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Der WM-Muffel : „Toor-Te“ inklusive

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„Passend” zur Zeit: Bettwäsche sowie Klobrillen, Fußmatten undundund Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Am besten, man schaut gar nicht mehr hin: überall Fußbälle, überall schwarz-rot-goldene Weltmeisterschafts-Begeisterung, überall der feste Glauben an den großen, deutschen Erfolg auf dem grünen Rasen. Eine „Toor-Te“ inklusive.

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          Am besten, man schaut gar nicht mehr hin: überall Fußbälle, überall schwarz-rot-goldene Weltmeisterschafts-Begeisterung, überall der feste Glauben an den großen, deutschen Erfolg auf dem grünen Rasen. Kürzlich hat sogar der zwölf Jahre alte Sohn Bedenken angemeldet. Und zwar beim Studium des Aufdruckes, der seine WM-Bettwäsche ziert. „Deutschland, Fußball-Weltmeister 2006“ steht darauf geschrieben, was selbst den überzeugten jungen Klinsmann-Fan zu der Bemerkung veranlaßt hatte, daß die Worte ja doch etwas voreilig gewählt worden seien.

          Was tun? Decke über den Kopf, Augen zu - und bloß nicht zu genau hinschauen. Das empfiehlt sich wohl nicht nur bei der Bettwäsche. Vorsicht ist geboten. Haben Sie Ihrer Frau in letzter Zeit einmal tief in die Augen geschaut? Erschrecken Sie nicht. Wenn Sie Pech haben und sie WM-infiziert ist, hat sie sich vielleicht Kontaktlinsen gekauft, die die Augen wie Fußbälle aussehen lassen.

          „Eine Massenpsychose“

          Es gibt während dieser WM eigentlich nichts, was es nicht gibt. Klobrillen im WM-Design, Krabbeldecken für Kleinkinder in Form eines Fußballfeldes, und für das Kaffeekränzchen am Fußballnachmittag eine „Toor-Te“. Vielleicht würde da der ewig hungrige Reiner Calmund begeistert „lecker, lecker“ rufen, aber sollten Sie keinen Appetit auf Kuchen haben und sich lieber einen herzhaften Schluck Bier genehmigen wollen, sehen Sie sich vor: Im Kühlschrank lauern sicherlich Flaschen mit Verschlüssen in Fußballform. Und wenn der Ball dann mit einem lauten Plopp danebengegangen ist, läuft der Gerstensaft garantiert in ein mit diesem lustigen WM-Logo bedrucktes Glas. Es könnte ein paar Plopps brauchen, bis man sich endlich den Fifa-Grinsegesichtern angepaßt und das Ganze erträglich findet.

          Eine „Massenpsychose“ sei dies, hat der Düsseldorfer altlinke Soziologe und Fußball-Systemkritiker Dieter Bott jüngst befunden und einen Wettbewerb ausgerufen, in dem die skurrilsten WM-Auswüchse gewürdigt werden sollen. Titel des Wettbewerbs: „Der größte Sch . . . vom Merchandise“. Am besten, Sie machen sich selbst einen Reim darauf.

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