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Fußball-Kommentar : Eine tolle Geschichte

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Lukas Podolski war schon immer ein Liebling der FC-Fans - nun muss nur noch der Wechsel klappen Bild: dpa

Eine Rückkehr von Lukas Podolski zum 1. FC Köln rückt näher. Der Wechsel aus München wäre Chance und Risiko zugleich. Ein von Podolski befeuerter FC könnte für die Liga ein Gewinn sein; auf der anderen Seite werden die Erwartungen nicht geringer.

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          Vielleicht ist es ja wirklich so, wie Michael Meier, der Manager des 1. FC Köln, es neulich gesagt hat: „Die Bayern haben damals diese tolle Story von Lukas und dem FC kaputtgemacht.“ Womöglich wäre Podolski ohne den Wechsel zum FC Bayern München schon auf dem besten Wege, das zu werden, was – zum Beispiel – Uwe Seeler für den Hamburger SV oder Karl-Heinz Körbel für die Frankfurter Eintracht sind: unverwüstliche Allzeit-Idole.

          Doch es ist ja nicht zu spät für den erst 23 Jahre alten Fußballprofi, seine Kölner Geschichte erfolgreich fortzusetzen. Die Münchner Episode mag ärgerlich oder bedauerlich sein, aber sie ist kein Karriereknick, was seine Rolle in der Nationalmannschaft beweist. Mit dem Schlagwort vom „Ersatzmann mit den meisten Schlagzeilen“ wird man ihm kaum gerecht.

          Rom? Hamburg? Alles möglich trotz Heimweh nach Köln

          In den zurückliegenden Wochen der Winterpause hat Podolski dennoch die Geduld verloren, weiterhin tatenlos auf einen ihm genehmen Gang der Dinge zu warten – und, so erscheint es, nicht ungeschickt in das Transferpoker eingegriffen, in dem zuvor vor allem Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge das Wort führten.

          Plötzlich konnte Podolski sich allem früher erkennbaren Heimweh nach Köln zum Trotz einen Wechsel nach Italien zum AS Rom vorstellen, und als er beim Hamburger SV als Tauschobjekt für Ivica Olic ins Gespräch geriet, gab es von ihm keinen lauten Protest. Vor Ende Januar, so ließ er auch noch wissen, wolle er Klarheit haben. Mit ganz wenigen oder auch mit gar keinen Worten die Dinge wie gewünscht anzuschieben, das ist schon eine Leistung.

          Die Rolle rückwärts ist Chance und Risiko zugleich

          Sein Lieblingsklub musste sich zwangläufig bewegen, um den Mann nicht ein zweites Mal zu verlieren, den Manager Meier als jenen Spieler bezeichnet, der „das Gesicht“ des FC werden soll. Dafür sind die Rheinländer also offenbar bereit, den Münchnern den zweistelligen Millionenbetrag zurückzuzahlen, den sie einst als Ablöse kassierten. Dass Podolski in Köln, anders als bei den Bayern, auf Händen getragen werden wird, ist absehbar. Ob ihm Hätschelei guttut, muss sich zeigen. Die Rolle rückwärts ist jedenfalls Chance und Risiko zugleich.

          Ein von Podolski befeuerter 1. FC Köln könnte für die ganze Liga ein Gewinn sein; auf der anderen Seite sind die Erwartungen am Rhein nicht geringer, als sie einst bei jenen waren, die gar nicht mehr aufhören wollten, die glänzende Zukunft des Traumpaars Poldi/Schweini auszumalen. Doch damit ist man schon ein paar Gedanken zu weit in der Zukunft. Zunächst scheint die wochenlange Personaldebatte zum Stillstand zu kommen, für Podolski mit dem Ergebnis: nicht Spanische Treppe, nicht Landungsbrücken, sondern wieder Domplatte. Da weiß er doch wirklich festen Boden unter seinen Füßen.

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