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1:1 gegen Island : Ein spätes Eigentor hilft Ungarn

  • -Aktualisiert am

Der Schrecken nach dem Eigentor ist den Isländern ins Gesicht geschrieben. Bild: Reuters

Dramatische Schlussphase in Marseille: Island sieht wie der Sieger aus im Duell der Überraschungsteams der EM. Dann aber fällt doch noch der Ausgleich für Ungarn – durch eine unglückliche Aktion.

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          Es waren die Isländer, die Rudi Völler so gereizt hatten, dass er nach dem Abpfiff die Contenance verlor. Nach dem 0:0 am 6. September 2003 bedurfte es nur noch einer Frage des Fernsehreporters Waldemar Hartmann und der damalige Bundestrainer rastete vor laufenden Kameras aus. Deutsche Fernseh-Geschichte wurde geschrieben, als sich Völler über fußballerische Tiefpunkte und Fußballreporter ausließ.

          Peter Heß

          Sportredakteur.

          13 Jahre später sind die Isländer kein angenehmerer Gegner geworden. Die Portugiesen machten im ersten Gruppenspiel der EM beim 1:1 die Erfahrung und am Samstag in Marseille auch die Ungarn. Die Mannschaft des deutschen Trainers Bernd Stork vermochte ihre spielerische Überlegenheit lange Zeit nicht in Tore umzusetzen. Erst ein Eigentor von Saevarsson in der 88. Minute bewahrte sie nach dem Rückstand durch ein Elfmetertor von Gylfi Sigurdsson (39. Minute) vor einer Niederlage.

          Eine Niederlage mussten dagegen die EM-Organisatoren hinnehmen. Sie schafften es wieder nicht, für Sicherheit im Stade Velodrom in Marseille zu sorgen. Die Vorkommnisse waren zwar nicht so gravierend wie beim 1:1 zwischen Russland und England, als russische Ultras einen englischen Fanblock stürmten und zuschlugen.

          Aber dass eine halbe Stunde vor dem Anpfiff hundert ungarische Ultras unvermittelt ihre Tribünenplätze verlassen und ungarische Zuschauer bedrohen konnten, war kein Ruhmesblatt für die Sicherheitsbehörden. Diesmal dauerte es allerdings nur wenige Minuten, bis die Lage wieder unter Kontrolle war.

          Die Isländer haben ein starkes Sicherheitskonzept, auf ihre Abwehr können sie sich verlassen. Ihr Bester, Ragnar Sigurdsson, brachte es als Profi nach Krasnodar, dort spielt er in der ersten russischen Liga. Und der isländische Innenverteidiger bremste fast jede vielversprechende Angriffsaktion der Ungarn im letzten Moment. Den Ungarn fehlte es dagegen an der nötigen Präzision und Durchschlagskraft.

          Die Freude bei den Ungarn über das Remis kannte keine Grenzen. Bilderstrecke

          Die Isländer beschränkten sich auf wenige Konter, wirkten dabei allerdings gefährlich. Bödvarsson hätte schon früh die Führung erzielen können, setzte den Ball mit dem Kopf aber über die Torlatte. Johan Gudmundsson scheiterte im direkten Duell am ungarischen Torwart Kiraly, nachdem ihm Verteidiger Kadar stümperhaft die Möglichkeit dazu gegeben hatte.

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          In der 39. Minute leistete sich Kiraly dann nach einer Ecke einen Fehlgriff, der nicht mehr auszubügeln war. Der Ball, der ihm aus den Händen geglitten war, landete bei Gunnarsson. Kadar wollte retten, aber den daraus folgenden Zusammenstoß wertete Schiedsrichter Karasew als Elfmeter. Sigurdsson ließ sich die Chance nicht entgehen. Die Ungarn kämpften bis zum Schlusspfiff, um die Niederlage abzuwenden und hatten das Glück, dass bei einer scharfen Hereingabe Saevarsson das Eigentor zum Ausgleich unterlief.

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