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Fußball : Erst gescholten, jetzt gelobt - die WM-Arena Frankfurt

Nach vier WM-Spielen sehr zufrieden: Stadion-Manager Naß Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Vier Spiele, ein Fazit: Die Frankfurter Macher versprühen in diesen Tagen beste Laune, „weil alles prima läuft“. Mehr noch: In allen bisher vorliegenden Zahlen und Statistiken zu Umsatz und Marketing liegt Frankfurt auf Platz drei.

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          Auch die Sache mit Maradona haben sie letztlich souverän geregelt. „Seine Entourage war vierzehn Personen stark, doch nur vier haben wir ins Stadion gelassen.“ Winfried Naß, Geschäftsführer der Frankfurter Außenstelle des WM-Organisationskomitees, ist nicht nur mit der Abwicklung des vierten Frankfurter WM-Spiels zwischen Argentinien und der Niederlande zufrieden. „Maradona hat sich über die vier Tickets gefreut“, sagt Naß. „Schließlich hat er sogar noch ein Küßchen von der Prinzessin bekommen.“

          Ralf Weitbrecht
          Sportredakteur.

          Vier Spiele, ein Fazit: Die Frankfurter Macher versprühen in diesen Tagen beste Laune, „weil alles prima läuft“, wie Naß sagt. Mehr noch: In allen bisher vorliegenden Zahlen und Statistiken zu Umsatz und Marketing liegt der Standort Frankfurt auf Platz drei. Hinter München und Berlin, wo bekanntlich die weitaus größeren Arenen stehen. Aber noch vor Dortmund, Gelsenkirchen, Hamburg und Stuttgart. Frankfurt als die Nummer drei im Konzert der zwölf deutschen WM-Standorte zu sehen, erfüllt die Verantwortlichen mit Stolz. „Alles läuft entspannt und reibungslos“, sagt Naß. Patrik Meyer, Geschäftsführer der Stadion Frankfurt Management, ergänzt in einer ersten Zwischenbilanz nach den vier absolvierten ausverkauften Vorrundenspielen: „Bei Konferenzen mit den anderen Städten heißt es von Fifa-Seite: Hier ist Frankfurt, hier ist eine der besten Arenen.“

          Zahl der Akkreditierungen rekordverdächtig

          Warum das so ist? Vielleicht liegt es an der „skandinavischen Coolness“, die Naß bei seinem finnischen Fifa-Vorgesetzten Lennart Wangel bemerkt haben will, der als General Coordinator das letzte Wort in Frankfurt hat. Vielleicht liegt es an der Arbeit der 1400 Volunteers und Ordnungskräfte, die Spiel für Spiel ihren ehrenamtlichen Dienst versehen. Vielleicht liegt es aber auch daran, daß sich die Arena, anders als es die Untersuchung der Stiftung Warentest behauptete, doch in einem guten Zustand befindet. „Erst gescholten, jetzt gelobt“, sagt Meyer, der am Mittwoch abend, als „Prominente ohne Ende“ die VIP-Räumlichkeiten bevölkerten, in lauter zufriedene Gesichter blicken konnte. Auch in das von Michel Platini, dem sogenannten „Head of Delegation“ des internationalen Fußballverbandes Fifa.

          Rekordverdächtig ist auch die Zahl der Akkreditierungen, die im Center in der Tennishalle vorgenommen worden sind. Danach haben sich 12 000 Personen, soviele wie an keinem anderen Ort, ihre spezielle Zugangsberechtigung in Frankfurt abgeholt. 1122 sogar an einem Tag, was ebenfalls eine Bestmarke darstellt. Pressechef Dieter Hochgesand hat 4000 Journalisten aus 100 Nationen kommen und gehen gesehen, darunter einen Fotoreporter aus Japan, dessen unglaubliche, aber wahre Geschichte er vermutlich nie mehr vergessen wird. Der Japaner also kam mit einer mit deutschem Text besprochenen Playstation in Hochgesands Büro und spielte drei Sätze ab. Erster Satz: „Können Sie mir ein Ticket besorgen?“ Zweiter Satz: „Sie sind wunderschön.“ Dritter Satz: „Wie sind die Schneeverhältnisse in den Alpen?“

          „Ein überflüssiger Dissens“ um Eintracht-Logo

          In die Büros der Frankfurter Eintracht, die bekanntlich in der Westtribüne der Arena liegen, sind die Fifa-Verantwortlichen zwar nicht gekommen. Doch weil sie das Schild mit dem Aufdruck „Geschäftsstelle Eintracht Frankfurt Fußball AG“ als zu werbeintensiv empfanden, mußte Naß es überkleben lassen. „Ein überflüssiger Dissens, gegen den wir sogar schriftlich protestiert haben.“ Aber sonst? In der Zeltstadt vor der Haupttribüne sorgten zuletzt beim Spiel der Argentinier 8000 Gäste für Rekordzahlen.

          Am 1. Juli, wenn sich mutmaßlich die beiden Viertelfinalpartner Brasilien und Spanien im fünften und letzten Frankfurter WM-Spiel gegenüberstehen, soll die durchweg positive Frankfurter Zwischenbilanz einen nochmaligen und endgültigen Schub erfahren.

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