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Fußball : Glücksseligkeit in Königsblau: Schalke Herbstmeister

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Münchens Matchwinner: Balljongleur Giovane Elber Bild: ap

Der FC Schalke 04 ist einem Titel in der Fußball-Bundesliga ganz nahe. Zumindest theoretisch, denn in 26 von 37 Fällen stand der „Herbstmeister“ auch am Ende an der Spitze. Überraschung in der Fußball-Bundesliga.

          Der FC Schalke 04 ist einem Titel in der Fußball-Bundesliga ganz nahe. Zumindest theoretisch, denn in 26 von 37 Fällen stand der „Herbstmeister“ auch am Ende an der Spitze. Der FC Schalke 04 hat sich erstmals nach 29 Jahren wieder den Halbzeit-Titel gesichert. „Wir können Meister werden“, sprach Torjäger Ebbe Sand auch das aus, was die vielen Fans hören wollen.

          Denn wie so oft patzte Bayer Leverkusen in einem entscheidenden Spiel - beim VfL Bochum gab´s ein peinliches 2:3. Der FC Bayern München gewann mit einer eher bescheidenden Darbietung 2:1 gegen den Hamburger SV. Das„königsblaue Wunder“ hat bei den Titelfavoriten Bayer Leverkusen und Bayern München zur Halbzeit den Frust geschürt. „Es ist schon gravierend“, schimpfte Bayers Coach Berti Vogts nach der verpassten Rückkehr an die Spitze. „Wir werden uns entsprechend verstärken.“ Bei den ebenfalls zu Verfolgern degradierten Bayern moserte „Vize“ Karl-Heinz Rummenigge: „Ich habe mir die Brille aufgesetzt, weil ich dachte, ich sehe nicht recht. Aber mit Brille war es auch nicht besser.“

          Bayern München - Hamburger SV 2:1 (1:0)

          Nur 32 000 Zuschauer in der umstrittenen Betonschlüssel Olympiastadion, eine über weite Strecken allenfalls durchschnittliche Vorstellung, viele Fehler und viel Glück: Dennoch war das alles kein Anlass beim FC Bayern, um Kritik zu üben. Ganz im Gegenteil: Verteidiger Thomas Linke stufte den Sieg „so wichtig wie das Schlüsselerlebnis der letzten Saison beim SC Freiburg“ ein, es seien Erfolge, „die Meilensteine für eine Meisterschaft sein können.“ Matchwinner bei den Bayern: Giovane Elber, der mit gütiger Unterstützung von HSV-Torwart Hans-Jörg Butt ganz allein den 0:1 Rückstand von Sergej Barbarez (28.) per Kopf (64.) und Fuß (67.) in einen 2:1-Sieg umwandelte. „Ohne seine Tore sind wir nur die Hälfte wert“, lobte Jens Jeremies, der in der Mittelfeldzentrale gemeinsam mit Stefan Effenberg selten die Kontrolle übers Spiel bekam.

          Hansa Rostock - Werder Bremen 5:2 (2:1)

          Christian Brand war der Mann des Tages: Vom damaligen Werder-Coach Felix Magath aussortiert, findet der 28-Jährige beim FC Hansa wieder zu alter Stärke. Was für das gesamte Team der Gastgeber an diesem windigen Abend auf der „Baustelle“ Ostseestadion galt. Erleichtert war Trainer Friedhelm Funkel: „Wir sind hohes Tempo gegangen und haben endlich einmal unsere Torchancen konsequent ausgenutzt.“ Die Treffer von Steffen Baumgart (9.), Rayk Schröder (42.), Mannschaftskapitän Peter Wibran (55.), Brand (79.) und Yasser Radwan (81.) sorgten bei 12.000 zerzausten Zuschauern für lang anhaltenden Jubel. Dieser Torflut konnten die Gäste nur zwei Treffer von Mladen Krstajic (38.) und Claudio Pizarro (75.) entgegenstellen. Zudem erwies man sich beim SV Werder als unfairer Verlierer. Die Bremer hatten großes Glück, dass Schiedsrichter Wolfgang Stark (Ergolding) eine Tätlichkeit von Krstajic ebenso übersah wie eine Spuckattacke von Torjäger Rade Bogdanovic. Gegen den 1. FC Köln war ein hässlicher Fußtritt des Brasilianers Ailton ebenfalls ungeahndet geblieben. Ob des erneuten Rückfalls machte sich bei den Grün-Weißen fast schon routinierte Enttäuschung breit. „Wenn man nicht aggressiv zur Sache geht, darf man sich über ein solches Ergebnis nicht wundern“, formulierte Geburtstagskind Dieter Eilts. Die Kritik von Torhüter Frank Rost fiel wie üblich härter aus: „Ich habe das fast geahnt. Immer, wenn wir einen Schritt gemacht haben, machen wir wieder zwei zurück. Jetzt hat auch wohl der Letzte begriffen, dass wir nicht um Rang sechs, sondern um die Plätze zehn bis 18 spielen.“

          1. FC Köln - Borussia Dortmund 0:0

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