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Fußball-WM : Im Flaggezeigen schon mal Weltmeister

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Schwarz-Rot-Gold, wohin man auch sieht Bild: F.A.Z.- Bergmann

Die Schwarz-Rot-Gold-Mode erfaßt Deutschland. Auch in Frankfurt gibt es praktisch kein Haus, keine Straße, kein Viertel mehr, das nicht mindestens mit einem kleinen Deutschland-Wimpel geschmückt wäre.

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          Heute abend könnte schon alles vorbei sein. Nur mal angenommen, die Schweden sind stark. So stark, daß sie das Unmögliche schaffen und die Deutschen schlagen. Dann wäre das Turnier für Ballack, Klose und Co. vorbei - die Begeisterung im Lande dürfte allerdings anhalten. Und die Millionen von Fahnen, Flaggen und Fähnchen, die auch noch im letzten Winkel der Republik hängen, werden so schnell wohl nicht verschwinden. Mindestens bis zum Endspiel in zwei Wochen bleibt Deutschland in Schwarz-Rot-Gold.

          Auch in Frankfurt gibt es praktisch kein Haus, keine Straße, kein Viertel mehr, das nicht mindestens mit einem kleinen Deutschland-Wimpel geschmückt wäre. Das triste Grau der Hochhausfassaden und Plattenbauten verschwindet hinter schwarz-rot-goldenen Fahnen. Die Eingänge mancher Kneipe sind vor lauter Wimpeln, Fähnchen und anderen Fan-Accessoires kaum noch auszumachen. Schatten auf Balkonen spenden in diesen Tagen nicht mehr nur Sonnenschirme, sondern oft auch eine Flagge mit den deutschen Farben.

          Run auf Autowimpel

          Und auch der Mensch selbst bleibt vom grassierenden Nationalfarben-Fieber nicht verschont: Er trägt Schwarz-Rot-Gold als bunte Kriegsbemalung im Gesicht, als Mütze auf dem Kopf, als eingefärbte Sonnenbrille, in allen Varianten auf dem T-Shirt oder gar als wallenden Umhang. Dabei trifft es offenbar nicht nur ausgewiesene Fußball-Fanatiker - auch Leute, die dem Kick auf dem grünen Rasen sonst eher distanziert gegenüberstehen, hat die Welle erfaßt. Die kleine Fahne am Auto beispielsweise gehört inzwischen schon fast zum guten Ton.

          Marbachweg, Eckenheim
          Marbachweg, Eckenheim : Bild: F.A.Z. - Zimmermann

          Die Begeisterung für das Nationalsymbol ist so groß, daß mancher Händler schon über Engpässe klagte. Zu groß war der Run auf Autowimpel und dergleichen. Doch keine Sorge: Noch ist die dreifarbige Fahne in jeder Form und Größe und nahezu überall zu haben. An Tankstellen liegen stapelweise die allseits beliebten handlichen Flaggen fürs Auto herum. Mit 3,50 Euro ist jeder dabei und für den nächsten Autokorso gerüstet. Doch es geht natürlich auch größer, Supermärkte und fliegende Händler erfüllen nahezu jeden Wunsch: Fahnen im Handtaschenformat sind ebenso im Angebot wie Ungetüme, die sogar im Stadion nicht mehr erlaubt sind.

          Selbst vor den ausländischen Mitbürgern macht die Schwarz-Rot-Gold-Mode nicht halt - nationale Zugehörigkeit spielt keine Rolle. In den Dönerbuden im Bahnhofsviertel hängen deutsche Fahnen, die Besitzer im deutschen Trikot und mit deutscher Trikolore auf der Wange davor. Die Deutschland-Fahne als Kopftuch kombiniert mit orientalischem Gewand - auch das keine Seltenheit. So gesehen, ist es eigentlich egal, ob die Klinsmann-Truppe die Schweden besiegt oder nicht - der große Gewinner steht längst fest: Schwarz-Rot-Gold.

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