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3:0 gegen die Slowakei : Deutschland im Stile eines Champions

Fliegender Torschütze: Boateng nach dem 1:0 auf dem Weg zu Trainerbank und Mannschaftsarzt. Bild: AFP

Der Weltmeister steht nach einer überzeugenden Vorstellung im Viertelfinale der Fußball-EM. Im Sturmpuzzle des Bundestrainers passt gegen die Slowakei vieles besser zusammen. Boateng, Gomez und Draxler treffen beim ungefährdeten 3:0-Sieg.

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          Der Jubel nach einem souveränen Sieg fiel nicht gerade überschwänglich aus. Die Deutschen klatschten sich zufrieden ab, gingen zu ihrem Fanblock hinter dem Tor und ließen sich feiern. Das 3:0 gegen die Slowakei im Achtelfinale war das Beste, was der Weltmeister bisher in Frankreich zu bieten hatte. Und auch mit das Beste, was bei dieser Europameisterschaft bisher überhaupt zu sehen war, nicht nur in der ersten K.o.-Runde. Die Deutschen überzeugten von der ersten Minute an mit einem druckvollen, konzentrierten und auch torgefährlichen Auftritt, der ihren Status als Turnierfavorit eigentlich durchweg sichtbar machte. Das einzige, in diesem Fall bei Toren durch Jerome Boateng (8. Minute), Mario Gomez (43.) und Julian Draxler (63.) aber nicht allzu sehr durchschlagende Manko waren die vor allem in der ersten Halbzeit ausgelassenen Torgelegenheiten.

          Michael Horeni
          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Die Fähigkeit, auch mal aus wenig ganz viel zu machen, dürfte vermutlich bei der nächsten Aufgabe gefragt sein, wenn es im Viertelfinale entweder gegen Titelverteidiger Spanien oder den anderen Finalisten Italien geht – die dem Weltmeister bei den vorherigen Turnieren (2012, 2010) schmerzhafte Niederlagen zugefügt hatten. Aber mit dem starken Auftritt von Lille, der die deutsche Bilanz auf drei Siege in vier EM-Spielen und 6:0-Tore verbesserte, haben die Deutschen ihr erstes Ausrufezeichen gesetzt.

          Aber bei allem, was er gut machte, und das war an diesem Sonntag in Lille wirklich nicht wenig, hätte es sich der Weltmeister mit starker Defensive, souveränem Mittelfeld und gefährlichem Angriff, noch ein bisschen einfacher machen können. Als Özil in der dreizehnten Minute zum Elfmeter nach Foul an Gomez antrat, schon mit der 1:0-Führung und einer starken Anfangsphase im Rücken, schien das Viertelfinale eigentlich schon in Rekordzeit erreicht.

          Die Stimmung bei den bunten deutschen Fans war bestens vor der Partie. Bilderstrecke
          Das Spiel in Bildern : Ein bunter Abend in Lille

          Einen Zwei-Tore-Vorsprung hatte bei diesem Turnier bis zu diesem Augenblick noch keine Mannschaft ausgleichen können, und es hatte in Lille auch nicht so ausgesehen, als sollten die Slowaken an diesem Tag dazu in der Lage sein. Aber Özil – in der Nationalmannschaft bisher fünfmal als Schütze angetreten, und immer erfolgreich – schoss diesmal aber nicht hart und plaziert genug, so dass Torwart Kozacik den Ball abwehren konnte.

          Das war einer dieser Momente, in der eine Partie kippen kann, der zu einem Bruch führen kann. Aber der Weltmeister und auch Fehlschütze Özil ließen sich auch davon nicht irritieren. Sie machten auch nach diesem psychologischen Rückschlag genau so konzentriert und engagiert weiter wie zuvor.

          Boateng stand gleich mal wieder im Blickpunkt

          Zunächst war es Boateng gewesen, der Mann, der bei dieser EM immer wieder in den Blickpunkt steht, der mit seinem ersten Tor im 63. Länderspiel das 1:0 erzielte hatte – und damit den Weg bahnte. Worauf der zuletzt von einer Wadenblessur geplagte Innenverteidiger fast sieben Jahre hatte warten müssen, sah dafür auch besonders schön aus: nach einer abgewehrten Ecke nahm Boateng den Ball direkt aus der Luft und drosch ihn aus rund zwanzig Metern, leicht abgefälscht, flach ins Tor. Sein Jubellauf führte ihn zur medizinischen Abteilung, in die Arme von Teamarzt Müller-Wohlfahrt und Physiotherapeut Eder, die an diesem Treffer auch ihren Anteil hatten.

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