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Fußball : Fifa-Exekutive: WM 2010 definitiv in Afrika

  • Aktualisiert am

Haben die neue Transferregelung besiegelt: Fifa-Präsident Blatter und Uefa-Chef Johansson Bild: dpa

Nach der denkbar knappen Entscheidung für die WM 2006 hat die Fifa-Exekutive Konsequenzen gezogen. Die WM 2010 wird definitiv auf dem afrikanischen Kontinent stattfinden.

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          Die Endrunde der Fußball-Weltmeisterschaft findet 2010 erstmals auf dem afrikanischen Kontinent statt. Diese Entscheidung traf das Exekutivkomitee des Internationalen Fußball-Verbandes (Fifa) am Donnerstag in Zürich. Die Fifa-Exekutive hat einstimmig beschlossen, dass sich für die WM in neun Jahren kein Land von einem anderen Kontinent für die Ausrichtung bewerben kann.

          Durch diesen Beschluss gilt Südafrika als Favorit auf die Gastgeber-Rolle des ersten WM-Turniers in Afrika. Das Land am Kap war im Rennen um die WM 2006 denkbar knapp an Deutschland gescheitert. Doch auch das schon dreimal mit WM-Bewerbungen erfolglose Marokko sowie Nigeria oder Ägypten haben bereits mehrfach Interesse an einer WM im eigenen Land signalisiert.

          Bewerbungen von nur einem Kontinent hatten in der WM-Geschichte bislang lediglich für 2002 aus Asien vorgelegen. Auf Grund des großen finanziellen Aufwandes von Japan und Südkorea für ihre jeweiligen Kandidaturen entschloss sich die Fifa jedoch zur bisher einmaligen Vergabe einer Endrunde an beide Länder zusammen.

          Uefa-Chef: „Entscheidung musste für Afrika fallen

          Präsident Lennart Johannson (Schweden) von der Europäischen Fußball-Union (Uefa) meinte nach diesem Beschluss: „Die Entscheidung musste einfach für Afrika ausfallen.“ Dieses Votum ist aber noch keine Entscheidung zu Gunsten Südafrikas, das aber wohl als Favorit angesehen werden muss. Fifa-Pressesprecher Andreas Herren stellte klar: „Es ist noch nichts versprochen worden. Es gibt keine definitiven Pläne für die Vergabe der WM 2010 an ein bestimmtes Land.“

          Bei den Afrikanern löste das Votum Freude aus. „Das gibt dem afrikanischen Kontinent neue Hoffnung. Wir glauben, dass wir jetzt auf der Weltbühne eine bessere Rolle spielen können“, meinte Generalsekretär Danny Jordaan vom südafrikanischen Verband (Safa). Offen blieb, wie das bereits von der Fifa angekündigte Rotationsprinzip bei der Vergabe der alle vier Jahre stattfindenden WM-Endrunde künftig funktioniert.

          In der Diskussion sind zwei Varianten. Einerseits könnten alle sechs Kontinental-Konföderationen der Fifa (Europa, Afrika, Asien, Ozeanien, Südamerika sowie Nord- und Mittelamerika und Karibik) nacheinander eine WM ausrichten, so dass jeder Kontinent alle 24 Jahre Schauplatz einer WM sein würde. Andererseits hofft Europa auf Grund seiner großen Bedeutung sowohl in sportlicher als auch wirtschaftlicher Hinsicht, dass jedes zweite WM-Turnier wie bereits seit 1958/1962 (Schweden/Chile) praktiziert auf dem Alten Kontinent stattfindet und die dazwischen liegenden Endrunden im regelmäßigen Wechsel unter den übrigen Konföderationen aufgeteilt werden.

          Blatter sichert sich Stimmen für Fifa-Präsidenten-Wahl

          Die Rotation der WM-Turniere ist die Konsequenz aus dem dramatischen Wahlkampf um die WM 2006. Deutschland setzte sich im vergangenen Juli in der Stichwahl der Fifa-Exekutive mit 12:11 Stimmen gegen Südafrika durch, da Ozeaniens neuseeländischer Vertreter Charles Dempsey sich in der entscheidenden Abstimmung seines Votums enthalten hatte. Im Falle eines Patts hätte Fifa-Boss Sepp Blatter mit seiner zweiten Stimme voraussichtlich für die Kap-Republik gestimmt, nachdem der Schweizer Afrika im Vorfeld der Entscheidung mehrfach den Zuschlag für die WM 2006 versprochen hatte. Durch die Entscheidung pro Afrika am Donnerstag könnte Blatter sich zugleich einige wichtige Stimmen aus Afrika für die Wahlen zum Fifa-Präsidenten im nächsten Jahr bei der WM 2002 in Japan und Südkorea gesichert haben.

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