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2:0 gegen die Ukraine : Ein Auftaktsieg für die Sparversion des Weltmeisters

Komm in meine Arme! Schweinsteiger und Neuer Bild: Reuters

Wie bei den vier vorherigen Turnieren unter Leitung von Bundestrainer Joachim Löw gewinnt Deutschland auch das Auftaktspiel der EM 2016 in Frankreich ohne Gegentor. Das 2:0 gegen die Ukraine bietet aber auch Anlass zur Sorge.

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          Auf den Punkt bereit zu sein, ist eigentlich eine Spezialität der deutschen Fußball-Nationalmannschaft unter Joachim Löw. In den Auftaktspielen bei den vier vorherigen Turnieren des Bundestrainers hatten die Deutschen vier Siege bei 11:0 Toren geschafft. Der Start in diese Europameisterschaft fügte sich in diese Reihe – allerdings nur dem Ergebnis nach. Was die Leistung betraf, blieb das 2:0 gegen die Ukraine doch ziemlich weit hinter den Erwartungen und sicher auch den eigenen Ansprüchen zurück.

          Christian Kamp
          Sportredakteur.

          Das Kopfballtor von Shkodran Mustafi in der 19. Minute und vor allem natürlich der finale Treffer des kurz zuvor eingewechselten Bastian Schweinsteiger (90+3.) gehörten zu den wenigen erfreulichen Pointen, die das Team von Joachim Löw am Sonntagabend im Stade Pierre Mauroy von Lille lieferte. Es konnte sich in seinem Premierenspiel in Gruppe C in ein paar Szenen auch bei Torwart Manuel Neuer bedanken, der von Löw zum Kapitän bestimmt worden war. Neuer, mit grellgelber Binde dekoriert, hielt gewohnt vorzüglich.

          Es fehlt an Überzeugungskraft

          Ansonsten aber herrscht dringender Steigerungsbedarf in allen Mannschaftsteilen. In der Abwehr ließen sich die Außenverteidiger, Jonas Hector und Benedikt Höwedes, zu oft überspielen, erhielten aber auch nicht genug Unterstützung von den Vorderleuten.

          Im Mittelfeld fehlte es an Überzeugungskraft, obwohl Toni Kroos um Struktur bemüht war, und vorne zeigte Mario Götze zwar viel Engagement, davon, eine Bedrohung für das ukrainische Tor zu sein, war er jedoch ein gutes Stück entfernt. Alles in allem stellte diese Mannschaft bei weitem noch nicht das dar, was sie möchte. Ohne Aura und Überzeugungskraft kamen diese Deutschen phasenweise wie eine schmalbrüstige Sparversion des Weltmeisters daher, auch wenn sie sich in der zweiten Hälfte zu steigern wussten.

          Weiter geht es am Donnerstag, wenn die deutsche Mannschaft im Stade de France auf Polen trifft. Auf dieses Spiel wird man noch aus einem anderen Grund genauer schauen. Es ist eine von fünf Vorrundenpartien, die von der Europäischen Fußball-Union (Uefa) als besonders krawallgefährdet eingestuft wurden. Am frühen Sonntagabend hatten auch deutsche Fans den EM-Frieden gestört, als etwa 40 von ihnen in der Innenstadt von Lille kurzzeitig randalierten.

          Was das Sportliche betraf, hatte Bundestrainer Löw in der Pressekonferenz am Vorabend noch mit der Möglichkeit einer Überraschung kokettiert. Dann entschied er sich aber doch genau für jene Mannschaft, die von den meisten erwartet worden war. Mit Mustafi an der Seite von Jerome Boateng in der Innenverteidigung, was zugleich bedeutete, dass Höwedes rechts in der Viererkette begann. Und die Position im Angriff blieb Götze vorbehalten. Alles in allem standen also zehn Weltmeister auf dem Platz, Hector auf der linken Abwehrseite war der Einzige, der in Brasilien nicht dabei gewesen war.

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