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Fußball : Fallrückzieher von Blatter

  • Aktualisiert am

Gruezi: Fifa-Chef Sepp Blatter Bild: AP

Fifa-Präsident Blatter sorgt für ein gehöriges Durcheinander. Die WM 2010 geht nach Afrika, hieß es zunächst. Nun rudert Blatter zurück: Es gibt noch keine Entscheidung.

          Fifa-Präsident Joseph Blatter hat in Zürich für Verwirrung gesorgt. Der Schweizer Chef des Internationalen Fußball-Verbandes widersprach dem von der Fifa am Vortag verkündeten Beschluss des Exekutiv-Komitees, wonach die WM 2010 an ein Land aus Afrika vergeben werden soll.

          „Niemand hat gesagt, dass das Turnier definitiv in Afrika stattfinden wird“, betonte Blatter. Noch am Donnerstag hatte die Fifa allerdings verkündet, „dass die Rotation der Weltmeisterschaften 2010 in Afrika beginnen wird.“ Exekutiv-Mitglieder der Fifa hatten den angeblich einhelligen Beschluss bereits kommentiert. „Die WM muss nach Afrika“, sagte Lennart Johansson, Chef der Europäischen Fußball-Union (Uefa). Und David Will (Schottland) meinte: „Jeder stimmt überein, dass Afrika dran ist.“

          Fifa von Rotation noch weit entfernt

          Blatter versuchte nun, die offenbar voreiligen Fifa-Pressemeldungen und Funktionäre zurückzupfeifen: „Ich habe das Exekutiv-Komitee, im Geist der Solidarität, gebeten, dass sie sich überlegen sollten, ein afrikanische Land zum WM-Gastgeber zu machen, wenn das neue Rotationssystem beginnt.“ Über die Rotation unter den sechs Konföderationen solle aber erst am 5./6. Juli auf dem Kongress in Buenos Aires entschieden werden. Doch auch dieser Termin gilt als sehr optimistisch. Die Entscheidung pro Rotation könnte auch erst während der Fifa-Sitzungen bei der WM 2002 in Japan und Südkorea fallen.

          Fifa-Sprecher Andreas Herren versuchte die Verwirrung aufzukären. „Das Statement vom Donnerstag wurde nach den zu diesem Zeitpunkt verfügbaren Informationen herrausgegeben. Aber das Exekutiv-Komitee hat seine Position heute konkretisiert“, sagte Herrren der Presseagentur AP und entschuldigte sich für das entstandene Durcheinander.

          Offenbar ist der Wunsch der Fifa, die Weltmeisterschaften im Rotationsverfahren zu vergeben, nur schwer zu verwirklichen. „Die Rotation ist bedeutend für den Fußball, aber es gibt noch viele große Probleme“, sagte Fifa-Generalsekretär Michael Zen-Ruffinen. Es müsse sichergestellt werden, dass es eine wirkliche Wahl gebe. „Einige Konföderationen haben mehr Länder, die in der Lage sind eine WM auszurichten als andere, und wir müssen sicherstellen, dass der Kreis der Anwärter so groß wie möglich ist“, meinte Zen-Ruffinen.

          Blatter favorisierte Südafrika schon für 2006

          Südafrika hatte den verbreiteten Entschluss der Fifa bereits überschwänglich begrüßt. „Das ist eine wundervolle Nachricht. Das gibt uns in Afrika neue Hoffnung und eine neue Möglichkeit. Ich hoffe, dass wir uns diesmal durchsetzen“, sagte der Generaldirektor des südafrikanischen Fußball-Verbandes, Danny Jordaan. Er war auch Chef des WM-Bewerbungskomitees Südafrikas für die WM 2006.

          Bei der WM-Vergabe im Juli vergangenen Jahres durch die 24-köpfige Fifa-Exekutive war die Kap-Republik mit 11:12 Stimmen auf Grund der Stimmenthaltung des Neuseeländers Charles Dempsey an Deutschland gescheitert. Bei einer Patt-Situation hätte die Stimme von Fifa-Präsident Joseph Blatter den Ausschlag gegeben. Der Schweizer hatte Südafrika schon für die WM 2006 favorisiert.

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