https://www.faz.net/-hfm-8i7px

2:0 gegen Österreich : Zwei Bundesligaspieler führen Ungarn zum Sieg

Der Siegtreffer für Ungarn: Adam Szalai trifft gegen Almer Bild: Reuters

Im deutschen Ligaalltag hatten es Adam Szalai und Zsoltan Stieber zuletzt eher schwer: Bei der EM treffen sie aber auf der großen Bühne für Ungarn. Österreich verliert trotz einer Großauswahl an Bundesligaspielern.

          2 Min.

          Ein einziges Tor erzielte Adam Szalai in der abgelaufenen Saison für Hannover 96, zu wenig für einen Mittelstürmer, zu wenig für seinen Klub, der aus der Bundesliga abstieg. Am Dienstag aber hat ein einziger Moment gereicht, um Szalai einen Platz in Ungarns Fußballgeschichte zu sichern. In der  62. Minute schob er nach schönem Zusammenspiel mit dem Bremer Laszlo  Kleinheisler den Ball unter Torwart Robert Almer hindurch und erzielte in Bordeaux den Führungstreffer gegen Österreich, ehe der vom HSV zuletzt nach Nürnberg verliehene Zoltan Stieber in 87. Minute zum Endstand von 2:0 traf. Es war der erste Sieg für Ungarn bei einer Europameisterschaft seit einem 3:1-Sieg gegen Dänemark im Spiel um Platz drei bei der EM im Jahr 1964. „Die zweite Halbzeit war großartig. Besser kann man nicht Fußball spielen“, sagte Ungarns deutscher Trainer Bernd Storck nach dem Spiel.

          Christian Eichler

          Sportkorrespondent in München.

          Es war das 137. Duell der Nachbarn, nur Argentinien und Uruguay haben sich mehr Länderspiele geliefert (184). Und das erste bei einem großen Turnier, mit klar verteilten Rollen: Österreich, Favorit nach neun Siegen in zehn  Qualifikationsspielen, brauchte nur 29 Sekunden, um sich in Szene zu setzen. David Alaba traf mit einem wuchtigen Schuss aus 25 Metern den  Pfosten. Nach zehn Minuten scheiterte er mit einem weiteren Versuch an Gabor  Kiraly.

          Der Torwart der Ungarn, früher bei Hertha BSC und 1860 München aktiv, wurde mit seinem Einsatz der älteste Spieler der EM-Geschichte. Er ist mit vierzig Jahren  und 74 Tagen fast ein Jahr älter als Lothar Matthäus bei seinem letzten Einsatz  bei der EM 2000, der 0:3-Niederlage gegen Portugal, die die schwächste  Turnierleistung in der Geschichte der deutschen Nationalmannschaft besiegelte. Kiraly spielte wie immer in der gleichen grauen, zerbeulten Trainingshose, die  seit zwei Jahrzehnten sein Karrierebegleiter ist. Auch bei einem Aufsetzer von  Zlatko Junuzovic (35.) war er auf dem Posten und hatte dann Glück, dass Martin Harnik frei vor dem Tor wegrutschte (41.)

          Die Hose der EM - trotz Joachim Löw: Gabor Kiraly Bilderstrecke

          Erst kurz vor der Pause befreiten sich die Ungarn und kamen durch Balazs Dzsudzsak aus halbrechter Position zu ihrer ersten guten Chance. Nach der Pause  war die Partie völlig ausgeglichen. Sie wurde binnen vier Minuten entschieden,  als erst Szalai traf und dann der Österreicher Aleksandar Dragovic nach einem  Foul im gegnerischen Strafraum an Tamas Kadar die Gelb-Rote Karte erhielt. In Überzahl verteidigten die Ungarn den Vorsprung sicher und erhöhten drei Minuten vor dem Ende nach einem Konter zum endgültig entscheidenden 2:0. Der eingewechselte Stieber lupfte den Ball gekonnt über den Torwart. „Ungarn war zielstrebiger als wir“, sagte der Österreicher Julian Baumgartlinger. „Wir müssen gegen Portugal ein anderes Gesicht zeigen.“


          EM-News über Facebook-Messenger

          Sie wollen EM-News über den Facebook-Messenger erhalten? Dann abonnieren Sie jetzt unseren Service.

          So geht’s!



          Öffnen

          Weitere Themen

          Bangen bei Guardiola – Ronaldo als Retter

          Eurogoals: FAZ.NET mit DAZN : Bangen bei Guardiola – Ronaldo als Retter

          Manchester City droht der Champions-League-Ausschluss. Liverpool verpasst einen Rekord. Chelsea verliert klar. Arsenal ist in Not. Barcelona bleibt dran. Juventus ist im Glück. PSG kehrt vor Zuschauern zurück. Zuschauern. Sehen Sie Europas Fußball-Wochenende im Video.

          Topmeldungen

          Scharlatan oder Wunderheiler? Der Mediziner Didier Raoult spaltet Frankreich

          Didier Raoult : Frankreichs Wunderheiler

          Der exzentrische Arzt Didier Raoult ist in der Corona-Krise weltweit berühmt geworden. Er wird geliebt, weil er die Pariser Elite vorführt. Viele halten ihn aber auch für einen Scharlatan, wenn nicht gar für einen gefährlichen Populisten.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.