https://www.faz.net/-gtl-73dqh

Fußball-Glosse : Verrat in der U-Bahn

Geschwätziger U-Bahn-Fahrer: Roy Hodgson Bild: AFP

Roy Hodgson hat den Verzicht auf Rio Ferdinand bekanntgegeben. Nicht auf einer Pressekonferenz und auch nicht im persönlichen Gespräch. Hodgson hat es Fans auf dem Weg zu einem Spiel erzählt.

          1 Min.

          Jetzt, da der Fußballprofi Michael Ballack Geschichte ist, ergießt sich mancher Spott über dessen verpatztes Karrierefinale. Was dabei vergessen wird: Zu einer schmerzhaften Scheidung gehören meistens zwei. Insofern wird vor allem Ballack selbst nicht in unverbrüchlicher Sympathie an Joachim Löw zurückdenken, der den Abschied des „Capitano“ aus dem Nationalteam entschlossener hätte moderieren können. Ob tröstlich oder nicht - dass alles immer noch schlimmer kommen kann, war in England zu beobachten.

          Dort wird sich der frühere Kapitän Rio Ferdinand wohl damit abfinden müssen, nicht mehr für die „Three Lions“ zu spielen. Das gab Nationaltrainer Roy Hodgson freilich nicht in einem persönlichen Gespräch oder bei einer Pressekonferenz bekannt - sondern in der U-Bahn im Gespräch mit Fans, die wie er auf dem Weg zu einem Spiel des FC Arsenal waren.

          Danke, Trainer: Rio Ferdinand
          Danke, Trainer: Rio Ferdinand : Bild: dpa

          Hodgson wird auf der Insel zwar wegen seiner Volksnähe geschätzt, aber diese Indiskretion ging doch ein bisschen zu weit. Auch wenn er seine angeblichen Worte später relativierte und Ferdinand um Entschuldigung bat. Die „Sun“ druckte eine Karikatur, die den Bahnfahrer Hodgson an der Haltestelle zeigt, hinter ihm Plakate mit Slogans aus Weltkriegstagen: „Keep it under your hat“ und „Careless talk costs lives“. Leben kostet Geschwätzigkeit im Fußball glücklicherweise nicht, den guten Ruf mitunter schon.

          Christian Kamp
          Sportredakteur.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          „Impfen ohne Anmeldung“: Mit niederschwelligen Angeboten (wie hier vor dem Kongresshaus in Salzburg)  versucht Österreich, die Impfquote zu erhöhen.

          Impfen im Europa-Vergleich : Impfmuffel und Impfwillige

          In ostmitteleuropäischen Ländern wie Österreich, Ungarn, der Slowakei und der Tschechischen Republik versuchen die Regierungen verzweifelt, die Impfquote zu erhöhen. Dagegen fehlt in Spanien und Portugal der Impfstoff.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.