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Fußball in Spanien : FC Barcelona trennt sich von Trainer van Gaal

  • Aktualisiert am

Abschied vom FC Barcelona: Van Gaal muss gehen Bild: dpa

Der spanische Fußball-Traditionsverein hat sich von Trainer Louis van Gaal getrennt. Vorerst soll sein Vorgänger Carlos Rexach die Mannschaft trainieren. Aber der ziert sich.

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          Mit einer Serie von Peinlichkeiten ist die Ära des umstrittenen Fußball-Trainers Louis van Gaal beim FC Barcelona nach nur acht Monaten zu Ende gegangen. Der krisengeschüttelte Traditionsclub und der Coach einigten sich am Dienstag auf eine Formel für die Entlassung des unbeliebten Niederländers. „Wir haben beschlossen, dass es besser ist, wenn sich unsere Wege trennen“, verkündete der 51 Jahre alte van Gaal mit Tränen in den Augen.

          Der Abschied vom 16-maligen spanischen Meister wird van Gaal mit einer Abfindung in Millionenhöhe versüßt. Für die vorzeitige Auflösung seines bis 2005 laufenden Vertrags standen ihm sechs Millionen Euro zu. Wie viel er davon erhält, darüber wahrte er Stillschweigen.

          Ein Rauswurf als Posse

          Die Entlassung des Trainers geriet bei Barca zu einer beispiellosen Posse, die den Katalanen Hohn und Spott einbrachte. Nachdem die Fans bereits seit Wochen den Rauswurf des Niederländers gefordert hatten, rang Vereinspräsident Joan Gaspart sich erst nach der jüngsten 0:2-Schlappe bei Celta de Vigo und dem Sturz auf Rang zwölf in der Primera Division dazu durch, dem Coach den Stuhl vor die Tür zu setzen. Aber zu einer „ordentlichen“ Entlassung reichte es nicht.

          Der einst reichste Fußball-Club der Welt steckt mittlerweile in so großen Geldproblemen, dass er die Abfindung nicht zahlen konnte. Er erklärte van Gaal zunächst für abgesetzt, aber nicht für gefeuert. „Der totale Wahnsinn!“, wunderte sich das Sportblatt „As“. Kommentatoren fühlten sich an einen Klamaukfilm der Marx Brothers erinnert. Erst nach stundenlangem Feilschen um die Abfindung wurde die Entlassung perfekt.

          Der neue Trainer ist der alte

          Die Krise bei Barca ist damit allerdings längst nicht ausgestanden. Das Training bei den Blau-Roten sollte zunächst Carles Rexach leiten - der Vorgänger van Gaals. Aber der ziert sich und bat um Bedenkzeit. Derzeit kümmert sich der dritte Trainer des Vereins, Tono de la Cruz, um die Mannschaft. Über die endgültige Besetzung des Trainerpostens soll erst später entschieden werden. „Rexach - das hat uns gerade noch gefehlt!“, protestierte das Fachblatt „Sport“ bereits. „Charly hat sich erst in der vorigen Saison als nicht geeignet erwiesen.“

          Rexach, der frühere Assistent von Trainer Johan Cruyff, war bereits 2001 als Notlösung eingesprungen, als Trainer Llorenc Serra Ferrer entlassen wurde. Der „freundliche Charly“ hat immerhin einen großen Vorteil: Er steht bereits als Talentsucher auf der Gehaltsliste des Clubs. Seine Verpflichtung bedeutet keine zusätzlichen Ausgaben. Wie lange er bleibt ist offen - zumal zuletzt auch der Deutsche Bernd Schuster, der als Trainer in der zweiten spanischen Liga arbeitet, als Nachfolger van Gaals gehandelt wurde.

          Aber Barcelona wird nach dem Trainerwechsel nicht zur Ruhe kommen. Dafür wird schon der Streit um den Posten des Präsidenten sorgen. „Joan Gaspart ist der Hauptschuldige für die Misere“, urteilt „Sport“. „Er verfolgt keine Linie mehr. Seine Politik ist nur noch Pfuschwerk.“ Der Clubchef gab sich davon ungerührt und betonte, er denke überhaupt nicht an einen Rücktritt.

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