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Wales in der Einzelkritik : Bale feuert, aber trifft nicht

Starkes Spiel, aber trotzdem verloren. Wales’ Gareth Bale. Bild: AP

Der Außenseiter setzt voll auf den Star von Real Madrid. Der macht im EM-Halbfinale auch eine prima Partie. Doch an der Zielgenauigkeit hapert es. Die walisischen Spieler in der Einzelkritik.

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          Es hat nicht sein sollen: Die Traumreise von Außenseiter Wales bei der Fußball-EM endet im Halbfinale beim 0:2 gegen Portugal. Die walisischen Spieler in der Einzelkritik:

          Tobias Rabe
          Verantwortlicher Redakteur für Sport Online.

          Wayne Hennessey: Macht einen ruhigen und souveränen Eindruck hinter der walisischen Abwehr. Beim Kopfball zum 1:0 von Cristiano Ronaldo aus kurzer Entfernung genauso machtlos wie beim 2:0 von Nani, der einen Ronaldo-Schuss noch entscheidend in die rechte Ecke ablenkte. Da lag Hennessey aber schon auf dem Boden in der linken. Unsicher beim Fernschuss von Joao Mario, den er nach vorne abprallen ließ, und beim Versuch von Danilo Pereira, der er erst im Nachfassen vor der Linie zu fassen bekam.

          Neil Taylor: Verteidigte auf der linken Außenseite oft gegen Nani. Machte seine Sache, wie die gesamte Abwehr, gut, musste am Ende aber mitansehen, wie die Portugiesen zwei der Torchancen nutzten.

          James Chester: Machte zunächst eine solide Partie im Abwehrzentrum. Hinderte mit seinem Einsatz kurz vor der Pause Cristiano Ronaldo an einem plazierten Kopfball auf das Tor. Nach der Pause aber passte er bei einer Ecke nicht auf, ließ den Superstar entwischen und konnte dann beim 1:0 nichts mehr gegen dessen perfekten Kopfball machen. Sah später die Gelbe Karte, weil Ronaldos Übersteiger zu schnell für ihn war.

          Ashley Williams: Mittelpunkt der Dreierkette in der Abwehr. Hatte zunächst alles im Griff und ließ die Portugiesen verzweifeln. Der Doppelschlag aber trübte die Bilanz des Defensivchefs entscheidend. Versuchte sich in der Schlussphase offensiver, konnte aber auch im Angriff nichts mehr ausrichten.

          James Collins: Hatte früh Glück, als er Cristiano Ronaldo leicht umriss im Strafraum. Der Portugiese regte sich auf, der Schiedsrichter sah es nicht und ließ weiterspielen. Ein zweites Mal kam er nicht so ungeschoren davon. Passte nicht auf vor dem 2:0, als er nicht rechtzeitig nach vorne rückte. So stand Nani bei Ronaldos Schuss nicht im Abseits – auch wenn Collins noch verzweifelt den Arm hob. Nach 65 Minuten ausgewechselt.

          Chris Gunter: Bekam es auf rechts hinten zumeist mit Cristiano Ronaldo zu tun, wenn der mal aus der Mitte auswich. Machte das gut, wenn auch ohne Akzente in der Offensive. Kann nach dem Aus nun vielleicht doch noch nach Mexiko reisen, wo sein Bruder am nächsten Wochenende heiraten will.

          Andy King: Ersetzte den gelb-gesperrten Mittelfeldmotor Aaron Ramsey und zeigte eine starke Leistung. Enormes Laufpensum, stieß dabei immer wieder in die Spitze vor und beschäftigte Portugals Defensive.

          Joe Ledley: Durfte für den fehlenden Ramsey Ecken und Freistöße schießen. Überraschte gleich beim ersten Versuch, als er einen Eckstoß flach in den Rücken der Abwehr spielte, den Bale aber über das Tor setzte. Nach schwerer Verletzung wurde er so gerade noch fit für das Turnier, musste dann aber nach dem Rückstand Stürmer Vokes weichen.

          Joe Allen: Der Mittelfeldarbeiter vom FC Liverpool setzte schon nach nicht einmal zwei Minuten ein Zeichen, als er hart in den Zweikampf ging. Sah auch schnell die Gelbe Karte, weil er nach einem eigenen Ballverlust Nani mit einem taktischen Foul stoppte.

          Gareth Bale: Der Superstar von Real Madrid war überall in der Offensive zu finden. Beeindruckte immer wieder mit seinem Tempo. Gab auch den ersten, zu zentralen und schwachen Torschuss von Wales nach einem Konter ab. Versuchte es auch in der zweiten Halbzeit unermüdlich, hatte aber auch dort sein Ziel-Fernrohr nicht richtig eingestellt und schloss zu zentral ab. Sah spät nach einem hohen Bein noch die Gelbe Karte.

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          Hal Robson Kanu: Sollte als Sturmspitze für Gefahr sorgen und machte seine Sache gut. Sehr präsent, verteilte die Bälle immer wieder technisch sauber und verschaffte den Mitspielern Zeit, um nach vorne zu rücken.

          Sam Vokes: Kam nach knapp einer Stunde nach dem portugiesischen Doppelschlag für Ledley, um die Offensive zu verstärken. Kam gleich vor das Tor, bekam den Ball dort aber nicht richtig unter Kontrolle.

          Simon Church: Ersetzte in der Spitze den müden Robson-Kanu. Wie auch Vokes aber konnte er gegen defensiv sicher stehende Portugiesen nichts mehr ausrichten.

          Jonathan Williams: Der Offensivspieler kam für Abwehrmann Collins. Danach wurde die Dreierkette hinten aufgelöst, um nach vorne neue Impulse zu setzen.

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