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Fußball in Brasilien : Der vermeidbare Tod von Serginho

  • Aktualisiert am

Brasilien war vom Tod des jungen Fußballers geschockt Bild: REUTERS

Der brasilianische Fußballprofi Serginho hätte nicht sterben müssen. Sein Klub mißachtete ein Attest, das die Sportuntauglichkeit des Verteidigers wegen eines Herzfehlers bescheinigte.

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          Der oberste Sportgerichtshof Brasiliens (STJD) hat dem Fußball-Erstligaverein Sao Caetano wegen des irregulären Einsatzes von Verteidiger Serginho mit dem Abzug von 24 Punkten bestraft und zudem langjährige Sperren gegen Klubpräsident Nairo Ferreira und Vereinsarzt Paulo Forte ausgesprochen.

          Serginho war am 27. Oktober während des Spiels beim FC Sao Paulo nach einem Herzinfarkt tot zusammengebrochen. Nach der achtstündigen Sitzung in der Nacht zum Dienstag in Rio de Janeiro sahen es die vier STJD-Mitglieder als erwiesen an, daß der Klub eine Warnung des Herzinstituts Incor unterschlagen habe. Die Klinik hatte bei einer Routine-Untersuchung im Februar bei Serginho einen Herzfehler festgestellt und ihm daraufhin dessen Sportuntauglichkeit attestiert.

          Anklage wegen Mordes droht

          Sao Caetano verlor für vier Einsätze von Serginho je sechs Punkte. Dabei wurden nur die Partien vom 30. September bis zu seinem Tod berücksichtigt. Zudem wurden Ferreira für zwei Jahre und Forte für vier Jahre von allen Tätigkeiten im Sport ausgeschlossen. Außerdem muß der Klub, der seine Hoffnungen auf den Libertadores-Cup nach dem Fall vom vierten auf den 15. Platz begraben muß, umgerechnet rund 11.300 Euro Strafe bezahlen.

          Sao Caetano will innerhalb von 72 Stunden Einspruch gegen das Urteil einlegen. Für diesen Fall wird das STJD voraussichtlich am kommenden Montag eine endgültige Entscheidung treffen. Gegen Ferreira und Forte wird auch zivilrechtlich ermittelt. Beiden droht eine Anklage wegen vorsätzlichen Mordes.

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