https://www.faz.net/-hfm-8if6v

0:0 gegen die Schweiz : Diesmal geht Frankreich die Luft aus

  • -Aktualisiert am

Der Ball muss rollen – und daher wurde dieses Exemplar in Lille aussortiert. Bild: AFP

Gastgeber Frankreich zieht als Gruppensieger ins Achtelfinale der EM ein – auch ohne spätes Tor. Die Schweiz kommt nach dem 0:0 ebenfalls weiter. Auch ohne Treffer bietet die Partie einige Kuriositäten.

          2 Min.

          Am Ende waren beide Mannschaften glücklich und zufrieden. Die schon für das Achtelfinale qualifizierten Franzosen schossen zwar erstmals kein Tor bei dieser Fußball-Europameisterschaft, boten aber beim 0:0 gegen die Schweiz, den Zweiten der Gruppe A, dennoch eine sehenswerte Leistung. Die Eidgenossen qualifizierten sich am Sonntagabend in Lille erstmals für die K.o.-Runde einer EM und konnten schon deshalb dem torlosen Remis viel abgewinnen.

          Gegen wen es in der nächsten Runde geht, ist noch nicht sicher. Frankreich spielt am nächsten Sonntag in Lyon gegen einen der vier besten Gruppendritten, die Schweiz trifft tags zuvor in St. Etienne auf den Zweiten der Gruppe C, vielleicht also auf Weltmeister Deutschland. „Das war wichtig heute. Wir müssen schauen, gegen wen wir spielen und dann werden wir bereit sein“, sagte der Schweizer Trainer Vladimir Petkovic. „Die Gruppe war nicht so leicht, das hat man gesehen. Aber es war eine großartige Leistung der Mannschaft“, sagte Granit Xhaka. „Die ganze Welt erhofft mehr, die Spieler auch, ich auch. Es gibt aber wenige Mannschaft, die dominieren. Das erste Ziel ist erreicht. Wir sind als Erster weiter“, sagte Frankreichs Trainer Didier Deschamps  

          Beim 2:1-Auftaktsieg über Rumänien wurde er ausgewechselt, beim 2:0 über Albanien wurde er eingewechselt, diesmal aber schien Paul Pogba, der französische Fußball-Superheld in spe, von vornherein deutlich machen zu wollen, dass er von Anfang bis Ende ein Mann für die erste Elf sei. Der 23 Jahre alte Mittelfeldantreiber, zuletzt auch wegen einer als vulgär empfundenen Geste in Richtung Pressetribüne nach dem Albanien-Spiel kritisiert, trumpfte in Lille auf wie noch nie bei diesem Turnier.

          Dieses Mal gelang den Franzosen kein Tor mehr in der Schlussphase. Bilderstrecke
          Dieses Mal gelang den Franzosen kein Tor mehr in der Schlussphase. :

          Der 1,91 Meter lange Modellathlet hatte bis zur Pause einen Lattenkracher (17.) zu Buche stehen, dazu einen weiteren Schuss erster Güte, den Torhüter Sommer soeben auf den Querbalken bugsieren konnte (12.), und einen Schuss, den Sommer sehenswert parieren konnte (13.), im bestaunten Repertoire. Der französische Actionstar genoss die „Pogba“-Chöre von den Rängen und schwang sich zum besten Spieler der ersten Hälfte auf. Dagegen versuchten die Schweizer das hohe Tempo der Equipe Tricolore mit möglichst langen Kombinationsketten zu dämpfen. Das machten sie unter Anleitung des Noch-Mönchengladbachers Xhaka sehr geschickt.

          Öffnen
          Interaktives Spiel : Das Star-Quartett zur Fußball-EM 2016

          Torgefahr aber verbreiteten die Eidgenossen damit nicht – bis auf eine ungenutzte Chance, die sich Schär und Djourou nach einem Eckball von Shaqiri bot (8.). Ansonsten dominierte die auf fünf Positionen gegenüber dem vorangegangenen Spiel veränderte dynamische Elf von Trainer Didier Deschamps. Der auch nach dem Wechsel gute, wenn auch nicht mehr ganz so dominante Pogba musste sich von der 63. Minute an die Rolle des Publikumslieblings mit Dimitri Payet teilen, der ganz Frankreich nicht nur mit seinen beiden Toren zum Turnierauftakt bezaubert hat.

          Fußball-EM : Französische Fans feiern ihre Mannschaft

          Für ihn musste der kaum auffällige Münchner Kingsley Coman weichen. Der Profi von West Ham United bewies wenig später (75.) seine exquisite Klasse, als er eine genaue Vorlage Sissokos volley gegen die Latte donnerte. Dieser Knalleffekt wäre es wert gewesen, als Treffer des Abends gefeiert zu werden. Anders als in den ersten beiden EM-Spielen aber traf Frankreich nicht mehr in der Schlussphase. Kurios: Nicht nur ein geplatzter Ball musste nach einem Zweikampf zwischen Valon Behrami und Antoine Griezmann ausgetauscht werden. Die Schweizer mussten insgesamt vier Trikots auswechseln, die bei Zweikämpfen gerissen waren.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Gespannte Grüne: Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock und Bundesvorsitzender Robert Habeck beim politischen Aschermittwoch im Februar.

          „Deutschlandtrend“ : Grüne laut ARD-Umfrage vor Union

          In der jüngsten „Deutschlandtrend“-Umfrage liegen die Grünen bei 26 Prozent. Die Union verlor verglichen mit einer Umfrage aus dem April dagegen vier Prozentpunkte und kommt derzeit auf 23 Prozent.
          Redet, wie ihm der Schnabel gewachsen ist? Der frühere Nationaltorhüter Jens Lehmann.

          Rassismus und Moral : Lehmann und Aogo

          Erst fliegt Jens Lehmann eine rassistische Nachricht um die Ohren, dann setzt es bei Dennis Aogo aus. Das sorgt für eine Kaskade der Aufregung. Was steht an deren Ende?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.