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Reaktionen : „Wir haben gekämpft bis zur letzten Sekunde“

  • Aktualisiert am

Ballack: „Wir haben super gestanden und super gefightet” Bild: dpa

Für Michael Ballack war der Sieg „sensationell“, Jürgen Klinsmann fand: „Wir hatten es verdient.“ Und Jens Lehmann findet: „Als deutscher Torwart sollte man ein Elfmeterschießen gewinnen.“ Stimmen zum Erfolg der deutschen Nationalmannschaft im Viertelfinale.

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          Stimmen zum Sieg der deutschen Nationalmannschaft im WM-Viertelfinale gegen Argentinien:

          Jürgen Klinsmann: „Das war ein Krimi wie ein Hitchcock-Film. Wir haben immer an uns geglaubt und waren absolut sicher, daß wir zurückkommen auch nach dem 0:1. Auch im Elfmeterschießen hatten wir das Gefühl, das packen wir. Da ist eine Mannschaft zusammen gewachsen in den letzten sechs Wochen, die sagt: Wir wollen Weltmeister werden.

          Es sind die zwei besten Mannschaften dieses Turniers zusammengetroffen. Da tut es weh, wenn in so einem Spiel das Elfmeterschießen entscheiden muß. Trotz des Elfmeterschießens: Wir hatten es verdient. Wir haben in Jens Lehmann einen starken Torhüter, der in seiner Karriere schon viele Elfmeter gehalten hat. Heute hat er wieder zwei Dinger weg gehauen. Deshalb sind wir im Halbfinale. Wir sind stolz auf das Team, nicht nur auf die, die auf dem Platz standen, sondern auf alle 23. Es ist fantastisch, was jetzt los ist in ganz Deutschland.“

          Michael Ballack: „Das war sensationell. Das Spiel war vielleicht nicht so interessant für die Zuschauer von den Torchancen her. Aber wir haben super gestanden und super gefightet. Die Mannschaft hat es sich verdient. Das ist ein großer Lauf, den wir im Moment haben. Wir spielen seit WM-Beginn sehr, sehr gut und sind auf hohem Niveau konstant. Da sieht man, was in der Mannschaft steckt.“

          Jens Lehmann: „Ich denke, das wird von mir erwartet. Als deutscher Torwart sollte man ein Elfmeterschießen gewinnen. Die vier Schützen haben super geschossen. Jetzt kommt wieder eine große Herausforderung. Die Leute sollen feiern, ich bereite mich jetzt wieder vor.“

          Miroslav Klose: „Es war ein faszinierendes Spiel. Ich bin total aus der Puste und kann kaum noch reden, weil wir so gefeiert haben. Der Sieg im Elfmeterschießen war ein bißchen glücklich, aber letztlich verdient. Wir wollten unbedingt selbst agieren, selbst das Spiel machen. Das ist uns später auch gelungen. Wir Stürmer haben heute ein bißchen in der Luft gehangen.“

          Oliver Neuville: „Das war ein schweres Spiel. Beide Mannschaften haben wenige Chancen gehabt, aber Gott sei Dank haben wir gewonnen. Wir haben gekämpft bis zur letzten Sekunde, das Elfmeterschießen ist auch Glückssache. Da haben wir mehr Nerven gehabt und deswegen gewonnen. Ich wußte schon, wohin ich schießen wollte, zum Glück hat es gut geklappt.“

          Horst Köhler (Bundespräsident): „Mein Pulsschlag ist noch sie so hoch gewesen. Aber ein tolles Ende, dank Jens Lehmann. Es ist klingt jetzt komisch, aber nach dem 1:1 hatte ich das Gefühl, die Deutschen
          machen das. Im Endspiel werden sie sein, und ich glaube, die werden Weltmeister. Ich weiß nicht, ob man das Nationalgefühl noch steigern kann. Aber selbst wenn die deutsche Mannschaft ausgeschieden wäre, dieses gute Gefühl, die Freude, die gute Gastgeberschaft wären nicht zerstört worden.“

          Angela Merkel (Bundeskanzlerin): „Ich konnte nicht auf meinem Stuhl sitzen bleiben. Als wir das Elfmeterschießen erreicht hatten, hatte ich wieder mehr Vertrauen. Die Verlängerung war für mich viel härter. Es war ein sensationelles Spiel, Argentinien ist ja nicht irgendwer. Heute Abend freuen wir uns, dann müssen wir unheimlich achtsam sein. Nach dem Spiel ist vor dem Spiel.“

          Philipp Lahm: „Wir wußten, daß wir auch reagieren können, wenn wir in Rückstand geraten. Jetzt sind wir im Halbfinale, das hätte uns wohl keiner zugetraut. Jens Lehmann ist ein Torhüter, der mit voller Überzeugung spielt. Wir hatten Vertrauen in ihn. Er hat zwei rausgeholt und war immer in der richtigen Ecke. Besser geht es nicht.“

          Oliver Bierhoff (Teammanager): „Wir haben immer daran geglaubt, daß das Halbfinale möglich ist. Die Mannschaft hat gezeigt, daß sie mit Druck umgehen kann.“

          Lukas Podolski: „Die Anspannung vor dem Elfmeter war sehr groß. Doch ich habe mir gedacht, da gehst du hin und haust den rein. Ich wußte nicht wohin ich schießen sollte, der Torwart blieb lange stehen. Aber letztendlich war er unhaltbar. Jetzt ist egal, wer kommt. Gegen Italien haben wir ja noch etwas gutzumachen.“

          Gerhard Mayer-Vorfelder (DFB-Präsident): „Ich bin sehr stolz auf die Truppe. Jetzt eröffnen sich alle Chancen. Vor dem Elfmeterschießen war ich mir sicher, daß Lehmann einen Elfmeter hält. Daß er zwei hält, hat mich selbst überrascht.“

          Bastian Schweinsteiger: „Wir haben uns gefreut in der Kabine. Es gab Musik und Freudentänze. Das hat Spaß gemacht. Das die Jungs die Coolness gehabt haben, die Elfmeter reinzumachen, war klasse.“

          Torsten Frings: „Daß ich als fünfter Schütze beim Elfmeterschießen nicht mehr gefordert wurde, hat mich natürlich erleichtert. Aber ich war mir sicher, daß ich den Elfmeter verwandelt hätte. Nach dem Spiel ist ein Argentinier ausgerastet und hat Per Mertesacker geschlagen und getreten. Argentinien ist absolut unfair und kann ganz schlecht verlieren.“

          Arne Friedrich: „Ich bin froh, daß die Mannschaft und die Trainer immer zu mir gestanden haben. Ich selbst habe mich stetig gesteigert.“

          Christoph Metzelder: „Wir uns gegen diese Klassemannschaft zurückgekämpft und dann auch die Kontrolle über das Spiel übernommen haben, das war schon phänomenal.“

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