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Fußball : Oliver Kahn: „Muß mich vor keinem verstecken“

  • Aktualisiert am

Gut gebrüllt: Oliver Kahn sagt der Konkurrenz den Kampf an Bild: picture-alliance / dpa/dpaweb

Im Trainingslager des FC Bayern in Dubai findet der Keeper zu altem Selbstbewußtsein zurück. Er will das „durchschnittliche Jahr 2004“ mit neuen Glanztaten vergessen machen.

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          Ohne Rückkehrer Bixente Lizarazu, aber mit einem angriffslustigen Oliver Kahn ist der deutsche Fußball-Rekordmeister Bayern München in das neuntägige Trainingslager im arabischen Dubai gestartet. Während Lizarazu in Marseille mit seinem bisherigen Arbeitgeber noch um die Auflösung seines Vertrags verhandelte, kündigte Kahn an, sein „durchschnittliches Jahr 2004“ vergessen machen zu wollen.

          „Bei meinem Potential muß ich mich vor keinem auf der Welt verstecken. Ich habe in der Hinrunde zwar einige Tore zu viel bekommen. Aber meine Position beim FC Bayern und in der Nationalelf ist nicht gefährdet“, sagte der Kapitän der Münchner am Donnerstag. Trotz mancher Patzer in den vergangenen Monaten wolle er künftig „nicht viel verändern“, meinte Kahn: „Sich aufzuregen, hat keinen Sinn. Fehler, wie ich sie 2004 gemacht habe, kommen bei jedem Spieler vor.“

          „Bin klar die Nummer eins“

          In der Nationalelf habe er sich ohnehin „nichts zu Schulden kommen lassen: dort bin ich klar die Nummer eins“. Davon, daß er sich, wie im Vorjahr ebenfalls in dem Öl-Emirat angekündigt, etwas „mehr zurücknehmen“ will, war bei dem ehemaligen „Titanen“ keine Rede mehr: „Ich laufe nicht davon und werde die Verantwortung nicht wegdrücken.“ Wenn er aber sehe, daß ein Konkurrent besser sei als er, „werde ich zu ihm hingehen und ihm sagen: Du bist besser und musst spielen“. Momentan sei das aber „nicht der Fall“, so Kahn.

          Auch eine Kampfansage an die Konkurrenz der Münchner hatte der Fünfunddreißigjährige parat: „Wir wollen die Champions League, die deutsche Meisterschaft und den DFB-Pokal gewinnen. Dafür trainieren wir hier.“ Dem Titel in der „Königsklasse“ wähnt sich Kahn durch den Überraschungstransfer von Lizarazu zurück nach München ein kleines Stückchen näher: „Mit ihm werden wir in der Defensive viel stabiler auftreten. Das ist der Schlüssel zu den ganz großen Erfolgen.“ Trainer Magath stellte dem Franzosen bereits eine Ausdehnung seines Engagements über das Saisonende hinaus in Aussicht: „Wenn er Spaß hat und wir Freude an ihm haben, warum sollten wir dann nicht verlängern?“ Manager Uli Hoeneß erwartet von Lizarazu „extreme Einsatzbereitschaft. Er will allen in Marseille zeigen, was er noch kann“.

          Tobias Rau nach Nürnberg?

          Diese Möglichkeit könnte Tobias Rau demnächst beim 1. FC Nürnberg haben. Nach dem Lizarazu-Transfer geht Hoeneß davon aus, daß der 23 Jahre alte Linksverteidiger „bei uns keine Chance mehr hat“. Die Verhandlungen mit dem „Club“ laufen bereits. Mit Mehmet Scholl, Robert Kovac und Ze Roberto wird es dagegen in Kürze Gespräche über eine Verlängerung ihrer Vertragslaufzeiten über den 30. Juni hinaus geben, so Hoeneß.

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