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Fußball in Italien : Lizenzentzug für Römer: Lazio und AS vor dem Aus

  • Aktualisiert am

Die beiden populären italienischen Fußballklubs stehen noch ohne Lizenz da und haben an der Börse deshalb kräftig verloren.

          2 Min.

          Der italienische Fußball versinkt im Schulden-Chaos. Vorläufiger Höhepunkt der Finanz-Krise: Den beiden Hauptstadtvereinen AS und Lazio Rom wurde vorerst die Lizenz entzogen.

          Beide Klubs legten bereits Einspruch gegen die Entscheidung ein und haben nun bis zum nächsten Mittwoch Zeit, ihre Finanzen zu ordnen. Vor allem Lazio dürfte dies bei einer Schuldenlast von rund 27 Millionen Euro schwer fallen. Dagegen belaufen sich die Verbindlichkeiten des AS Rom „lediglich“ auf 6,9 Millionen Euro.

          Als erste Reaktion auf den drohenden Ausschluss aus der Serie A gaben die Aktienkurse der beiden an der Mailänder Börse notierten Klubs deutlich nach. „Was da passiert ist, ist eine sehr ernste und schwerwiegende Sache“, sagte Lazio-Präsident Sergio Cragnotti. „Vor allem, weil beide Klubs an der Börse sind und solche Nachrichten dort große Auswirkungen haben können.“

          Kommunikationsprobleme?

          Zusätzlich verstärkt wurde der Kurseinbruch durch die Negativ-Schlagzeilen der italienischen Zeitungen. „Fußball-Chaos. Rote Zahlen und Ungereimtheiten. Das ist der Tanz auf dem sinkenden Schiff“, titelte die Gazzetta dello Sport. „Chaos in der Serie A. Lazio und Roma müssen nachsitzen“, meinte der Corriere dello Sport, und Tuttosport schrieb: „Erdbeben in der Liga. Kampf um die Rettung der römischen Klubs.“

          Cragnotti macht ein Kommunikationsproblem für den Lizenzentzug von Lazio verantwortlich. Ein Brief seines Klubs, in dem die Gläubigerbanken ihre Bereitschaft zur Kapitalerhöhung signalisierten, sei noch nicht bei der Liga angekommen.

          Auch die AS-Verantwortlichen berufen sich auf ähnlichliche Probleme. Die Liga hätte Einnahmen von Sponsoren nicht berücksichtigt, sagte Präsident Franco Sensi. Roms Bürgermeister Walter Veltroni rief die Verantwortlichen der Liga zum Umdenken auf: „Die Serie A ohne Rom ist unvorstellbar.“

          Galliani regiert rigoros

          Doch nicht nur die römischen Klubs, auch sechs Zweitligisten erhielten zunächst keine Lizenz, darunter die Traditionsklubs AC Florenz und SSC Neapel. In der Serie C wurde sogar 15 Klubs die Spielgenehmigung verweigert.

          Die Lizenzverweigerungen sind die ersten Auswirkungen der Politik des neuen Liga-Präsidenten Adriano Galliani. Während die Liga in der Vergangenheit großzügig über die Schuldenberge der Klubs hinweg gesehen hat, regiert der neue Chef mit rigoros.

          Konsequenter Sparkurs

          Galliani, der Bayern München als vorbildlich geführten Klub preist, will die Vereine mit strengen Vorgaben zu Einsparungen zwingen. So dürfen die Schulden ein Drittel des Umsatzes nicht übersteigen. Daran hapert es momentan bei den römischen Klubs, die zudem noch mit Beiträgen an die Liga im Rückstand sind.

          Der von Galliani eingeschlagene Sparkurs scheint die letzte Rettung für den italienischen Fußball zu sein, dessen Profiklubs eine Schuldenlast in Höhe von 1,039 Milliarden Euro mit sich herumschleppen. Selbst Stars wie Ronaldo und Christian Vieri (beide Inter Mailand) haben den Ernst der Lage erkannt und sind zu Gehaltskürzungen bereit.

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