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Fußball : Herrlich hat Hirntumor

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Vor 10 Tagen noch im Einsatz: Heiko Herrlich Bild:

Beim ehemaligen Fußball-Nationalspieler Heiko Herrlich von Borussia Dortmund ist ein Gehirntumor festgestellt worden.

          Mit großer Betroffenheit haben Funktionäre und Mannschaft von Borussia Dortmund auf die schwere Erkrankung von Heiko Herrlich reagiert. Wie eine Untersuchung am Montag in Dortmund ergab, ist der 28 Jahre alte Fußball-Stürmer an einem Gehirntumor erkrankt.

          Der börsennotierte Fußballclub teilte die Erkrankung des Stürmers am Dienstagmorgen in einer ad-hoc-Meldung mit. BVB-Manager Michael Meier sagte, die Mitteilung sei „selbstverständlich“ mit dem Spieler abgesprochen gewesen. Die Betreuerbanken und die Anwälte hätten dem Verein empfohlen, angesichts der Ernsthaftigkeit der Erkrankung die Nachricht zu veröffentlichen. Meier nannte die Debatte um Sinn und Unsinn der Veröffentlichung aber „angesichts des persönlichen Schicksalsschlages“ müßig.

          Herrlich hatte in den vergangenen Tagen über Sehstörungen geklagt und sich am vorigen Donnerstag in ärztliche Behandlung begeben. „Die Nachricht hat uns außerordentlich betroffen gemacht. Das zeigt, dass es wichtigere Dinge gibt als Spielergebnisse und Tabellen“, sagte Vereinspräsident Gerd Niebaum am Dienstag. Wie der Tumor im Mittelhirn in den kommenden Tagen in einer Dortmunder Klinik unter Leitung von Professor Michael Schwarz therapiert werden soll, hängt von den Ergebnissen weiterer Untersuchungen ab. Laut BVB-Mannschaftarzt Michael Preuhs, der Präsidium und Mannschaft über die Diagnose informierte, ist eine vollständige Genesung von Herrlich aus jetziger medizinischer Sicht möglich.

          Comeback möglich

          Auch Niebaum machte Hoffnung auf eine Rückkehr des Torjägers in den BVB-Kader: „Die Ärzte haben ihm in Aussicht gestellt, dass eine Rückkehr in seinen Beruf durchaus möglich ist.“ Um Spekulationen über seinen Gesundheitszustand zu vermeiden, sprach sich Herrlich selbst dafür aus, die Diagnose öffentlich zu machen. „Er ließ mir ausrichten, dass sich die Mannschaft von der Nachricht nicht schocken lassen, sondern die nächsten Spiele für ihn spielen soll“, sagte Niebaum.

          BVB-Manager Michael Meier sprach von einem „Schicksalsschlag“. Innerhalb des Teams machte sich nach dem ersten Schreck verhaltener Optimismus breit. „Die Ärzte haben ihm und uns Hoffnungen gemacht, dass alles gut wird“, sagte Ersatz-Keeper Wolfgang de Beer. Nicht minder zuversichtlich gab sich Mittelfeldspieler Miroslav Stevic: „Ich habe Heiko als positiven Typen kennen gelernt. Er kann sich jetzt am besten selbst helfen. Ich bin sicher, er kommt wieder.“

          Im Kreise der Nationalmannschaft, die sich derzeit auf das Länderspiel gegen Dänemark am Mittwoch in Kopenhagen vorbereitet, herrschte ebenfalls Nachdenklichkeit. „Uns hat die schlechte Nachricht sehr schockiert. Heiko gehört zum erweiterten Kreis der Nationalmannschaft und wir hoffen alle, dass sich die Situation für ihn positiv gestaltet“, sagte DFB-Teamchef Rudi Völler. Auch Kapitän Oliver Bierhoff zeigte Mitgefühl: „Solche Nachrichten rufen einem in Erinnerung, dass Gesundheit das höchste Gut ist.“

          Herrlich steht seit 1995 in Diensten der Borussia. Der ehemalige Gladbacher ist mit derzeit sieben Treffern der erfolgreichste BVB- Torschütze der laufenden Saison. Der Vertrag des Angreifers, dem Angebote aus Italien und von Bayer Leverkusen vorliegen sollen, läuft zum Saisonende aus.

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