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Der WM-Muffel : „Suuuuupäääär“

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Begehrte Fotoobjekte und Interviewpartner - vor und nach dem Spiel: Fans Bild: picture-alliance/ dpa

Immer dann, wenn man nicht schnell genug den Fernseher ausschaltet, kommen sie. Die Fan-Reporter. Fernseh-Menschen, die irgendwo im Land stehen, wo gerade Echt-Menschen Fußball feierngucken.

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          Immer dann, wenn man nicht schnell genug den Fernseher ausschaltet, kommen sie. Die Fan-Reporter. Fernseh-Menschen, die irgendwo im Land stehen, wo gerade Echt-Menschen Fußball feierngucken. Und nach Abpfiff herumtoben. Und brüllen. Und Bier trinken. Und Fahnen schwenken.

          Die Fernseh-Menschen brüllen auch ständig in ihre Mikrofone, denn sonst würde man sie nicht verstehen. Meist lautet die Botschaft, daß die Stimmung hier super sei oder mega-super - also gaga. Dann wird ein Beteiligter vor die Kamera gezerrt, der brüllend gefragt wird, wie denn die Stimmung hier sei.

          Superstimmungsechtmenschen

          „Suuuuuuuuuuuuuuuuuupäääääär“, brüllt der Beteiligte, der immer als Fan ausgewiesen wird, als ob das heute ein amtlicher Titel sei. Dann darf der Fan wieder zu den anderen Fans. Und dort weiterbrüllen. Wer will diesen Quatsch eigentlich sehen? Und warum zeigen uns sämtliche Sender diese Bilder, die überall gleich und gleich sinnlos sind?

          Auf der weltallergrößtenundstimmungsmäßigbesten Fanmeile in Berlin. Auf dem Friedensplatz in Dortmund. Oder in Görlitz, wo der Fernsehmann doch tatsächlich die Hebamme von Michael Ballack vor die Kamera schob. Die Echtmenschen (Fans) wirken immer gleich grotesk. Die Fernseh-Menschen wirken peinlich, wenn sie hin und her geschubst und niedergebrüllt werden von den Superstimmungsechtmenschen. Aber vielleicht ist deren Job eine Art Strafdienst für böse Taten. Oder ein Test für deren berufliche Belastbarkeit? Wie man sich wehren kann? Schnell sein und sofort ausschalten.

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