https://www.faz.net/-g9o-sjhb

Fan-Randale : Deutsche Hooligans haben es auf englische Fans abgesehen

  • Aktualisiert am

Die meisten abgeführten Fans waren Deutsche Bild: dpa

Vor allem deutsche Randalierer wurden nach dem Spiel England gegen Schweden festgenommen. Laut Polizei haben es deutsche Hooligans gezielt auf englische Fans abgesehen. Doch die lassen sich bisher nicht provozieren.

          2 Min.

          Deutsche Hooligans suchen bei der Fußball-Weltmeisterschaft nach Erkenntnissen der Polizei gezielt die Auseinandersetzung mit englischen Fans. Beim Spiel England gegen Schweden (2:2) in Köln seien am Mittwoch Angriffe auf Engländer aber durch das Eingreifen der Polizei verhindert worden. In allen anderen Großstädten blieb es friedlich. Angesichts der nur sehr vereinzelten Zwischenfälle zogen die Sicherheitsbehörden eine positive Zwischenbilanz. Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble sagte, er erwarte auch weiterhin keine Gewalt.

          Die Polizei hatte am Rande des Weltmeisterschaftsspiels in Köln 43 deutsche Hooligans aufgegriffen. Diese hätten nach Informationen der Beamten unter Führung bekannter Gewalttäter aus Köln einfache englische Fans provozieren und attackieren wollen, sagte Einsatzleiter Dieter Klinger in Köln. Schon beim Spiel England gegen Paraguay in Frankfurt habe die Polizei Informationen über Pläne für Angriffe auf Engländer erhalten. Diese hätten aber ebenfalls verhindert werden können. Es sei noch unklar, ob es auch für das kommende Spiel der englischen Elf gegen Ecuador in Stuttgart, das erst seit Dienstag feststeht, solche Pläne gebe.

          Gelassenheit in Stuttgart

          Dort sehen die Sicherheitsbehörden einem möglichen Ansturm englischer Fans nach Worten von Bürgermeister Martin Schairer gelassen entgegen. „Wir sind vorbereitet“, sagte er. Niemand müsse Sorgen haben. „Mit keinem anderen Land gibt es einen so guten polizeilichen Austausch, der auch schon bei den Champions-League-Spielen hervorragend geklappt hat.“

          Randale in Kölns City: Die Polizei greift durch
          Randale in Kölns City: Die Polizei greift durch : Bild: dpa

          Rund um das Spiel in Köln nahm die Polizei am Dienstag nach Angaben von Polizeipräsident Klaus Steffenhagen 16 Menschen fest und 121 in Gewahrsam. Zwei Beamte seien dabei verletzt worden. „Richtigen Ärger machten nicht Schweden oder Engländer, sondern deutsche Landsleute“, sagte Steffenhagen. „Mein Lob gilt den englischen Fans, die zwar lautstark und trinkfest waren, uns aber kaum Probleme bereitet haben - das gleiche gilt auch für die Schweden.“ Bei einer Polizeiaktion in einer Gaststätte in der Kölner Innenstadt seien 18 deutsche Hooligans festgesetzt worden. Bei diesem Einsatz seien auch Flaschen, Tische und Stühle auf Beamte geschleudert worden. Dabei seien auch Fans verletzt worden, die von den Wurfgeschossen getroffen wurden.

          In allen Spielorten friedliche Feste

          In Berlin, Frankfurt, Stuttgart, München und anderen Großstädten zogen Organisatoren und Polizei eine alles in allem sehr positive Bilanz. Sprecher berichteten von fröhlichen und heiteren Jubelfeiern nach dem Sieg Deutschlands gegen Ecuador. Den Angaben zufolge kam es - gemessen an den Menschenmassen - äußerst selten zu Auseinandersetzungen unter Fans. Die Polizei in Berlin, wo am Dienstag auf der Fanmeile mehr als 700.000 Menschen feierten, zeigte sich zufrieden und lobte das Verhalten der Schlachtenbummler. „Alles ganz ruhig, alles ganz friedlich“, sagte ein Sprecher.

          Weitere Themen

          „Es gibt keinen Impfzwang bei uns“

          Bayern-Vereinsführung : „Es gibt keinen Impfzwang bei uns“

          Die Vereinsführung des FC Bayern München will keinen öffentlichen Druck auf ungeimpfte Fußball-Profis wie Nationalspieler Joshua Kimmich ausüben. Man respektiere die Entscheidung, wirbt jedoch auch für eine Impfung.

          Topmeldungen

          Michael Kaufmann (AfD) im März 2020

          Neuer Bundestag : Diesen Kandidaten schickt die AfD ins Rennen

          In der vergangenen Legislaturperiode sind sechs Kandidaten der AfD bei der Wahl für das Amt eines Vizepräsidenten des Bundestages durchgefallen. Jetzt kandidiert Michael Kaufmann. Hat er eine Chance?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.