20.000 englische Fans auf dem Schloßplatz, doch zu Auseinandersetzungen kam es zunächst nicht. „Wie die Leute das bei diesen Temperaturen und unter Alkoholeinfluß dort stundenlang aushalten wollen, ist mir schleierhaft“, sagte Polizeisprecher Olef Petersen: „Die Anreise in die Stadt ist aber sehr ruhig verlaufen.“ Auch in den ersten Stunden nach der Partie zwischen England und Ecuador (1:0) hatte die Polizei keine nennenswerten Zwischenfälle zu vermelden.

          Hartes Durchgreifen der Polizei
          Hartes Durchgreifen der Polizei : Bild: REUTERS

          Bereits im Umfeld der Vorrundenspiele zwischen Deutschland und Polen in Dortmund sowie zwischen England und Schweden in Köln waren insgesamt 566 Personen vorübergehend festgenommen worden. Michael Endler, Leiter der in der bundesweiten Sicherheitskoordination federführenden Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS) in Neuss, hatte die Polizei nach der insgesamt relativ friedlich verlaufenen Vorrunde vor Nachlässigkeit gewarnt. „Wir haben keinen Grund, uns zurückzulehnen und müssen weiter äußerst wachsam sein. Niemand hat eine Glaskugel, in der angezeigt wird, wie es in den nächsten Tagen aussieht“, meinte der Polizeidirektor.

          Das Zwischenfazit von Endler fiel allerdings äußerst positiv aus. Kein einziges der im Vorfeld heraufbeschworenen Horrorszenarien hätte sich bislang bestätigt. Endler meint, daß die Polizei in einem großen Maß für den bislang erfolgreichen WM-Verlauf verantwortlich ist. Die Polizei gebe eine „kaum noch zu verbessernde Visitenkarte“ ab.

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