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Fußball : Meyer machte es möglich

  • -Aktualisiert am

Der Vater des Erfolgs: Trainer Hans Meyer Bild: dpa

Am Niederrhein wird gefeiert, die Bundesliga freut sich: „Gladbach gehört nicht in die zweite Liga“. Seit Sonntag, 16.47 Uhr kann sich Borussia wieder zur Beletage zählen.

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          Die Bundesliga freut sich, die Niederrhein-Region jubelt: Borussia Mönchengladbach plant für den kommenden Sonntag eine der größten Vereinsfeten der Clubgeschichte, in deren Erfolgsliste große Festanlässe wie fünf Deutsche Meisterschaften, drei DFB-Pokalsiege und zwei UEFA-Pokal-Triumphe stehen.

          Mit dem Heimspiel gegen Absteiger Chemnitz feiern die Gladbacher zünftig ihre Rückkehr in die Bundesliga. Denn Punkt 16.47 Uhr am Sonntag wurde unter den zweijährigen „Betriebsunfall“ ein Schlusstrich gezogen. Mit dem 2:2 bei SpVgg Greuther Fürth bestehen nur noch geringste theoretische Bedenken am Wiederaufstieg. Ein Vorsprung von drei Punkten und 17 Toren auf den Tabellen-Vierten Mannheim sollten reichen, um im baufälligen Bökelberg-Stadion gegen Chemitz selbst mit einer Niederlage wieder erstklassig zu werden.

          Hans Meyer als Vater des Erfolgs

          „Ich hatte seit Wochen nicht mehr gezweifelt, nachdem wir 58 Punkte hatten, dass wir es schaffen. Ich freue mich für die Mannschaft, unsere unglaublichen Fans, den Vorstand und für Christian Hochstätter, der mich unheimlich unterstützt hat“, sagte Trainer Hans Meyer, der als „Vater des Erfolges“ gilt.

          Es ist vollbracht: Gladbach stürmt wieder erstklassig

          Im September 1999 kam der 58-jährige Thüringer vom FC Twente Enschede zu den Borussen, die kurz nach dem lange betrauerten Abstieg unter Rainer Bonhof in die Abstiegszone der zweiten Liga abgerutscht waren. Meyer gelang es, den herunter gewirtschaften Traditionsclub wieder auf Kurs zu bringen.

          Angst vor dem entscheidenden Punkt

          Im vorigen Jahr wurde nach einer Aufholjagd die direkte Bundesliga-Rückkehr nur knapp verpasst, und auch in den vergangenen Wochen zeigte die junge Mannschaft um die Routiniers Uwe Kamps (36) und Marcel Witezcek (32) plötzlich Nerven. Beim 0:1 gegen Bielefeld und beim 1:1 in Hannover mussten die vorbereiteten Feiern verschoben werden.

          Und auch in Fürth schien das Team nach einer 2:0-Führung plötzlich zu straucheln, ehe der Punktgewinn eingefahren werden konnte. „Die geplanten Feiern haben uns vielleicht was gehemmt, weil die Erwartungen unserer Super-Fans so groß waren“, erklärte der Ex-Duisburger Markus Osthoff.

          Kirchenglocken und Altbierfässer

          Doch am Sonntag konnte die auf die Folter gespannte Euphorie endlich rausgelassen werden. Pfarrer Edmund Erlemann läutete die Glocken der Kirche in der Innenstadt, die zuletzt beim DFB-Pokalsieg 1995 ertönt waren. In Fürth lagen sich 5000 mitgereiste Fans in den Armen, am Niederrhein wurden die Altbier-Fässer angestochen.

          Dabei stehen Meyer, der bei Carl Zeiss Jena in der DDR-Oberliga spielte und schon mit 29 Jahren Trainer wurde, und Sportdirektor Christian Hochstätter die schwierigste Aufgabe erst ins Haus. Für eine Verstärkung der Mannschaft, die in der zweiten Liga nur selten spielerisch glänzte, sondern Fußball als Arbeit präsentierte, fehlt das Geld.

          Noch immer populärste Mannschaft nach Bayern München

          Ob die Elf von Meyer, der als hervorragender „Talentförderer“ gilt, in der Bundesliga bestehen kann, wird auch in den eigenen Reihen etwas bezweifelt. Aber den Borussen, die ihre Schulden von 30 auf fünf Millionen Mark abbauen konnten, fehlen die Finanzen für große Verstärkungen. Matysek (Leverkusen), Heinen (Frankfurt), Felgenhauer (Fürth), Wichniarek (Bielefeld), Miriuta (Cottbus) sind im Gespräch.

          „Gladbach gehört nicht in die zweite Liga, der Verein ist eine Institution“, sagt Meyer und bastelt bereits an einem Konzept für den Klassenerhalt, den in dieser Bundesliga-Saison auch der große Rivale 1. FC Köln mit dem Personal aus der zweiten Liga schaffte. Die Erstliga-Konkurrenz ist jedenfalls über den zweiten Aufsteiger nach dem 1. FC Nürnberg begeistert. Bei einer aktuellen Umfrage erhielten die Gladbacher hinter dem FC Bayern die zweitbesten Popularitätswerte aller deutschen Vereine.

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