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„The Fields of Athenry“ : Der Stolz der Unterlegenen

Beeindruckend: Irische Fußball-Fans Bild: dpa

Der Fernseh-Kommentator verstummt, die Spanier zollen durch Ruhe ihren Respekt: 20.000 irische Fußball-Fans erheben ihre Stimmen und singen: „The Fields of Athenry“ - ein ergreifender EM-Moment.

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          Die irische Fußball-Nationalmannschaft liegt 0:4 gegen die weltmeisterlich kombinierenden Spanier zurück, nicht nur das Spiel ist längst entschieden, die Iren sind ja schon froh, wenn einer der Ihren überhaupt mal an den Ball kommt. Erbarmungslos wie selten zuvor führen die spanischen Fußball-Künstler ihr „Tiki-Taka“ auf dem Spielfeld auf.

          Und dann erheben die irischen Fans ihre Stimmen. Es ist der bewegendste Moment der bisherigen Fußball-Europameisterschaft. Von der 87. Minute an bis weit nach Schlusspfiff intonieren 20.000 stimmgewaltige Fußball-Fans in Grün lautstark ihre Version der traditionellen Folk-Ballade „The Fields of Athenry“.

          Das Ende der 1970er Jahre entstandene Werk thematisiert die große irische Hungersnot Mitte des 19. Jahrhunderts. „Tief liegen die Felder von Athenry“, heißt es in dem traurigen Stück. Es erzählt von einem Mann, der Getreide stiehlt, um seine Familie vor dem Hungertod zu retten, und der deshalb nach Australien deportiert wird. Dort träumt er wehmütig von den „Fields of Athenry.“

          Die inoffizielle Hymne der irischen Nationalmannschaft zeugt von dem unbändigem Freiheitskampf und der Sehnsucht nach der Heimat des kleinen Völkchens von der grünen Insel. Auch wenn die Lage noch so aussichtslos ist, auch wenn die Niederlage noch so deutlich ausfällt, ihr Stolz wird niemals brechen.

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          Gern gesehene und gehörte Gäste: Irische Zauberer :

          Die 20.000 Sängerinnen und Sänger, die am Donnerstagabend ihre Stimmen erheben, sorgen für Gänsehaut bei den neutralen Fernseh-Zuschauern in aller Welt. Und auch die spanischen Fans im Stadion erweisen ihnen ihren Respekt. Sie selbst verzichten auf Anfeuerung der eigenen Mannschaft und lauschen dem stolzen Gesang der Geschlagenen.

          Ein Lob an dieser Stelle auch an Live-Kommentator Tom Bartels: auch er schweigt ergriffen und lässt die ARD-Zuschauer an dem Ereignis teilhaben.

          Nur noch ein Spiel für Irland

          Leider können die irischen Fans ihre Boys in Green bei dieser EM nur noch bei einem Spiel begleiten und besingen. Nach zwei klaren Niederlagen gegen Kroatien (1:3) und eben Spanien hat das Team von Trainer Giovanni Trapattoni keine Chancen mehr auf den Einzug ins Viertelfinale. Doch auf die Schlussphase ihrer finalen Vorrunden-Partie am Montag gegen Italien (20.45 Uhr) können wir uns alle  schon mal freuen. Egal, wie es steht: Ton lauter stellen, zurücklehnen, genießen.

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