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Fußball : Werder sauer auf Schalke: „Assauer war keine Summe zu hoch“

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Trikottausch: Ailton spielt bald für Schalke 04 Bild: AP

Mit „unredlichen“ Methoden habe Manager Rudi Assauer die Spieler Ailton und Mladen Krstajic von Werder Bremen zum FC Schalke 04 gelockt, schimpft Werders Sportdirektor Allofs.

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          Den Titelträumen von Werder Bremen folgte der Weckruf durch Schalke 04: Nach dem 5:3 über den VfL Wolfsburg und dem Sprung auf Platz eins der Bundesliga-Tabelle hatte Werders Sportdirektor Klaus Allofs noch vorsichtig mit der „Meisterschaft“ geliebäugelt. Achtundvierzig Stunden kam der Rückschlag: Nach Abwehrspieler Mladen Krstajic wechselt mit Ailton der zweite Leistungsträger der Bremer in der nächsten Saison ablösefrei zum Ligakonkurrenten Schalke.

          „Das Verhalten von Rudi Assauer war unredlich. Als ehemaliger Spieler und Manager von Werder war seine Beziehung zu uns immer etwas Besonderes. Er weiß Dinge von uns, die andere Kollege nicht wissen, hat uns aber in keiner Weise über seine Verhandlungen informiert“, schimpfte Allofs nach der Bekanntgabe der Wechsel über seinen Schalker Amtskollegen, der von 1970 bis 1976 als Profi das Werder-Trikot getragen hatte und danach bis 1981 als Manager an der Weser tätig war. Zum Abschied hatte Assauer noch erklärt: „Mit dem Herzen bleibe ich immer bei Werder.“

          Heynckes wollte Ailton schon vor drei Jahren

          Bei Schalke, wo Ailton einen Vertrag bis 2006 und Krstajic einen bis 2008 unterschreiben wird, zeigte man für derartige Äußerungen wenig Verständnis. „Ich kann zwar nachvollziehen, daß sich Allofs echauffiert, aber es wäre fahrlässig von uns gewesen, sich nicht um diese Spieler zu bemühen. Unser Vorgehen war legitim. Die Transfers waren von langer Hand vorbereitet. Ich freue mich sehr, daß sie in der kommenden Saison für uns spielen werden“, sagte Trainer Jupp Heynckes.

          Der 58 Jahre alte Coach wollte den „ausgezeichneten Innenverteidiger“ Krstajic bereits 2000 vor dessen Wechsel von Partizan Belgrad nach Bremen zu seinem damaligen Klub Benfica Lissabon holen, „aber Werder handelte etwas schneller“.
          Ailton soll bei Schalke derweil den schwächelnden Angriff mit den verletzungsanfälligen Victor Agali und Ebbe Sand beleben. „Ailton ist genau der Spieler, den ich brauche. Er ist torgefährlich und ein echter Individualist“, schwärmte Heynckes. „Ein Verein wie Schalke 04 muß langfristig immer im UEFA-Cup oder in der Champions League spielen. Dabei wird er uns helfen.“

          Bei Werder ist man nach der neuerlichen Schwächung derweil desillusioniert. „Das ist ein Rückschlag. Wir sind bis an unsere Grenzen gegangen, konnten aber bei den Schalker Angeboten nicht mithalten. Wir müssen damit leben, daß unseren Spielern Verträge offeriert werden, in denen sie Gehälter garantiert bekommen, die sie bei unseren leistungsbezogegen Kontrakten nur verdienen können, wenn es optimal läuft“, sagte Allofs.

          „Das ist ein Aderlaß, aber kein Ausverkauf“

          Der Werder-Sportdirektor fügte hinzu: „Schalke hat Krstajic rund eine Million Euro pro Jahr mehr geboten als wir. Und unser Angebot war wirklich gut. Das Ganze dann für fünf Jahre und in einer Zeit, in der nach der Kirch-Krise noch weitere Einbußen im TV-Bereich möglich sind und die Bezüge der Spieler eigentlich reduziert werden müßten. Aber der Klub ist im Moment sportlich angeschlagen und steht unter Druck. Nach der Schlappe mit Morientes brauchte Rudi Assauer etwas zum Vorzeigen. Dafür ist ihm offenbar keine Summe zu hoch. Da sind wird dann verletzlich.“

          Nachdem in den vergangenen Jahren schon die Nationalspieler Frank Rost (ebenfalls nach Schalke) und Torsten Frings (nach Dortmund) sowie Claudio Pizarro (Bayern München) die Hanseaten verlassen und Marco Bode und Dieter Eilts ihre Karrieren beendet hatten, stehen der Manager und Trainer Thomas Schaaf einmal mehr vor dem Neuaufbau.

          „Das ist ein Aderlaß, aber kein Ausverkauf“, sagte Allofs. „Ich verspreche, daß wir für Abwehr und Angriff neue gute Spieler finden werden. Das war in der Vergangenheit immer so. Es hat ja mittlerweile schon Tradition, daß wir einen neuen Spieler groß rausbringen.“ Das wird auch nötig sein - zumal Spielmacher Johan Micoud im vergangenen April ebenfalls mit einem anderen Klub in Verbindung gebracht worden war: mit Schalke 04.

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