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Einzelkritik : Lehmann hält und wird zum Helden

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Jens Lehmann genießt: es war sein Abend Bild: dpa

Torwart Jens Lehmann hielt zwei Strafstöße beim 5:3-Sieg nach Elfmeterschießen gegen Argentinien und war damit der gefeierte Mann im WM-Viertelfinale. Die Nationalspieler in der Einzelkritik.

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          Torwart Jens Lehmann hielt zwei Strafstöße beim 5:3-Sieg nach Elfmeterschießen gegen Argentinien und war damit der gefeierte Mann im WM-Viertelfinale. Die Nationalspieler in der Einzelkritik.

          Jens Lehmann: Sein Spiel. Der Held. In den ersten vier Partien kaum gefordert, war Argentinien nun die A-Probe gegen einen starken Gegner. Im Spiel ein Tor, sonst nichts zu halten. Und dann das Elfmeterschießen: Glanzparade gegen Ayala, Glanzparade gegen Cambiasso.

          Arne Friedrich: Das Sorgenkind schlug sich wacker auf der rechten Abwehrseite. Gegen Riquelme, gegen Tevez, gegen Sorin. Ließ sich einmal von Tevez tunneln, ohne Folgen. Nach vorn eine Halbzeit ohne Ehrgeiz und Wirkung, dann gleich nach dem Wechsel mit einem gelungenen Flankenlauf, der eine Freistoßchance und dem argentinischen Kapitän Sorin die Gelbe Karte einbrachte. Danach steigerte sich der Berliner zu seiner besten Leistung in diesem Turnier.

          Christoph Metzelder: Fehlervermeidungsstratege. Ausputzer der alten Schule. Kompromißlos, stellungssicher, kopfballstark. Starkes Spiel des Dortmunders.

          Letzte Abstimmung in der Pause der Verlängerung

          Per Mertesacker: Der Leuchtturm in einer insgesamt kompakten Abwehr. Hatte vieles im Griff, aber auch der Fast-Zweimetermann konnte das Kopfballtor des vergleichsweise kleinen Ayala nicht verhindern.

          Philipp Lahm: Flitzt und schlägt Haken wie ein Hase - an guten Tagen. An weniger guten wie gegen Argentinien wirkt der Münchner nach hinten nervös und kommt in der Offensive nicht auf Touren. Kein Spektakel diesmal in seinem Spiel, nur gut gemeinte, solide Arbeit.

          Bernd Schneider: Ein einziger schön getimter Paß nur vom Cheftechniker im deutschen Team, als er nach einer Viertelstunde Ballack den Ball auf die Stirn zirkelte, der Kapitän die Chance aber vergab. Mußte nach einer Stunde seinen Platz für Odonkor räumen.

          Torsten Frings: Security-Dienste haben Konjunktur - nicht nur vor der Disco, auch vor dem Strafraum. Und da ist der Bremer Abräumer Schichtführer im deutschen Spiel. Hielt dagegen, wo immer es nötig war, im Mittelfeld, aber auch in der zentralen Verteidigung.

          Michael Ballack: Vergab die einzige große Chance vor der Pause, als er Schneiders Flanke über die Latte köpfte. Der Kapitän tat sich im Dickicht des Mittelfelds schwer, Pässe in die Spitze zu spielen und Klose zu finden. Defensiv und als Ordnungskraft im Mittelfeld fleißig und wirkungsvoll. Am Ende von Krämpfen geplagt, nur noch humpelnd unterwegs, aber dennoch in der Lage, am Elfmeterpunkt als zweiter Schütze Verantwortung zu übernehmen - und zu treffen.

          Bastian Schweinsteiger: Schaffte es in keiner Phase, mit Kollege Lahm die linke Flanke zu dem zu machen, was sie in den letzten Partien gegen schwächere Mannschaften war: eine stete Bedrohung für den Gegner.

          Miroslav Klose: Von der Explosivität des bis dahin besten Stürmers dieser WM war gegen die argentinische Abwehr lange Zeit nichts zu sehen. In der ersten Hälfte ging der Bremer im Irrgarten der argentinischen Abwehr verloren. Und trotz aller Sprunggewalt: Beim 0:1 mußte er im eigenen Strafraum Ayala die Lufthoheit überlassen. Aber als gar nichts mehr zu funktionieren schien, meldete sich der Bremer zurück - Kopfball, Ausgleich, neue Hoffnung.

          Lukas Podolski: Zweites Foul und die Gelbe Karte schon in der dritten Minute. Und nach einer halben Stunde nach einem weiteren harten Einsteigen vom Schiedsrichter abschließend ermahnt. Gelb-Rot-gefährdet und vielleicht auch deshalb im weiteren Verlauf der Partie mit leichten Beiß- und Spielhemmungen. Dritter Elfmeterschütze: Tor.

          David Odonkor: Von Klinsmann als Turbo in der 62. Minute gezündet, wirkte seine Schnelligkeit am rechten Flügel belebend auf das deutsche Spiel. Nahm Sorin die Lust auf allzu häufige offensive Ausflüge.

          Tim Borowski: Löste eine Viertelstunde vor Schluß Schweinsteiger ab, ein lohnder Personalwechsel, bereitete Kloses Ausgleich mit Köpfchen vor. Vierter Elfmeterschütze: Tor.

          Oliver Neuville: Anstelle des angeschlagenen Klose von der 85. Minute an unterwegs. Im Spiel viel unterwegs, dann erster Elfmeterschütze.

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