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Fußball : München 1860 entläßt Trainer Rudi Bommer

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Platz 8 war nicht gut genug: Rudi Bommer Bild: dpa

Der frühere Nationalspieler hatte erst zu Saisonbeginn den Trainerposten beim Bundesliga-Absteiger angetreten. Vorerst übernimmt Assistenztrainer Reiner Maurer das sportliche Kommando.

          Die Amtszeit von Rudi Bommer als Trainer des TSV 1860 München ist nach weniger als sieben Monaten beendet.

          Der Fußball-Zweitligaverein trennte sich am Samstag nach wochenlanger externer Kritik wegen sportlichen Mißerfolges von seinem Coach. „Sehen sie auf den Punktestand, dann ist alles gesagt. Das ist jenseits von dem, was wir uns vorgestellt haben“, begründete Geschäftsführer Roland Kneißl die Demission. Nachfolger Bommers wird vorerst Reiner Maurer, der zuletzt gemeinsam mit dem ebenfalls beurlaubten Assistenztrainer Michael Dämgen dem 47jährigen zur Seite gestanden hatte.

          „Enttäuscht und überrascht“

          Der frühere Nationalspieler Bommer war unmittelbar nach dem Bundesliga-Abstieg im Mai engagiert worden, hatte die hohen Erwartungen aber nicht erfüllen können. Nach dem 1:5 bei Alemannia Aachen am vergangenen Wochenende hatte selbst die Vereinsführung den als Saisonziel ausgegebenen Wiederaufstieg als unrealistisch bezeichnet. Nach dem 15. Spieltag rangieren die „Löwen“ mit zehn Punkten Rückstand auf einen Aufstiegsrang auf dem achten Platz.

          „Ich bin sehr enttäuscht und überrascht über den Zeitpunkt. Ich mußte einiges ausbaden, was hier in der letzten Zeit passiert ist“, sagte Bommer, der nach Jörn Andersen (Rot-Weiß Oberhausen) und Eduard Geyer (Energie Cottbus) als dritter Zweitliga-Trainer in dieser Saison seinen Stuhl räumen mußte. Auch einige Spieler übten Kritik an der Entlassung. „Ich war schockiert. Ich stehe immer noch dazu, daß ich glaube, daß er der richtige Mann ist“, sagte Routinier Harald Cerny.

          „Wir mußten in dieser Situation handeln. Wir hatten keine andere Wahl. Ich sehe die Möglichkeit, daß wir mit Maurer den Hebel umschalten“, sagte Präsident Karl Auer. Der Präsident hatte Bommer lange den Rücken gestärkt und verfrühte Trainerentlassungen als stillos bezeichnet. Nach kritischen Worten Bommers an der Amtsführung des Vereinschefs vor wenigen Tagen hatte die Solidarität nun aber offenbar ein Ende.

          Kommt Röber?

          Auer widersprach Informationen des Bayerischen Rundfunks, wonach Maurer nur als Interimslösung fungieren und im Januar durch den früheren Hertha- und Wolfsburger Coach Jürgen Röber ersetzt werden soll. „Maurer ist unser Trainer. Das ist der momentane Stand“, sagte Auer. Verhandlungen mit Röber gebe es nicht. Erstmals als Chefcoach auf der Bank sitzen wird Maurer beim Spiel am Montag gegen die Spielvereinigung Greuther Fürth. „Man wollte ein Zeichen setzen. Ich gehe da mit Elan ran und will der Mannschaft neue Impulse geben“, sagte der frühere Münchner Profi.

          Die Beurlaubung Bommers ist ein weiterer Höhepunkt in der seit gut neun Monaten währenden Krisenstory des TSV 1860. Nach dem Wildmoser-Skandal, der Posse um die Entlassung von Trainer Falko Götz und dem Bundesliga-Abstieg war der Verein auch im Unterhaus bei ausbleibenden Erfolgen nicht zur Ruhe gekommen. Immer wieder war Bommer kritisiert worden, zuletzt besonders stark von Torwart-Legende Petar Radenkovic.

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