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Fußball : Hamburg stoppt Schalke

  • -Aktualisiert am

Dritter Treffer im dritten Spiel hintereinander: Erik Meijer Bild: dpa

Die erste Heimniederlage der Saison hat Schalke 04 im Kampf um die Tabellenspitze erneut zurückgeworfen. „Es ist bitter und tut weh“, sagte Andreas Möller nach dem 0:1 gegen den HSV.

          Der Hamburger SV hat dem FC Schalke 04 die Rückkehr an die Tabellenspitze verbaut und den Westfalen die erste Heimniederlage der Saison verpasst. Mit einem Tor des Niederländers Eric Meijer drei Minuten vor dem Ende des Sonntagsspiels besiegte der HSV die Gelsenkirchener etwas glücklich mit 1:0.

          Der erste Auswärtssieg nach acht Pleiten inklusive des 2:4 in der vergangenen Woche bei Borussia Dortmund war für die Hanseaten im Abstiegskampf lebenswichtig. Nach der Niederlage vor 37.421 Zuschauern im Parkstadion herrschte Ernüchterung bei den Gastgebern, denn Tormöglichkeiten zum Drei-Punkte-Gewinn und dem Sprung auf die „Pole Position“ der Liga hatten sich reichlich geboten.

          „Wir waren wieder eine Mannschaft“

          „Ich bin ganz schön enttäuscht. Ich hatte das 1:0 zweimal auf dem Fuß. Ich muss ein Tor machen, aber wir verlieren 0:1“, sagte Schalke-Stürmer Gerald Asamoah. „Wir hatten es selbst in der Hand, wieder Erster zu werden. Es lag ganz allein an uns, dass wir es nicht gepackt haben, nicht am Schiedsrichter, nicht am HSV“, meinte Ex-Nationalspieler Andreas Möller. „Es ist bitter und tut weh.“

          Der Mittelfeldregisseur hatte in der 58. Minute eine Flanke geschlagen, die Emile Mpenza ins Tor köpfte. Doch der Unparteiische Jörg Keßler (Wogau) gab den Treffer nicht, weil sein Assistent angezeigt hatte, der Ball wäre vor Möllers Flanke im Toraus gewesen. „Ich habe den Ball im Aus gesehen“, erklärte auch HSV-Torwart Hans-Jörg Butt. „Aber das spielt keine Rolle mehr.“ Auch die Schalker stimmten darüber kein großes Wehklagen an. Allerdings meinte Möller: „Der Linienrichter war ja im Laufen, der konnte es gar nicht sehen. Der hat spekuliert, dass der Ball im Aus war. Es war eine Fehlentscheidung.“ Doch der 33-Jährige sagte, letztlich habe man sich die Niederlage durch die schwache Chancenauswertung selbst eingebrockt.

          Schalke von Beginn an unter Druck

          Der HSV, der in neun Spielen seit Oktober 1996 die Schalker schon sechsmal bezwingen konnte und drei Remis erreichte, hatte den Erfolg bitter nötig. „Wer so spielt und kämpft, wie wir heute, kann jede Mannschaft schlagen“, sagte Bernd Hollerbach. Und Nico Kovac beschrieb den wichtigsten Unterschied zu den vergangenen Spielen: „Der Sieg war glücklich, aber nicht unverdient. Wir waren wieder eine Mannschaft auf dem Platz.“ Vor dem Heimspiel gegen Stuttgart weist das Team von Frank Pagelsdorf nun vier Punkte Vorsprung zu den Abstiegsplätzen auf. Die Gäste waren durch Konter oft sehr gefährlich. In der 73. Minute hatte Mehdi Mahdavikia schon die Chance zur Führung, als er nach einem Solo an Oliver Reck scheiterte. Die Vorfreude, den Ruhrrivalen Dortmund vom Tabellen-Thron zu stoßen, war zunächst groß.

          Rostocks Trainer Friedhelm Funkel wurde einen Tag nach dem Sieg seines Hansa-Teams über Bayern München „Auf Schalke“ wie ein Volksheld empfangen. „Vielen Dank, Friedhelm, das hat deine Mannschaft super gemacht“, begrüßten die Schalke-Ordner den früheren Duisburger und Uerdinger Coach. Dessen Team hatte mit dem 3:2 über den Titelverteidiger die Grundlage dafür geschaffen, dass die Gelsenkirchener hätten Spitzenreiter werden können. Die Schalker, bei den überraschend Kapitän Tomasz Waldoch nach überstandener Sprunggelenksoperation mitwirkte, standen zunächst stark unter Druck.

          Waldochs Fehler führte zum 0:1

          Kovac scheiterte freistehend an Reck, Sergej Barbarez traf die Latte. Dann setzten die Schalker dreimal bei guten Tormöglichkeiten den Ball links neben das Hamburger Tor. Asamoah schoss in der 31. und 36. Minute zweimal fast von der gleichen Stelle das Leder knapp am Kasten von Butt vorbei. Das erste Mal nach guter Vorarbeit von Jörg Böhme mit der Innenseite, beim zweiten Versuch donnerte er nach einer akrobatischen Szene von Ebbe Sand den Ball aus sechs Metern mit dem Vollspann am Ziel vorbei. Statt Torjubel anzustimmen, stieß das Publikum laute Leidensschreie aus, als auch noch Torjäger Sand zwei Minuten später nach Flanke von Michael Büskens vom Torraum direkt abzog, aber auch das HSV-Gehäuse verfehlte. Auch in der zweiten Hälfte hatten die Schalker, die nächsten Samstag in Frankfurt antreten, durch Sven Kmetsch noch eine Riesenchance, aber kurz vor dem Ende unterlief Waldoch ein Fehler, der zum 0:1 führte.



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