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Kofi Annan : „Welt hat keine Angst mehr vor Patriotismus in Deutschland“

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Annan mit Bundespräsident Köhler: „Vereinigtes und glückliches Volk” Bild: AP

UN-Generalsekretär Kofi Annan hat den Gastgeber nach der Fußball-WM in höchsten Tönen gelobt: Die Welt habe keine Angst mehr vor übertriebenem Patriotismus in Deutschland und ein vereinigtes und glückliches Volk erlebt.

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          Zahlreiche Politiker haben sich am Montag positiv darüber geäußert, daß die Fußball-Weltmeisterschaft Deutschland verändert habe. UN-Generalsekretär Kofi Annan hat Deutschland für die Ausrichtung der Fußball-Weltmeisterschaft gelobt. „Die ganze Welt hat auf den Ball und auf Deutschland geblickt. Ich muß sagen, was ich gesehen und gehört habe: Es ist ein der besten Weltmeisterschaften, die es je gegeben hat.

          „Der freundschaftliche Geist ist hier wirklich aufgegangen“, sagte Annan am Montag in der ARD. Die Welt habe keine Angst mehr vor übertriebenem Patriotismus in Deutschland und ein vereinigtes und glückliches Volk erlebt, sagte Annan. „Es war wundervoll, wie die Nation hinter dieser glorreichen Anstrengung vereint war.“

          „Selbstverwandlung“ der Deutschen

          Außenminister Steinmeier sprach von einer „Selbstverwandlung“ der Deutschen und sagte im Fernsehen, die WM habe Deutschland neues Ansehen eingebracht. Voll des Lobes seien die vielen Staatsmänner gewesen, die Deutschland während der Weltmeisterschaft besucht hätten. Mit guter Organisation hätten alle gerechnet und von Deutschland nichts anderes erwartet, sagte Steinmeier. Nicht erwartet habe das Ausland aber die Begeisterungsfähigkeit, Offenheit und Toleranz, wie sie während der Spiele sichtbar geworden sei.

          Bundespräsident Köhler äußerte: „Man sieht auch, daß wir uns zu unserer Fahne bekennen, ohne daß wir daraus jetzt eine politische Großaktion machen eines neuen Nationalismus. Die Menschen, das Publikum haben uns gezeigt, was guter Patriotismus ist.“ Bundeskanzlerin Merkel ließ einen Brief in der „Bild“-Zeitung veröffentlichen, in welchem sie der Nationalmannschaft und dem Trainer Klinsmann dankte, aber auch allen Bürgern für ihre „unglaubliche Begeisterung und Gastfreundschaft. Sie sind wahre Botschafterinnen und Botschafter unseres Landes! Das ist die beste Werbung für unser Land.“

          „Selbstbewußte Leichtigkeit“

          SPD-Generalsekretär Heil sagte: „Diese Fußball-Weltmeisterschaft hat Deutschland verändert“. Sie habe ein positives Bild und eine Stimmung vermittelt, die jetzt „politisch unterfüttert“ werden solle, forderte er. Vom Fußball könne man lernen, „sich nicht kurzfristig von Schlagzeilen umblasen zu lassen und den eigenen Kraft zu vertrauen“, sagte Heil in Anspielung auf die anfängliche Kritik an Klinsmann und dessen neuen Methoden.

          Die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Knobloch, sagte: „Ich habe selten ein natürlicheres Verhältnis eines Volkes zu seinem Land gesehen. Die selbstbewußte Leichtigkeit, mit der die Nationalfarben auf Wangen und um die Schultern getragen wurden, war einfach schön“, sagte Knobloch.

          Merkel hob die organisatorische Leistung der WM-Städte und der Sicherheitsdienste hervor. Innenminister Schäuble (CDU) sagte im Deutschlandfunk: „Wir haben wirklich ein gutes Sicherheitskonzept gehabt, und wir haben das Glück gehabt, daß es zu 100 Prozent aufgegangen ist.“ Innenminister der Bundesländer lobten zudem am Montag die Arbeit der Polizei und zeigten sich erfreut über den Erfolg der Sicherheitskonzepte.

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