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Fußball : Karl-Heinz Rummenigge: "Dortmund wäre Übernahmekandidat"

  • Aktualisiert am

Dortmund zur Übernahme im Blick? Karl-Heinz Rummenigge Bild: dpa-Sportreport

Karl-Heinz Rummenigge geht auf Konfrontationskurs mit DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder und Borussia Dortmund.

          Mit einer Lobeshymne auf den FC Bayern, beißender Kritik an den Aussagen von Verbandspräsident Gerhard Mayer-Vorfelder und einem Seitenhieb in Richtung Dortmund sorgt der künftige Vorstandschef der Bayern München AG, Karl-Heinz Rummenigge, in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung für Aufsehen.

          Gut zwei Monate vor dem Wechsel vom Verein zur Aktiengesellschaft steht der deutsche Rekordmeister laut Rummenigge sowohl im nationalen und internationalen Vergleich vor einer rosigen Zukunft.

          "Straßen für Franz Beckenbauer sperren"

          „Entschuldigen Sie meine Arroganz, aber wer außerhalb Deutschlands kennt irgendein Theater? Es gibt keine kulturelle Einrichtung in München, die weltweit so populär ist wie der FC Bayern - höchstens das Oktoberfest. Wenn Franz Beckenbauer oder Gerd Müller nach China reisen, müssen dort die Straßen gesperrt werden“, erklärte Rummenigge in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung die Popularität der Marke „FC Bayern“.

          Klare Visionen: Karl-Heinz Rummenigge

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          Zitat
          „Wir kaufen keine Fußball-Aktien. Dabei wäre Borussia Dortmund in der Tat ein Übernahmekandidat - der Aktienkurs hat sich halbiert. Und die haben immerhin ein schönes Stadion“
          Bayerns Vizepräsident Karl-Heinz Rummenigge in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung
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          Er fügte den Wert betreffend gleich hinzu: „55 Millionen Gewinn bei 330 Millionen Umsatz, dass soll uns erst mal einer nachmachen.“ Doch nicht nur innerhalb Deutschlands sieht der 46-Jährige Expansions-Potential für den „Global Player“, der wie die amerikanische Fast-Food-Kette Mc Donalds über dem Fußball-Weltmarkt schweben soll.

          Vor allem der asiatische Raum scheint für den ehemaligen Mittelstürmer von Interesse: „Asien hat riesiges Potenzial. Japan und China sind derzeit zwar nicht gut developed, wie das so schön heißt. Doch das sind riesige Märkte. Wir werden dort Fanshops eröffnen und häufiger spielen, um die Marke FC Bayern bekannter zu machen.“

          "Schmunzeln über Mayer-Vorfelder"

          Dabei hatte der Präsident des Deutschen Fußball Bundes (DFB), Gerhard Mayer-Vorfelder, erst vor wenigen Tagen vor einer Überkommerzialisierung des Fußballs gewarnt. Mayer-Vorfelder hatte betont, dass Bestrebungen wie die des FC Bayern den Sport zugrunde richten würden.

          „Ich muss immer schmunzeln über solche Aussagen. Funktionär Mayer-Vorfelder hat seinen VfB Stuttgart nicht gerade in einem berauschenden Zustand hinterlassen. Wir verraten den Fußball nicht, nur weil wir ihn besser managen. Da muss ich offen und ehrlich sagen, das sind populistische Aussagen von Verbandsleuten“, meinte Rummenigge, der die Aussagen des DFB-Präsidenten offenbar wenig ernst nimmt.

          Seitenhieb auf Dortmund

          Noch weniger ernst nimmt der Europameister von 1980 offenbar den bislang wenig erfolgreichen Börsengang des finanzstärksten Bundesliga-Konkurrenten Borussia Dortmund. Nach dem Hick-Hack im Transferstreit um Jungnationalspieler Sebastian Kehl sagt er: „Borussia Dortmund wäre in der Tat ein Übernahmekandidat - der Aktienkurs hat sich halbiert. Und die haben immerhin ein schönes Stadion.“

          In Sachen Kehl, habe der FC Bayern kein Problem, dass der Spieler nach Dortmund wechsle, "wir haben nur ein Problem, weil er bei uns eine Vereinbarung hat." Grundsätzlich verteidigt Rummenigge die Handgelder im Transfergerangel. "Handgelder gab es schon zu meiner aktiven Zeit. Das Geschäft wirkt ein bisschen tricky. Aber Dinge wie Handgelder sind auch in der Wirtschaft nichts Ungewöhnliches. Wenn sie einen Top-Investmentbanker von Bank X zu Bank Y eisen wollen, verlangt der auch ein Handgeld."

          "Fernsehsender sollen kein Geld verdienen"

          Noch in einem anderen Wirtschaftsbereich vertritt der Sprecher der europäischen Spitzenclubs G 14 eine klare Position. Die Fernsehsender sollten auch in Zukunft für den Fußball daraufzahlen. "Das ist meine feste Philosophie. Mit Fußball darf ein Sender kein Geld verdienen. Was wäre Sat.1 ohne Fußball, was wäre Premiere? Die müssen bezahlen, damit sie Fußball haben. Geld verdienen sollen sie damit nicht!"

          Rummenigge gesteht indes auch ein, dass der FC Bayern allenfalls ein, zwei Jahre ohne die Gelder aus der Champions League auskommen könnte. "Das können wir uns schon aus Imagegründen nicht leisten, auch finanziell würde es eng. Wir müssen schließlich die hohen Gehälter bezahlen. Die Mannschaft ist bei uns die Kuh, die die Milch gibt, und die muss gut gefüttert, gepflegt und gehegt werden."

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