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Fanfeste : WM-Parties bis tief in die Nacht

  • Aktualisiert am

Sommer 2006: Deutschland eine Fanmeile Bild: dpa

Berlin bleibt Fan-Hauptstadt, doch Jubel-Staus gab es auch in München, Düsseldorf, Leipzig und jeder mittleren Kleinstadt mit Fernsehanschluß und Kreisverkehr - die Polizei drückte Augen und Ohren zu und ließ die Fahnen schwenkenden Fans gewähren.

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          Berlin bleibt Fan-Hauptstadt: Nach dem Sieg im Elfmeterschießen gegen Argentinien haben Hunderttausende Anhänger der Klinsmann-Elf bis tief in die Nacht zum Samstag gefeiert. Der Kurfürstendamm wurde gesperrt und zur Partyzone erklärt. Die Fans führten dort wie auf der WM-Meile zwischen Brandenburger Tor und der Siegessäule ausgelassene Freudentänze auf und tauchten die Straßen in ein schwarz-rot-goldenes Fahnenmeer.

          Sofort nach Spielende setzten sich überall in der Stadt - ob auf dem Ku'damm oder dem Tempelhofer Damm - hupend Autos in Bewegung. Rund um die Gedächtniskirche gab es lange Staus. Am Samstag zog die Polizei eine positive Bilanz: „Es war eine schöne, eine friedliche Fußballnacht“, hieß es. Noch am Morgen zogen die Deutschlandfans sichtlich übernächtigt durch die Innenstadt. Beim letzten, verschossenen Elfmeter des Argentiniers Esteban Cambiasso brach auf der WM-Meile ein minutenlanger, ohrenbetäubender Jubelschrei aus. Die Schlachtenbummler lagen sich in den Armen und zogen zu „Deutschland, Deutschland“-durch die Straße des 17. Juni.

          Autokorsos überall - Fanfeste dicht

          Auch in anderen deutschen Städten haben Millionen deutsche Fans in der Nacht zum Samstag den Einzug der Nationalmannschaft ins Halbfinale ausgelassen und meist friedlich gefeiert. Zur WM-Party nach dem 5:3-Fußballkrimi gegen Argentinien gab es Autokorsos, Freudentänze, „Lehmann“-Rufe zu Ehren des Torwarthelden - und reichlich Bier.

          Sommer 2006: Deutschland eine Fanmeile Bilderstrecke

          Jubel-Staus gab es auch auf der Leopoldstraße in München- Schwabing, in Dortmund, Düsseldorf, Köln, Gelsenkirchen, Nürnberg, Magdeburg, Halle oder Leipzig - die Polizei drückte Augen und Ohren zu und ließ die Fahnen schwenkenden, singenden und lachenden Fans bei ihrer Tour über die Boulevards und Plätze meist gewähren. Schon Stunden vor Anpfiff am Freitag hatte der Ansturm auf die Partymeilen begonnen. Stuttgart, Frankfurt, Hamburg, Dortmund meldeten fast zeitgleich: Die Fanfeste sind dicht.

          53 Krawallmacher aus dem Verkehr gezogen

          Für die Polizei verlief die Fußballnacht meist ohne Probleme. Mit besonderer Spannung blickten die Sicherheitskräfte am Samstag nach Gelsenkirchen. Am Schauplatz der Partie England-Portugal griffen die Beamten bei Auseinandersetzungen zwischen etwa 1000 deutschen und englischen Fans ein. Nach gegenseitigen Provokationen waren die meist alkoholisierten Schlachtenbummler rund um den Hauptbahnhof aneinander geraten. Rund 53 Krawallmacher beider Seiten - überwiegend Deutsche - wurden aus dem Verkehr gezogen. Gegen Mitternacht hatte sich die Lage wieder normalisiert, bis zum Morgen blieb es ruhig.

          Zum Viertelfinale wurden in der Ruhrgebietsstadt etwa 80.000 Engländer und 20.000 Portugal-Fans erwartet. Da nur rund 30.000 Engländer und etwa 7000 Portugiesen Karten für das WM-Stadion haben, wurde die Zahl der Videowand-Plätze erheblich ausgeweitet. In Frankfurt wurde unterdessen mit Zehntausenden Brasilianern und Frankreich-Fans gerechnet.

          Nur drei Festnahmen in Berlin

          Für Berlin, Schauplatz des Finales am 9. Juli, verlief das fünfte WM-Spiel wie am Schnürchen. Die Polizei war mit rund 6000 Beamten im Einsatz, kleine Handgreiflichkeiten wurden rasch geschlichtet. Auf der Meile gab es lediglich drei Festnahmen wegen Körperverletzung.

          Die Lagemeldungen aus dem Führungsstab lasen sich wie ein trockener Kommentar: „Stimmung unter den deutschen Fans wird auf Grund des Spielstandes schlechter (18.36 Uhr).“ Und später: „Besser werdende Stimmung unter den deutschen Fans nach aktuellem Spielstand (18.42 Uhr).“

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