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2:1 gegen Irland : Griezmann ist Frankreichs Retter

  • -Aktualisiert am

Antoine Griezmann traf gleich zwei Mal für Frankreich. Bild: AFP

Mit viel Mühe qualifiziert sich Frankreich für das EM-Viertelfinale. Beim 2:1-Sieg über Irland trifft Griezmann doppelt für den Gastgeber. Dabei beginnt das Spiel für die Franzosen mit einem Schock.

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          Vor der Pause eingeschüchtert, nach dem Wechsel wie befreit: Frankreichs Fußball-Nationalmannschaft hat bei ihrem 2:1-Achtelfinalsieg über das bravourös kämpfende irische Team eine wichtige Gratwanderung auf dem Weg zum angestrebten Titelgewinn bei der Europameisterschaft bestanden. Dank der beiden Treffer des überragenden Antoine Griezmann (58./61. Minute) drehten die Franzosen den 0:1-Rückstand zur Pause durch ein frühes Elfmetertor von Brady (2.).

          Nach Duffys Platzverweis wegen einer „Notbremse“ an Griezmann (66.) hätte der Erfolg am Ende deutlicher ausfallen können, doch war das den 58.000 Zuschauern im ausverkauften Stade de Lyon, soweit Fans der Equipe de France, egal. Sie feierten ihren neuen Helden und dachten nicht daran, dass ihnen im Viertelfinale am kommenden Sonntag gegen den Sieger der an diesem Montag auf dem Spielplan stehenden Begegnung England gegen Island zwei vertraute Kräfte fehlen werden: die ob ihrer Zweiten Gelben Karte gesperrten Rami und Kanté.

          Was von der Equipe de France wirklich zu halten sei, wussten ihre Fans nach den Gruppenspielen noch nicht so genau. Frankreich hat darin seine Pflichten mit den spät errungenen Siegen über Rumänien (2:1) und Albanien (2:0) sowie dem 0:0 gegen die Schweiz nach geglückter Achtelfinalqualifikation ordentlich erfüllt. Die Kür aber, auf die sie in der Grande Nation von Anfang an gehofft hatten, ließ noch auf sich warten. Das eine große, dominante Spiel fehlte in der Dreierreihe des ersten Turnierabschnitts. Entsprechend störanfällig ist das Zutrauen in die Mannschaft, die nach der EM 1984 und der WM 1998 das dritte große Fußballturnier im eigenen Land für Frankreich gewinnen soll – möglichst mit allerbesten Haltungsnoten nach all den Affären und Skandalen um Les Bleus in der noch nicht so weit zurückliegenden Vergangenheit.

          Irland, das war am Sonntag in Lyon ein ganz besonderer Gegner. Nicht, dass die Franzosen die Spielstärke der grünen Jungs von der Insel gefürchtet hätten. Wohl aber lebte in den Tagen vor der Wiederbegegnung die Erinnerung an jenen 18. November 2009 frisch auf, als es im Play-off-Rückspiel gegen Irland im Stade de France um die Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2010 ging. Frankreich hatte das Hinspiel 1:0 gewonnen und lag im Rückspiel 0:1 durch einen Treffer der irischen Ikone Robbie Keane zurück, als der bis dahin untadelige Sportsmann und Weltmeister Thierry Henry in der Verlängerung einen Ball mit der Hand stoppte und ihn dann auf seinen Freund William Gallas flankte, der per Kopf das 1:1 erzielte – und damit für Frankreich das Tor nach Südafrika öffnete.

          Irland am Boden – Frankreich hat das Spiel gedreht Bilderstrecke
          Irland am Boden – Frankreich hat das Spiel gedreht :

          Der skandalöse Vorfall schien schon bei den Akten zu liegen, ehe er dieser Tage noch einmal Retro-Schlagzeilen von wegen Revanchegelüste produzierte. „Was zählt, ist die Gegenwart“, sagte Irlands Trainer Martin O‘Neill und erklärte die Vergangenheitsbewältigung für beendet. Es ging ja auch am Sonntag um etwas ganz anderes als um eine Revanche für das, was eh nicht mehr zu ändern ist. Die Franzosen betraten den Platz zu ihrem ersten Alles-oder-Nichts-Duell bei dieser EM als eindeutige Favoriten, denn Spieler wie den zweifachen Torschützen Dimitri Payet, die Entdeckung des Turniers, den von fast allen großen Klubs Europas heiß umworbenen Paul Pogba oder den bei Atlético Madrid zu einem Angreifer der Extraklasse gereiften Griezmann haben die irischen Kämpfernaturen nicht in ihren Reihen.

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