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Fußball : Jens Lehmann mit Arsenal London englischer Meister

  • Aktualisiert am

Der neue englische Meister Bild: AP

Die „Gunners“ spielen zwar den attraktivsten Fußball in Europa, waren zuletzt aber im nationalen Pokal und in der Champions League ausgeschieden. Jetzt holten sie zum Trost vorzeitig die Meisterschaft.

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          Die „Unbezwingbaren“ von Arsenal London haben mit Torwart Jens Lehmann englische Fußball-Geschichte geschrieben: Mit einer imposanten Erfolgsserie von 34 Spielen ohne Niederlage seit dem Saisonstart der Premier League machten die „Gunners“ mit einem 2:2 bei Tottenham Hotspur ihre insgesamt 13. Meisterschaft und die erste eines Deutschen in England vorzeitig perfekt. Ein derartiger Coup war bisher nur Preston North End gelungen, das jedoch in der Spielzeit 1888/89 bis zum Titel lediglich 22 Spiele ungeschlagen geblieben war.

          Als die Arsenal-Fans nach dem Schlußpfiff an der White Hart Lane mit den Spielern den Triumph ausgerechnet beim verhaßten Londoner Erzrivalen zelebrierten, stapfte Lehmann stocksauer in die Katakomben und trat auf dem Weg dorthin wütend gegen die Plastik-Trinkflasche von Coach Arsene Wenger. Der 34 Jahre alte Keeper ärgerte sich maßlos über seinen Blackout in der letzten Spielminute, als er Tottenhams Robbie Keane im Strafraum zu Fall gebracht hatte und den fälligen Elfmeter zum Endstand hinnehmen mußte.

          Wengers Lob für Lehmann

          „Sicherlich, Jens hat einen Fehler gemacht. Er weiß das, weil er ein intelligenter Spieler ist. Es ärgert ihn selbst am meisten“, kommentierte Coach Wenger, der mit Arsenal seine dritte Meisterschaft in acht Jahren feierte und dabei die Erzrivalen FC Chelsea, der mit einer 1:2-Niederlage bei Newcastle United die Vorlage zur vorzeitigen Meisterfeier lieferte, und Manchester United auf die weiteren Plätze verwies.

          Aber im gleichen Atemzug brach der französische Erfolgstrainer eine Lanze für Lehmann: „Sein Mißgeschick am Ende hat mich nicht beunruhigt, denn die Meisterschaft war längst entschieden und zwar auch dank guter Leistungen von Jens.“ Und natürlich von Superstar Thierry Henry, für den vier Runden vor dem Saisonende nach 33 Premier-League-Einsätzen 29 Tore in der Statistik stehen. „Sicherlich wäre es schön gewesen, den Titel mit einem Sieg zu erringen, aber die Hauptsache ist, wir haben ihn“, meinte der Franzose.

          Auch beim entscheidenden Punktgewinn konnte sich Wenger auf seine „French Connection“ verlassen, denn Patrick Vieira (3.) und Robert Pires (35.) hatten schon vor der Pause für eine komfortable Führung gesorgt, bevor die „Gunners“ erstmals in dieser Saison einen 2:0-Vorsprung verspielten - nicht zuletzt wegen Lehmann.

          Henry „Spieler des Jahres“

          Dennoch gehörte der ehemalige Dortmunder und Schalker während der Saison zu den Leistungsträgern des Star-Ensembles aus Highbury, aus dem besonders Henry herausragt. Der französische Weltmeister von 1998 und Europameister 2000 wurde von der Vereinigung der englischen Fußball-Profis (PFA) bereits zum zweiten Mal nacheinander zum „Spieler des Jahres“ gewählt. In der „Mannschaft des Jahres“ standen gleich sechs Arsenal-Stars, neben Henry dessen Landsmänner Vieira, Pires sowie Sol Campbell, Lauren und Ashley Cole.

          Die Meisterschaft versöhnte die Fans des Traditionsklubs nach dem enttäuschenden Viertelfinal-Aus in der Champions League gegen den Ligarivalen Chelsea. „Dieser souveräne Titel gibt uns neuen Mut für die nächste Saison“, ergänzte Henry, während Wenger bereits die Zukunft plante: „Mit dieser Meisterschaft ist meine Aufgabe hier nicht beendet. Der Klub wird mit jedem Jahr größer und größer und damit auch die Aufgaben und Erwartungen.“

          Wengers Vertrag in London läuft noch bis 2006, und er fühlt sich wohl bei Arsenal. „Hier kann man noch viel bewegen“, sagte der von zahlreichen Klubs umworbene Coach auch mit dem Hinweis auf den geplanten Umzug von Highbury in eine neue, hochmoderne, 60.000 Zuschauer fassende Arena, die dem Klub neue finanzielle Möglichkeiten eröffnen wird.

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