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1:0 gegen Portugal : Deutsche U 21 gewinnt Fußball-EM der Junioren

  • -Aktualisiert am

Deutschlands Kapitän Amos Pieper (Mitte) hält den Titel in die Höhe. Bild: AP

Ein schöner Spielzug kurz nach dem Seitenwechsel genügt der deutschen Mannschaft. Lukas Nmecha trifft und schießt das Team von Stefan Kuntz zum Titel.

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          Die deutsche U-21-Nationalmannschaft hat sich am Sonntagabend in Ljubljana einen Traum erfüllt, an den vor einigen Monaten noch nicht einmal ihr notorisch optimistischer Trainer Stefan Kuntz geglaubt hat. Doch als es galt bei der Europameisterschaftsendrunde in Ungarn und Slowenien eroberte die von Spiel zu Spiel besser gewordene beste Juniorenauswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), wie immer, seitdem Stefan Kuntz ihr Cheftrainer ist, die Herzen der deutschen Fußballfans, die von der A-Nationalmannschaft unter der sportlichen Federführung von Joachim Löw seit langem nicht mehr verwöhnt worden sind.

          Kuntz aber lieferte regelmäßig mit seinen Jahrgangsmannschaften und deren beeindruckender Mentalität und Geschlossenheit: Europameister 2017, EM-Zweiter 2019 und nun wieder Erster dank des goldenen Treffers von Lukas Nmecha (49. Minute). Eine solche Dreierserie hat nicht einmal dessen großer Vorgänger Horst Hrubesch hingelegt, der die U 21 mit sechs späteren Weltmeistern 2009 zum ersten deutschen EM-Titel geführt hat.

          In Ljubljana feierte die beste Mannschaft des Turniers, die nicht über die besten Einzelkönner verfügte, einen Triumph der Gemeinsamkeit, die vorneweg der chronisch erfolgreiche Kuntz vorgelebt hat. „Das ist so geil, das glaubt man gar nicht“, sagte der starke Niklas Dorsch bei ProSieben. „Was wir hier abgerissen haben, ist unglaublich.“

          Eiskalt: Deutschlands Stürmer Lukas Nmecha
          Eiskalt: Deutschlands Stürmer Lukas Nmecha : Bild: AP

          Bewährtes wollte Stefan Kuntz nicht verändern. Also setzte er auf exakt die Mannschaft, die im Halbfinale nach einem Blitzstart und zwei Treffern des Leverkusener Shooting-Stars Florian Wirtz die überrumpelten Alterskollegen aus den Niederlanden besiegt hatte. Diesmal aber hatte es das Team mit dem torgefährlichsten Aufgebot dieser EM (zwölf Treffer) zu tun und dazu mit einem Angstgegner, da eine deutsche U 21 bei einer EM-Endrunde noch nie gegen Portugal gewinnen konnte.

          Die Lusitaner besiegten auf dem Weg ins Endspiel die fünfmaligen U-21-Europameister Italien und Spanien. Dort wollten die hochbegabten Junioren von Trainer Rui Jorge sich selbst und ihrem Land nach drei portugiesischen Finalniederlagen mit dem ersten Titel in dieser Jahrgangsmeisterschaft bescheren.

          8000 Zuschauer sahen ein bewegtes, hochklassiges Duell, in dem Portugal die Anfangsphase dominierte und kurz vor dem Halbzeitpfiff des georgischen Schiedsrichters Kruaschwili die größte Chance vertändelte, als Vitinha bei einem Konter allein vor Torhüter Dahmen nicht handlungsschnell genug agierte und letztlich noch abgedrängt werden konnte.

          Die deutsche Mannschaft hatte nach einer Viertelstunde das Rezept gefunden, der portugiesischen Mittelfeldraute wirkungsvoll zu begegnen: mit forcierten Tiefenattacken über die Flügel. Der geradlinige Wirtz hatte bei seinem abgefälschten Schuss Pech, dass der Ball gegen die Latte klatschte (15.). Auch Nmecha war nah an einem Treffer, doch der starke Torwart Diogo Costa reagierte auf den Heber (21.) ebenso sehenswert wie auf Kapitän Maiers Distanzschuss in Richtung Tordreieck (29.).

          Die erste Hälfte war beiderseits ein Versprechen auf eine bewegte zweite Hälfte. Die Deutschen lösten es als Erste ein, als Dorsch auf der rechten Seite Baku ins Rollen brachte und der umtriebige Nmecha die Vorlage kurz vor dem Ziel mit links annahm und mit rechts vollendete. Es war das vierte Turniertor des EM-Schützenkönigs. Sein wichtigstes? Portugal gab nicht klein bei und drängte gegen die von Pieper exzellent organisierte Abwehr auf den Ausgleich, den Kapitän Queiros knapp verfehlte, da ihm Torhüter Dahmen zuvor kam (60.).

          Die Deutschen, etwas müder geworden, setzten nun auf den befreienden Konter, den der eingewechselte Adeyemi nach einem rasanten Tempolauf zweimal auf dem Fuß hatte (72. und 80.). Am Ende reichte das eine Tor durch Nmecha zu einem Abend für die deutschen Fußball-Geschichtsbücher.

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