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1:2 gegen Island : I wer’ narrisch: Österreich ist draußen

  • -Aktualisiert am

Jubeltraube nach dem 1:0 Bild: AFP

David Alaba und Österreich sind raus aus dem Turnier. Die Bundesligaspielerauswahl aus der Alpenrepublik lässt gegen Island sogar einen Strafstoß ungenutzt. Der Außenseiter von der Insel steht dagegen im Achtelfinale.

          2 Min.

          Vor dem Abschied stand am Mittwochabend im Stade de France zu  Saint-Denis ein Fußballdrama, das an einen packenden Pokalfight erinnerte und  die österreichische Nationalmannschaft nicht belohnte. Von wegen Felix Austria:  Das Team von Trainer Marcel Koller belegte nach der 1:2-Niederlage in der  letzten Sekunde der Nachspielzeit gegen Island in der Abschlusstabelle der  Europameisterschaftsgruppe F am Ende nur den vierten und letzten Platz. Damit  muss das verzweifelt um den Sieg kämpfende Team aus der Alpenrepublik trotz  seiner bisher besten Turnierleistung bei der Europameisterschaft nach Hause  fahren, während Island durch das 2:1 im Stade de France nach Treffern von  Bödvarsson (18. Minute) und Trsustason (90+4) bei einem Gegentreffer durch Schöpf (60.) als Gruppenzweiter am Montag in Nizza auf England trifft. Ein  großer Erfolg für die kleine Insel im Norden Europas.

          „Solche Entscheidungsspiele sind wir gewohnt“, hatte der österreichische  Kapitän Christian Fuchs die schwierige Lage seiner Mannschaft vorher  vereinfacht. Und so munter wie der Spielführer sprach, wollte das Team von  Trainer Marcel Koller auch drauflosstürmen: mit einer 3-4-3-Formation, die ihm  viele Überzahlsituationen bescheren sollte. Die Isländer sahen sich den Versuch  der Rot-Weiß-Roten, nach der Abwehrschlacht beim 0:0 gegen Portugal das Spiel  selbst zu bestimmen, kurz an und fackelten dann nicht lange.

          Dragovic verschoss gegen Island einen Strafstoß Bilderstrecke
          Dragovic verschoss gegen Island einen Strafstoß :

          Schon der erste  Schuss der Nordländer von Gudmundsson klatschte gegen das Lattenkreuz  (2.). Österreich war gewarnt und hätte danach sogar in Führung gehen können,  weil Torwart Halldórsson den Ball an Arnautovic verlor, der aber auf dem  ramponierten Untergrund des Stade de France ausrutschte statt den Ball ins Tor  zu schieben (11.). Die Österreicher leisteten sich dann die nächsten, diesmal  folgenschweren Konzentrationsfehler. Einen Einwurf von Gunnarsson verlängerte  Àrnason  auf den Kaiserslauterer Stürmer Bödvarsson. Der drehte sich kurz um  den düpierten Noch-Mainzer Baumgartlinger und erzielte mit einem plazierten  Flachschuss das vermeidbare 1:0 (18.).

          Die Österreicher, nun reichlich durcheinander, fanden danach erst einmal  keinen Einlass mehr in den Sechzehnmeterraum, den die Isländer konsequent  abriegelten. Dann aber leistete sich nach Haldórsson auch Linksverteidiger  Skúlason einen Lapsus, als er den vor der Pause im Sturmzentrum aufgebotenen  Bayern-Star Alaba solange am Arm festhielt, bis der polnische Schiedsrichter  Marciniak auf Strafstoß entschied. Den aber setzte Dragovic genauso flach gegen  den linken Pfosten wie vier Tage vorher Cristiano Ronaldo gegen die  Österreicher. Bei Halbzeit führte die Mannschaft, die in diesem Actionprogramm  den besseren Überblick behielt und in ihren Spielzügen wuchtiger, direkter und  entschlossener anmutete.


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          Koller reagierte, nahm die defensiv verankerten Ilsanker und Prödl bei  Halbzeit heraus, brachte den langen Angreifer Janko und den offensiven  Mittelfeldspieler Schöpf, und sogleich besaß besaß Österreich die Gelegenheit  zum Ausgleich bei Alabas Schuss, den Àrnason kurz vor der Torlinie blockte. Das  Duell blieb rasant wie zuvor mit hingebungsvoll attackierenden Österreichern  und cool konternden Isländern.  Es konnte jederzeit etwas passieren, und so kam  es dann auch nach Schöpfs Sololauf, den der Schalker nach Vorlage des stark  verbesserten Alaba mit dem 1:1 (60.) krönte. 30000 Österreicher auf den Rängen  flippten aus. Janko hätte auf 2:1 erhöhen können, schoss aber knapp vorbei  (69.), Schöpf schaffte es wenig später auch nicht, den Ball über die Linie zu  bringen (72.), weil Halldórsson per Fußabwehr rettete. Besser machten es die  Isländer, die ihren allerletzten Konter in diesem packenden Spiel zum  Siegtreffer durch Traustason nutzten.

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