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Politiker über die Fußball-Niederlage : „Sie haben sich trotzdem in die Herzen der Deutschen gespielt“

  • Aktualisiert am

„Schade” - Die Kanzlerin und der Bundespräsident Bild: AP

Bundespräsident Köhler hat der deutschen Auswahl nach der Halbfinalniederlage gegen Italien Mut gemacht. „Unser Land hat in seiner Fußballnationalmannschaft ein neues Vorbild gefunden“, schrieb er an Bundestrainer Klinsmann. Die Reaktionen der Politiker.

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          Bundespräsident Horst Köhler hat der deutschen Nationalmannschaft nach der Halbfinalniederlage gegen Italien Mut gemacht. „Es hat nicht gereicht - aber Sie haben sich trotzdem in die Herzen der Deutschen gespielt!“ schrieb Köhler am Mittwoch an Bundestrainer Jürgen Klinsmann und dessen Team. „Unser Land hat in seiner Fußballnationalmannschaft ein neues Vorbild gefunden, und Sie haben für Deutschland viele neue Freunde im Ausland gewonnen.“

          Die Mannschaft habe „wunderbar ideenreich und selbstbewußt gespielt“, schrieb Köhler. „Diese Mannschaft ist bei weitem noch nicht am Ende ihrer Möglichkeiten. Nach dem Spiel ist vor dem Spiel.“ Er sei sicher, so Köhler, daß die Spieler bei der nächsten Europameisterschaft wieder Großes leisteten. Kurz nach Spielende hatte Köhler zusammen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Nationalspieler in ihrer Kabine besucht.

          „So gelingt Integration“

          Der „Bild“-Zeitung sagte Köhler: „Die Deutschen identifizieren sich mit ihrem Land und seinen Nationalfarben. Das finde ich großartig.“ Den Patriotismus mögen sich die Deutschen auch nach der Fußball-WM bewahren, hoffte Köhler. Zwar lasse sich Patriotismus nicht verordnen, es sei aber schön, wenn er da sei. „Dann gibt er Halt“. Schließlich verriet Köhler: „Ich finde gut, daß ich nicht mehr der einzige bin mit einer Flagge am Auto.“

          Da konnte sie noch lachen: Vor dem Spiel mit Italiens Premier Prodi
          Da konnte sie noch lachen: Vor dem Spiel mit Italiens Premier Prodi : Bild: dpa

          Aus der Fußball-WM ergebe sich eine neue Chance für die Integration von Ausländern, sagte der Bundespräsident und begründete das vor allem mit dem Verhalten der in Deutschland lebenden Türken. Bei vielen Begegnungen mit Jugendlichen türkischer Abstammung hätten diese auf die Frage, wem sie bei der WM die Daumen drückten, „ganz selbstverständlich“ geantwortet: „Deutschland natürlich.“ Köhler: „Etwas Besseres kann uns gar nicht passieren. So gelingt Integration.“

          Diesem Thema hätten die Deutschen in der Vergangenheit nicht genug Aufmerksamkeit geschenkt, bemängelte Köhler. „Es wird Zeit, daß wir allen Einwanderern, die sich zu unserem Land und unserer Verfassung bekennen, ein Angebot machen, sie mit offenen Armen in unsere Gesellschaft integrieren.“

          Weitere Kommentare nach dem Halbfinal-Spiel gegen Italien:

          „Schade. Es war ein super Spiel. Leider hat es nicht ganz gereicht, aber diese Mannschaft kann noch viel schaffen.“
          ( Angela Merkel , Bundeskanzlerin, CDU)

          „Ein Super-Spiel der deutschen Mannschaft, die leidenschaftlichen Fußball gezeigt hat. Der Zusammenhalt im Land während der WM wird nach dem Spiel mit der großen Leistung der deutschen Mannschaft bestehen bleiben.“
          ( Edmund Stoiber , CSU-Vorsitzender und bayerischer Ministerpräsident)

          „Beide Mannschaften haben großartig gespielt. Es war ein tolles Spiel. Am Schluß hat der Glücklichere gewonnen. Wir haben eine tolle deutsche Nationalmannschaft gesehen. Und wir erleben ein tolles Fest.“
          ( Wolfgang Schäuble , Bundesinnenminister, CDU)

          „Es war ein spannendes Spiel, die Italiener waren aber torgefährlicher. Ich hätte mich auf ein Elfmeterschießen gefreut. Wir haben das Spiel weitgehend geprägt, aber vor dem Tor waren wir nicht gefährlich genug.“
          ( Günther Oettinger , Ministerpräsident von Baden-Württemberg, CDU)

          „Kopf hoch, Jürgen Klinsmann! Diese Niederlage tut weh, aber wir sind unheimlich stolz auf Euch. Die Mannschaft hat sich große Sympathien erworben und eine große Zukunft vor sich. Dank den „Klinsmännern“ ist bei uns ein völlig neues Wir-Gefühl entstanden.“
          ( Peter Harry Carstensen , Schleswig-Holsteins Ministerpräsident, CDU)

          „Die deutsche Mannschaft hat toll gekämpft bis zum Schluß. So darf man ausscheiden. Wir sind ein guter Verlierer, und Berlin wird der WM ein wunderbares Finale bereiten.“
          ( Klaus Wowereit , Berlins Regierender Bürgermeister, SPD)

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