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Fußball : „Es gibt Grund, sich um Hertha zu sorgen“

  • Aktualisiert am

Leere Hände: Dieter Hoeneß Bild: REUTERS

Die finanzielle Lage von Hertha BSC ist düster. Bei der Mitgliederversammlung des Bundesligaklubs gab es aber auch gute Nachrichten: Eine davon war die Vertragsverlängerung mit Trainer Götz.

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          Manager Dieter Hoeneß hat am Montag auf der Mitgliederversammlung des Fußball-Bundesligaklubs Hertha BSC Berlin die finanziell ernste Situation des Traditionsklubs bestätigt.

          „Es gibt berechtigten Grund, sich um Hertha BSC zu sorgen“, erklärte Hoeneß, der zuvor mit der Vertragsverlängerung von Trainer Falko Götz um zwei Jahre bis 2008 den rund 1.000 Anwesenden im ICC-Gebäude noch positive Neuigkeiten vermeldet hatte. Der frühere Bundesliga-Profi Hoeneß kündigte allerdings an, daß in den nächsten Monaten ein tragfähiges Finanzierungskonzept zum Abschluß gebracht“ werde. Zudem stellte Hoeneß einen Vertrag „mit einem strategischen Partner aus der deutschen Wirtschaft“ in Aussicht, allerdings nicht innerhalb der kommenden sechs Monate.

          Operativer Überschuß

          Insgesamt drücken den zweimaligen deutschen Meister Verbindlichkeiten von 35,2 Millionen Euro, davon 17,7 Millionen Euro kurzfristige Verbindlichkeiten bei Banken. Diese Zahlen präsentierte Hertha-Finanzchef Ingo Schiller, der allerdings erstmals seit drei Jahren positive Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2004/2005 vermeldete. Die Bilanz wies bei einem Umsatz von 79 Millionen Euro einen operativen Überschuß von 11,3 Millionen Euro aus. In den drei Geschäftsjahren zuvor hatte Hertha ein Minus von mehr als 16 Millionen Euro erwirtschaftet.

          Das Plus resultiert allerdings allein daraus, daß der Klub Rechte an Tochtergesellschaften ausgeliedert hat. Ohne diesen Sondereffekt hätte es laut Schiller ein Minus von 4,2 Millionen Euro gegeben. Die Zahlen diktieren den Berlinern einen weiteren Sparkurs. Aktuelle Finanzlöcher sind zuletzt bereits durch vorgezogene Einnahmen („Signing Fees“) durch Sponsoren gestopft worden. Der Verein beziffert seine Mindereinnahmen in den vergangenen vier Jahren durch Stadionumbau (15 Millionen), Kirch-Krise (12 Millionen) und Investitionen in die Infrastruktur (8 Millionen) auf insgesamt 35 Millionen Euro.

          Sportlich läuft es besser

          Politiker der Stadt hatten durch diverse Äußerungen Fragen nach der Liquidität des Vereins aufgeworfen. Berlin müsse der Hertha mit verbesserten Konditionen beim Pachtvertrag für das Olympiastadion (bis 2017) entgegenkommen, um die Existenz des Klubs nicht zu gefährden, hieß es. Der neue Kontrakt erspart den Berlinern rund eine Million Euro pro Saison. Sportlich dagegen läuft es besser für die Berliner, woran auch Trainer Falko Götz seinen Anteil hat.

          Die Vertragsverlängerung mit dem früheren Bundesligaprofi von Bayer Leverkusen und 1. FC Köln (242 Spiele/44 Tore), der zwischen 1995 und 1997 in der 2. Liga auch für die Hertha spielte, war keine Überraschung. Seit Monaten hatten beide Seiten betont, die Zusammenarbeit über das Jahr 2006 hinaus fortsetzen zu wollen. „Ich danke für das Vertrauen. Wir sind noch nicht am Ende unserer Arbeit, und ich denke wir werden zusammen noch eine Menge Erfolge feiern“, sagte Götz, der die Hertha seit Juli 2004 trainiert und mit dem Klub in der vergangenen Saison nur knapp den Einzug in die Champions League verpaßte. Bereits zum Ende der Saison 2001/2002 saß Götz für 13 Spiele auf der Berliner Trainerbank.

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