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Fußball : Patrick Viera soll für 35 Millionen zu Real Madrid

  • Aktualisiert am

Bald für Real im Einsatz: Patrick Viera (r.) Bild: EPA

Einer Saison ohne Titel hat Real Madrid zum Umdenken gebracht. Kein weiterer Star für die Offensive, sondern endlich Stärkung für die Defensive. Welt- und Europameister Patrick Viera soll Zidane den Rücken freihalten.

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          Der spektakulärste Fußball-Transfer dieses Sommers ist fast perfekt. Der französische Nationalspieler Patrick Vieira wechselt voraussichtlich für eine Ablösesumme von 35 Millionen Euro von Arsenal London nach Real Madrid. Reals Clubchef Florentino Pérez und Arsenals Vizepräsident David Dein hätten bereits ein mündliches Übereinkommen erzielt, meldete der Rundfunksender Cadena SER.

          Der englische Meister wolle den Transfer bestätigen, sobald er einen Nachfolger für Vieira präsentieren könne. Im Gespräch sei der Portugiese Maniche vom Champions-League-Sieger FC Porto. Der spanische Rekordmeister wollte die Verpflichtung des 28jährigen Mittelfeldspielers bis Donnerstag unter Dach und Fach bringen, damit er Vieira noch für die anstehende Qualifikation für die Champions League melden kann. Die genannte Ablösesumme wurde dieses Jahr nur von den 36 Millionen Euro übertroffen, die der FC Chelsea für Didier Drogba an Olympique Marseille zahlte. Teuerster Spieler überhaupt ist der Franzose Zinedine Zidane, für den Madrid im Jahr 2001 rund 78 Millionen Euro ausgegeben hatte.

          „Ein guter Fußballer, er kann obendrein austeilen“

          Der frühere Welt- und Europameister Vieira soll nach diesen Angaben in Madrid einen Vierjahresvertrag mit einem Nettogehalt von 4,5 Millionen Euro im Jahr erhalten. Nach Angaben des Sportblattes „As“ bot er sein Haus in London bereits zum Verkauf an. Das Konkurrenzblatt „Marca“ gab allerdings zu bedenken, daß Arsenals Trainer Arsène Wenger alles daran setzen werde, den Weggang seines Kapitäns noch zu stoppen.

          Reals Altstar Alfredo di Stéfano erteilte der Verpflichtung schon einmal seinen Segen: „Vieira ist ein guter Fußballer und kann obendrein austeilen.“ Das Buhlen der Madrilenen um den gebürtigen Senegalesen beweist, daß bei den „Königlichen“ neue Zeiten angebrochen sind. Bisher hatte Pérez nur Stars wie Luis Figo, Ronaldo, Zinedine Zidane und David Beckham geholt, die zur Abteilung „Offensive“ gehörten und fußballerischen Glanz garantierten.

          Beckhams Umschulung gescheitert

          Mit dieser Politik erlitt Real jedoch Schiffbruch. In der vorigen Saison gewann das Starensemble keinen Titel; die „Galaktischen“ wurden als „Weltraumschrott“ verspottet. Der Real-Boß zog daraus die Konsequenz und investierte verstärkt in die Abwehr. Für 25 Millionen Euro holte er den argentinischen Innenverteidiger Walter Samuel, genannt „die Mauer“, vom AS Rom.

          Vieira könnte bei Real seinem Landsmann Zidane den Rücken freihalten und die Lücke ausfüllen, die der vor einem Jahr zum FC Chelsea gewechselte Claude Makelele hinterließ. Der Versuch, Beckham zum „Prellbock“ im defensiven Mittelfeld umzuschulen, war bislang nicht vom Erfolg gekrönt.

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