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Fußball : Völler „kein Frühstücks-Direktor“ bei Bayer

  • Aktualisiert am

Völler: Intemezzo in Rom - Kompetenzen bei Bayer Bild: AP

Sieben Monate nach seinem Rücktritt als DFB-Teamchef kehrt Rudi Völler zurück ins Management von Bayer Leverkusen. Der 44jährige unterschrieb einen Vertrag bis 2007 und soll umfassende Kompetenzen erhalten.

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          Sieben Monate nach seinem Rücktritt als Teamchef der Nationalmannschaft kehrt Rudi Völler als starker Mann beim Bundesligisten Bayer Leverkusen auf die deutsche Fußball-Bühne zurück.

          Der Weltmeister von 1990 einigte sich mit dem Champions-League-Achtelfinalisten auf einen Vertrag als Sportdirektor bis zum 30. Juni 2007 und wird bei Bayer alle Kompetenzen erhalten. „Er ist kein Frühstücks-Direktor, sogar mehr als ein leitender Angestellter. Er wird die wichtigste Person im Verein“, hatte Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser bereits im Vorfeld angekündigt.

          Einst im Schatten Calmunds

          Nach Informationen der Bild-Zeitung soll der 44 Jahre alte Völler in Leverkusen rund 500.000 Euro pro Jahr verdienen. Von 1996 bis 2000 amtierte Völler in Leverkusen schon einmal als Sportdirektor, damals allerdings noch im Schatten des allmächtigen Managers Reiner Calmund.

          Nach dessen überraschendem Rücktritt im vergangenen Juni und den Abgängen von Sportdirektor Jürgen Kohler und Manager Ilja Kaenzig war in der sportlichen Führung der Rheinländer ein Vakuum entstanden. Dies soll Völler nun füllen. „Sowohl sportlich als auch repräsentativ wird Rudi Leverkusen nach vorne bringen. Er öffnet dem Klub Türen, die zurzeit noch geschlossen sind“, sagte Calmund dem Kölner Express.

          „Wir alle freuen uns auf Rudi“

          Neben Holzhäuser („Die letzte Entscheidung liegt bei mir, doch ich setze den Fachrat über meine eigene Meinung“) beteuern auch der bisherige Sportchef Michael Reschke und Trainer Klaus Augenthaler, keinerlei Probleme mit Völlers Kompetenzen zu haben.

          Reschke, ein fleißiger Arbeiter, aber kein Mann der Öffentlichkeit, erklärte, er habe „überhaupt kein Problem“ und liege „mit Rudi auf einer Wellenlänge“. Augenthaler, mit Völler 1990 Weltmeister, stellte klar: „Wir alle freuen uns auf Rudi. Er hat Fachkompetenz und genügend Erfahrung.“ Ihre Dissonanzen nach Augenthalers brutalem Foul an Völler am 23. November 1985 haben die beiden offiziell ausgeräumt. Augenthaler hatte damals im Trikot von Bayern München den Bremer Völler im Mittelfeld grob gefoult, der Nationalstürmer hatte einen Adduktorenabriß erlitten und im Meisterrennen beider Klubs schließlich fünf Monate ausfiel.

          Auszeit in Rom

          Völler, der kürzlich zum viertbeliebtesten Deutschen hinter Günther Jauch, Steffi Graf und Thomas Gottschalk gewählt worden wurde, war nach dem Vorrunden-Aus der deutschen Nationalmannschaft bei der Euro in Portugal im vergangenen Sommer zurückgetreten.

          Nachdem er auch seine Amtzszeit beim italienischen Vizemeister AS Rom nach nur 26 Tagen beendet hatte, hatte sich der 90-malige Nationalspieler eine Auszeit erbeten, um sich darüber klar zu werden, ob er seine Zukunft auf der Trainerbank oder als Sportdirektor sehe.

          Der Geschäftsführende DFB-Präsident Theo Zwanziger hatte Völler auch eine Rückkehr zum Deutschen Fußball-Bund (DFB) stets offen gehalten: „Ich persönlich verehre ihn fast. Wenn es eine Gelegenheit gibt, ihn für eine DFB-Tätigkeit zu gewinnen, müssen wir diese Chance nutzen.“ Erster Ansprechpartner Völlers war jedoch stets Bayer gewesen, wo er außer als Sportdirektor auch schon als Spieler und kurzzeitig als Teamchef tätig war. Nun ist seine Rückkehr perfekt.

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